Happy Weekend, die Zweite: IDLE HANDS/THE DIMENSIONS im ex-Club/FRITZ KALKBRENNER und MICKEY MOONLIGHT im Bon Soir

03. September 2010

I.

An die Kölner: Bevor ihr heute den Club Bahnhof belebt (”Kiss me Kiss me Kiss me”), solltet ihr um 21 Uhr im ehemaligen Club Scheisse aufkreuzen. Denn die IDLE HANDS aus Münster/Osnabrück hauen auf die Kacke! THE DIMENSIONS aus Ibbenbühren/Köln machen den Support. Es wäre ärgerlich, wenn ihr das verpasst.

II.

An die Berner: Heute legt FRITZ KALKBRENNER im Bon Soir auf. Und, wie es so schön auf der Homepage des Clubs heißt, “Kalkbrenner steht für den Deutsch-Techno wie fast kein anderer Name. Der Filmepos «Berlin Calling» hat das nur unterstrichen.” Ich werde mich heute Abend jedenfalls davon überzeugen, ob der Typ nun wirklich mehr als nur Zahnbelag drauf hat.

Samstagabend tritt – ebenfalls im Bon Soir – der ED BANGER-Vogel MICKEY MOONLIGHT auf. Die Songs auf Myspace nerven eher und vermutlich werde ich die Abendstunden lieber nutzen, um mich von den letzten Tagen am Bodensee zu erholen. Dicker Bauch und Sonnenbrand, meine Big Diet after Schlaraffenland…

(Christoph Parkinson)

Happy Weekend

01. September 2010

So, hier mal ein wenig Werbung für unseren Homeboy Dave:

RK

Seit letztem Freitag läuft die RICHKIDZ NRW Clubtour.2010! Die erste Party im Royal Bambi in Dortmund war der Knaller. Nun sind die Kölner an der Reihe: Am kommenden Samstag, den vierten September, legen MARTIN BOOKS („Maria“/Heinrichs & Hirtenfellner), JACK DEAN (NRW Local), MANUEL HOY DIA (London „Itch“) und weitere Specialguests im Bogen 2 auf. Weitere Informationen findet ihr hier.

- mind the RICHKIDZ -

PEaches

Ferner habe ich noch einen Freitagstipp und zwar veranstaltet mein lieber Freund Dennis zusammen mit Martin Heiland am Freitag im Bahnhof Ehrenfeld das Peaches-DJ Set. Aftershowparty gibt’s dann noch in ‘ner Geheimlocation, einfach Dennis auf die Eier gehen, das wird super!

C ya in da Pit –

Destroy!

Im Gespräch: D. HANZEL über Bodybuilding, BLOODATTACK und die “Rotten Leaders”!

26. August 2010

BLOODATTACK

Am 24. September erscheint “Rotten Leaders”, das neue Album von BLOODATTACK. Die Jungs sind inzwischen zu Bastardized Recordings gewechselt und legen mit ihrer baldigen Veröffentlichung ein musikalisches Inferno hin, das seines Gleichen sucht. Die Aufnahmen sind ein rücksichtsloser Bastard aus Hardcore und Metal, der endlich mal Wiedererkennungswert hat und wie eine Bombe in der Szene einschlagen wird.

Daniel Zimbomann (aka. D. Hanzel), Sänger und Gründungsmitglied der Band, hat zuvor in einigen anderen imposanten Bands – wie THE JERKS und GOMORRHA – geträllert oder auch bei THE SWAT zeitweise den Bass gezwickt. In dem folgenden Interview mit dem Covelenzer Jung’ geht es natürlich auch um BLOODATTACK und deren neues Album. Fast noch interessanter ist allerdings, was uns Hanzel von seiner zweiten Leidenschaft zu erzählen hat: Dem Bodybuilding…

Hanzel, wie regelmäßig gehst du zu McFit pumpen und wie sieht dein Training aus?

Ich trainiere meinen Body siebenmal pro Woche, zweimal täglich. An guten Tagen dreimal, je nachdem wie viele Aufputschmittel und Steroide ich mir finanziell leisten kann. Wenn ich das Gefühl habe, dass mein Bizeps geschrumpft ist, lasse ich mich krankschreiben und bleibe meiner Arbeit fern. Dann trainiere ich sechs Stunden am Stück, ohne Pause.

