
Am 24. September erscheint “Rotten Leaders”, das neue Album von BLOODATTACK. Die Jungs sind inzwischen zu Bastardized Recordings gewechselt und legen mit ihrer baldigen Veröffentlichung ein musikalisches Inferno hin, das seines Gleichen sucht. Die Aufnahmen sind ein rücksichtsloser Bastard aus Hardcore und Metal, der endlich mal Wiedererkennungswert hat und wie eine Bombe in der Szene einschlagen wird.
Daniel Zimbomann (aka. D. Hanzel), Sänger und Gründungsmitglied der Band, hat zuvor in einigen anderen imposanten Bands – wie THE JERKS und GOMORRHA – geträllert oder auch bei THE SWAT zeitweise den Bass gezwickt. In dem folgenden Interview mit dem Covelenzer Jung’ geht es natürlich auch um BLOODATTACK und deren neues Album. Fast noch interessanter ist allerdings, was uns Hanzel von seiner zweiten Leidenschaft zu erzählen hat: Dem Bodybuilding…
Hanzel, wie regelmäßig gehst du zu McFit pumpen und wie sieht dein Training aus?
Ich trainiere meinen Body siebenmal pro Woche, zweimal täglich. An guten Tagen dreimal, je nachdem wie viele Aufputschmittel und Steroide ich mir finanziell leisten kann. Wenn ich das Gefühl habe, dass mein Bizeps geschrumpft ist, lasse ich mich krankschreiben und bleibe meiner Arbeit fern. Dann trainiere ich sechs Stunden am Stück, ohne Pause.
Nachmittags gehe ich immer um 17 Uhr zum Bodybuilding, wenn am meisten im Fitnessstudio los ist – so kann ich die meisten „Probs“ sammeln. Beim Brusttraining schreie und stöhne ich meist sehr laut, damit alle Anwesenden im Studio zu sehen bekommen, was ich für ein unglaubliches Anabolikamonstrum bin. Manchmal zerreiße ich auch mein T-Shirt nach einem harten Satz Klimmzüge und zwinge anwesende, achtzehnjährige Mädchen an meinem Sixpack zu lecken oder meinen Bizeps zu streicheln. Pure Erotik!
Keine Frage, McFit ist mein zweites zu Hause geworden. Manchmal übernachte ich auch dort in der Umkleide, um nach dem Aufstehen noch einen Kaffee mit den Putzfrauen zu trinken und ihnen Komplimente über meinen Körper zu entlocken. Wir sprechen meist auch über politische Themen, zum Beispiel darüber, wer das nächste Mitglied des Monats im Fitnessstudio wird.
Wie viele Kilogramm drückst du auf der Streckbank?
Das kommt natürlich auf meinen Trainingsstatus an. 120 Kilo drücke ich solange und so oft, bis ich das Gefühl habe, meine Brust explodiert und meine Nippel bluten. Jeder einzelne Muskel muss gerissen sein, vorher höre ich nicht auf Wiederholungen zu pumpen. Meine Adern in den Augen platzen dabei regelmäßig, weshalb ich beim Training immer eine Sonnenbrille trage.
Manchmal kommt es vor, dass ich die 120 Kilo nicht schaffe und mit weniger Gewicht hantieren muss. Für diesen Fall habe ich im Fitnessstudio an der Rezeption ein Paar Styroporgewichte hinterlegt, um meinem Ruf als „the Beast from Koblenz“ nicht zu schaden. Und da ich gerade sowieso schon aus meinem Nähkästchen plaudere: Wenn ich dicke Personen im Fitnessstudio erspähe, schleiche ich mich von hinten an diese heran, werfe sie auf die Erde und stemme sie dann in die Luft, mindestens fünfzehn Mal. Eine beeindruckende Demonstration meiner unglaublichen Power!