Nachmittags gehe ich immer um 17 Uhr zum Bodybuilding, wenn am meisten im Fitnessstudio los ist – so kann ich die meisten „Probs“ sammeln. Beim Brusttraining schreie und stöhne ich meist sehr laut, damit alle Anwesenden im Studio zu sehen bekommen, was ich für ein unglaubliches Anabolikamonstrum bin. Manchmal zerreiße ich auch mein T-Shirt nach einem harten Satz Klimmzüge und zwinge anwesende, achtzehnjährige Mädchen an meinem Sixpack zu lecken oder meinen Bizeps zu streicheln. Pure Erotik!

Keine Frage, McFit ist mein zweites zu Hause geworden. Manchmal übernachte ich auch dort in der Umkleide, um nach dem Aufstehen noch einen Kaffee mit den Putzfrauen zu trinken und ihnen Komplimente über meinen Körper zu entlocken. Wir sprechen meist auch über politische Themen, zum Beispiel darüber, wer das nächste Mitglied des Monats im Fitnessstudio wird.

Wie viele Kilogramm drückst du auf der Streckbank?

Das kommt natürlich auf meinen Trainingsstatus an. 120 Kilo drücke ich solange und so oft, bis ich das Gefühl habe, meine Brust explodiert und meine Nippel bluten. Jeder einzelne Muskel muss gerissen sein, vorher höre ich nicht auf Wiederholungen zu pumpen. Meine Adern in den Augen platzen dabei regelmäßig, weshalb ich beim Training immer eine Sonnenbrille trage.

Manchmal kommt es vor, dass ich die 120 Kilo nicht schaffe und mit weniger Gewicht hantieren muss. Für diesen Fall habe ich im Fitnessstudio an der Rezeption ein Paar Styroporgewichte hinterlegt, um meinem Ruf als „the Beast from Koblenz“ nicht zu schaden. Und da ich gerade sowieso schon aus meinem Nähkästchen plaudere: Wenn ich dicke Personen im Fitnessstudio erspähe, schleiche ich mich von hinten an diese heran, werfe sie auf die Erde und stemme sie dann in die Luft, mindestens fünfzehn Mal. Eine beeindruckende Demonstration meiner unglaublichen Power!

BLOODATTACK

Für welchen Eiweißshake würdest du sterben?

Ich bestelle mir dreimal monatlich in Singapur den Shake mit dem unglaublichen Geschmack „Thai-Vagina“. Wenn dieser nicht zu haben ist, greife ich auf Leberwurstshakes zurück.

In der Kraftsport-Szene erzählt man sich, dass BRUTOS BRUTALOZ dich zum Bodybuilding gebracht hat. Wie kam denn nun das Eine zum Anderen?

Ich war in meiner Lieblingsdiscothek „Pflaumenbaum“ in Koblenz, City. Ich bestellte mir eine Cola Zero, ohne Zitrone, aber mit einem Schuss „Fatburner deluxe“. Als ich das Getränk entgegennahm, wurde ich von hinten angestoßen und mein Getränk lief mir über mein neues Ed-Hardy-Shirt. Ich drehte mich sofort um und schlug mit meinem Kopf auf den widerlichen Störenfried ein. Dieser Wutausbruch wurde von mehreren meiner mir stets folgenden Fans via Handy gefilmt und noch am gleichen Abend auf youtube veröffentlicht. Dieses Video hatte nach einem Tag über 200.000 Klicks, unter anderem auch von BRUTOS BRUTALOZ. Er mailte mir und teilte mir mit, dass er mich gerne als Trainingspartner beim Bodybuilding unterstützen wolle. Ich lehnte ab, da dieser schmächtige Knilch nicht meine Trainingsliga ist – ich habe besseres verdient. Dies ist die wahre Geschichte!

Ab welchem Zeitpunkt weiß man, dass man genug gepumpt hat, um „Beast Enough To Stand This Hate“ zu sein?

Zu dem Zeitpunkt, an dem deine Arme dicker sind als dein Kopf. Man kann sich Olivenöl in den Bizeps spritzen, so kommen größere Muckis zustande. Ich spritze mir regelmäßig Olivenöl in den Hoden, damit dieser neben meinen muskulösen Oberschenkeln nicht zu klein aussieht.

Am 11. September findet die Releaseparty von eurem neuen Album, „Rotten Leaders“, statt, welches auf Bastardized Recordings erscheint. Ich habe gehört, dass das Album noch mehr Klimmzüge als das vorherige robbt. Was für Unterschiede siehst du zwischen den beiden Scheiben und was gefällt dir an der Neuen besonders gut?

Die neue Platte sollte etwas Weg vom Metalcore und wieder zurück zum Hardcore. Es befinden sich weiterhin Metalelemente in den Songs, allerdings sind diese „traditioneller“ und aggressiv, nicht mehr „zu schön“ und glatt. Ich glaube, das ist uns gelungen und wir konnten mit Hilfe von Kurt und Sascha vom Tonstudio 45 eine gute Scheibe abliefern. Mittlerweile ist es leider so, dass man Bands kaum noch auseinanderhalten kann, da diese sich immer wieder gleich anhören: Grunz, Kreisch, Breakdown, Solo, cleaner Gesang… Das sind zwar alles Elemente, die wir auch in unseren Songs haben, aber ich behaupte, dass diese dennoch einen besonderen Wiedererkennungswert haben und anders klingen, als die Veröffentlichungen der letzten Jahre. Wir haben es geschafft, die Musik einzuspielen, die wir immer machen wollten. Die Platte erscheint am 24. September!

BLOODATTACK

Die Frage liegt nahe: Wieso seid ihr zu Bastardized gewechselt? Hat das etwa damit etwas zu tun, weil die Betreiber des Labels ausnahmsweise mal keine Ossis sind?

Nein, das hat es nicht! Wir haben bei Sony abgelehnt, da ich Beef mit BUSHIDO habe. Alles über unser Signing kann man auf der Homepage von Bastardized Recordings lesen. Dort gibt es eine extra Rubrik, wo wir ein Statement abliefern. Wir sind uns sicher, dass das die beste Entscheidung in unserer Laufbahn war.

Wieso hast du deine heißen Sadomaso-Masken bei einem eurer Konzerte ins Publikum geworfen?

Weil eine Verlosung stattfand, die ich moderierte. Dies war beim “Celebrating the Moshpit Festival” 2009 in Solingen. Diese Moderation fand zwischen unseren Songs statt. Ich stand leider etwas neben mir. Daher warf ich einem Beatdowngirlie, statt einer Tüte mit Vansklamotten, die Tüte mit all meinen Masken zu. Als ich dies bemerkte, war der Wurstfinger schon über alle Berge. Sehr ärgerlich, eine der Masken hatte mich 100 Euro gekostet.

Mit BLOODATTACK läuft es von Jahr zu Jahr besser. Was tust du dagegen, dass nicht noch mehr von deinen Bandkollegen Vater werden und infolgedessen euer geiler Sprint ausgebremst werden könnte?

Ich bezahle die Kindermädchen ihrer Familien. Somit kann ich meine Bandkollegen zwingen, täglich vier Stunden zu proben, während ich im Fitnessstudio bin.

Welche Band würdest du warum als BLOODATTACK-Support bevorzugen: KICKBACK, EARTH CRISES oder DIE LOKALMATADORE?

Definitiv DIE LOKALMATADORE. Ihre Musik, ihr Kleidungsstil und ihre Attitüde sind fast identisch mit unseren.

Wie geht es mit BLOODATTACK weiter?

Mit den Einnahmen des neuen Albums werde ich mich in den Kosovo absetzen und dort eine Familie gründen. Ich möchte dort 37 Kinder mit 3 Frauen haben: 21 Mädchen, 9 Jungen und 7 Zwitter.

BLOODATTACK

Was kannst du uns über die bisherigen Planungen für das nächste „Full Metal Fortress“ erzählen?

Dies soll im Heimathaus Neuwied im März 2011 stattfinden. Zurzeit muss ich mich voll und ganz auf BLOODATTACK konzentrieren. Die eigentliche Planung wird im Oktober 2010 beginnen, dann gibt es alle News auf myspace.com/fmffestival.