Für welchen Eiweißshake würdest du sterben?
Ich bestelle mir dreimal monatlich in Singapur den Shake mit dem unglaublichen Geschmack „Thai-Vagina“. Wenn dieser nicht zu haben ist, greife ich auf Leberwurstshakes zurück.
In der Kraftsport-Szene erzählt man sich, dass BRUTOS BRUTALOZ dich zum Bodybuilding gebracht hat. Wie kam denn nun das Eine zum Anderen?
Ich war in meiner Lieblingsdiscothek „Pflaumenbaum“ in Koblenz, City. Ich bestellte mir eine Cola Zero, ohne Zitrone, aber mit einem Schuss „Fatburner deluxe“. Als ich das Getränk entgegennahm, wurde ich von hinten angestoßen und mein Getränk lief mir über mein neues Ed-Hardy-Shirt. Ich drehte mich sofort um und schlug mit meinem Kopf auf den widerlichen Störenfried ein. Dieser Wutausbruch wurde von mehreren meiner mir stets folgenden Fans via Handy gefilmt und noch am gleichen Abend auf youtube veröffentlicht. Dieses Video hatte nach einem Tag über 200.000 Klicks, unter anderem auch von BRUTOS BRUTALOZ. Er mailte mir und teilte mir mit, dass er mich gerne als Trainingspartner beim Bodybuilding unterstützen wolle. Ich lehnte ab, da dieser schmächtige Knilch nicht meine Trainingsliga ist – ich habe besseres verdient. Dies ist die wahre Geschichte!
Ab welchem Zeitpunkt weiß man, dass man genug gepumpt hat, um „Beast Enough To Stand This Hate“ zu sein?
Zu dem Zeitpunkt, an dem deine Arme dicker sind als dein Kopf. Man kann sich Olivenöl in den Bizeps spritzen, so kommen größere Muckis zustande. Ich spritze mir regelmäßig Olivenöl in den Hoden, damit dieser neben meinen muskulösen Oberschenkeln nicht zu klein aussieht.
Am 11. September findet die Releaseparty von eurem neuen Album, „Rotten Leaders“, statt, welches auf Bastardized Recordings erscheint. Ich habe gehört, dass das Album noch mehr Klimmzüge als das vorherige robbt. Was für Unterschiede siehst du zwischen den beiden Scheiben und was gefällt dir an der Neuen besonders gut?
Die neue Platte sollte etwas Weg vom Metalcore und wieder zurück zum Hardcore. Es befinden sich weiterhin Metalelemente in den Songs, allerdings sind diese „traditioneller“ und aggressiv, nicht mehr „zu schön“ und glatt. Ich glaube, das ist uns gelungen und wir konnten mit Hilfe von Kurt und Sascha vom Tonstudio 45 eine gute Scheibe abliefern. Mittlerweile ist es leider so, dass man Bands kaum noch auseinanderhalten kann, da diese sich immer wieder gleich anhören: Grunz, Kreisch, Breakdown, Solo, cleaner Gesang… Das sind zwar alles Elemente, die wir auch in unseren Songs haben, aber ich behaupte, dass diese dennoch einen besonderen Wiedererkennungswert haben und anders klingen, als die Veröffentlichungen der letzten Jahre. Wir haben es geschafft, die Musik einzuspielen, die wir immer machen wollten. Die Platte erscheint am 24. September!

Die Frage liegt nahe: Wieso seid ihr zu Bastardized gewechselt? Hat das etwa damit etwas zu tun, weil die Betreiber des Labels ausnahmsweise mal keine Ossis sind?
Nein, das hat es nicht! Wir haben bei Sony abgelehnt, da ich Beef mit BUSHIDO habe. Alles über unser Signing kann man auf der Homepage von Bastardized Recordings lesen. Dort gibt es eine extra Rubrik, wo wir ein Statement abliefern. Wir sind uns sicher, dass das die beste Entscheidung in unserer Laufbahn war.
Wieso hast du deine heißen Sadomaso-Masken bei einem eurer Konzerte ins Publikum geworfen?
Weil eine Verlosung stattfand, die ich moderierte. Dies war beim “Celebrating the Moshpit Festival” 2009 in Solingen. Diese Moderation fand zwischen unseren Songs statt. Ich stand leider etwas neben mir. Daher warf ich einem Beatdowngirlie, statt einer Tüte mit Vansklamotten, die Tüte mit all meinen Masken zu. Als ich dies bemerkte, war der Wurstfinger schon über alle Berge. Sehr ärgerlich, eine der Masken hatte mich 100 Euro gekostet.
Mit BLOODATTACK läuft es von Jahr zu Jahr besser. Was tust du dagegen, dass nicht noch mehr von deinen Bandkollegen Vater werden und infolgedessen euer geiler Sprint ausgebremst werden könnte?
Ich bezahle die Kindermädchen ihrer Familien. Somit kann ich meine Bandkollegen zwingen, täglich vier Stunden zu proben, während ich im Fitnessstudio bin.
Welche Band würdest du warum als BLOODATTACK-Support bevorzugen: KICKBACK, EARTH CRISES oder DIE LOKALMATADORE?
Definitiv DIE LOKALMATADORE. Ihre Musik, ihr Kleidungsstil und ihre Attitüde sind fast identisch mit unseren.
Wie geht es mit BLOODATTACK weiter?
Mit den Einnahmen des neuen Albums werde ich mich in den Kosovo absetzen und dort eine Familie gründen. Ich möchte dort 37 Kinder mit 3 Frauen haben: 21 Mädchen, 9 Jungen und 7 Zwitter.

Was kannst du uns über die bisherigen Planungen für das nächste „Full Metal Fortress“ erzählen?
Dies soll im Heimathaus Neuwied im März 2011 stattfinden. Zurzeit muss ich mich voll und ganz auf BLOODATTACK konzentrieren. Die eigentliche Planung wird im Oktober 2010 beginnen, dann gibt es alle News auf myspace.com/fmffestival.
Letzte Worte?
Ich befehle jedem, sich am 11.9.2010 auf unsere Releaseparty ins Dreams Koblenz zu kommen, eine CD zu kaufen, zwei Shirts und eine BLOODATTACKSHORTS. Danke für das Interview, ich muss jetzt los zum Training!
Hanzel, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg beim Pumpen sowie mit dem neuen Album. Ich werde mich nun auch mal besser direkt in dem Fitnessstudio in Bern-Bethlehem anmelden, um die Girls mit meinen baldigen Creatinarmen verrückt machen zu können. Wenn das mal keine guten Aussichten sind…
(Christoph Parkinson)
PS: Ich verabschiede mich hier für eine Woche und fahre auf Klassenfahrt. Bis dann!
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