Letzte Worte?

Ich befehle jedem, sich am 11.9.2010 auf unsere Releaseparty ins Dreams Koblenz zu kommen, eine CD zu kaufen, zwei Shirts und eine BLOODATTACKSHORTS. Danke für das Interview, ich muss jetzt los zum Training!

Hanzel, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg beim Pumpen sowie mit dem neuen Album. Ich werde mich nun auch mal besser direkt in dem Fitnessstudio in Bern-Bethlehem anmelden, um die Girls mit meinen baldigen Creatinarmen verrückt machen zu können. Wenn das mal keine guten Aussichten sind…

(Christoph Parkinson)

PS: Ich verabschiede mich hier für eine Woche und fahre auf Klassenfahrt. Bis dann!

+++

BLOODATTACK Releaseparty

Die RICHKIDZ-Clubtour startet: Gewinne Tickets für die erste Party in Dortmund!

24. August 2010

richkidz Clubtour

I.

Nach dem diesjährigen Festival-Auftakt auf dem “Juicy Beats” in Dortmund, beginnt am kommenden Wochenende die RICHKIDZ NRW Clubtour 2010. Ab dem 27. August laden Dave & Co. drei Wochen lang jedes Wochende in die Clubs vier ausgewählter Städte ein. Ein feierwütiges Brett ausgewählter DJs und Live-Acts aus dem RICHKIDZ-Kollektiv, Special Guests sowie einzigartige VJs (u. a. Popupthrash) erwarten euch. Ab 23h öffnen die Herren jeweils die Tore für eine unvergessliche Nacht mit minimalen, mitreißenden bis sphärisch-elektronischen Clubsounds, unvergesslichen Visuals und vielen kleinen Spielereien.

II.

Die erste Party findet in einer der großartigsten Location des Landes statt: Im Royal Bambi in Dortmund. Gewinne auf unserer Seite zwei Tickets und sichere dir damit den Eintritt. Beantworten musst du nur folgende Frage:

Wer ist der Typ, der die Startseite der richkidz-Homepage ziert?

Maile die Antwort bis Freitagmittag (12 Uhr) entweder an info@furiousclarity.de oder poste sie unter diesem Beitrag. Der einfallsreichste Teilnehmer gewinnt.

III.

Hier noch mal die Hardfacts der Clubtour:

FR 27.08 Dortmund // Royal Bambi
Sa 04.09 Köln // Bogen 2
FR 10.09 Paderborn // Cube
SA 11.09 Düsseldorf // St. Pauli Blond

Mit an Bord sind u. a. Martin Books („Maria“//Heinrichs&Hirtenfellner), Manuel Hoy Dia (London „Itch“), Harry (Ruhrpott Local), Jack Dean (NRW Local), Sebastian Klenk (Leipzig to Cologne), Sérgio Cardeal (Portuguese to NRW), Mirza Manetti (Kleine Melodie), David Hasert (Audiohandwerk Cologne), Doppel Mono (OWL Originals), Jean Le Pitch (House King), Ford Luck (BRD Evergreen), Fred Erric (Rhineland), Ricardo Espino (from Spain to GER), RBKT (Ruhrpott United).

- mind the RICHKIDZ –

(Christoph Parkinson empfiehlt!)

NIGHTTIME CREATURE: Photo Shoot/London

23. August 2010

(Christoph Parkinson)

NEIN zur Reitschule-Initiative am 26. September 2010!

17. August 2010

Reitschule bietet mehr!


“Was wäre Bern bloß ohne die REITSCHULE? Auf jeden Fall um den wichtigsten lokalen Treffpunkt und Austragungsort für Alternativkultur ärmer! Dieser Laden ist eine Institution: Kneipe, Restaurant, linker Buchladen, Theater, Konzerthalle, Disco,… Gebäude und Vorplatz strotzen nur so vor Atmosphäre. Ein Besuch lohnt sich fast immer! Die Konservativen Berns haben bislang drei Bürgerabstimmungen inszeniert, um den “Schandfleck” dem Erdboden gleichzumachen. Aber sie scheiterten! Die REITSCHULE ist in Bern für die Meisten unentbehrlich…” (Christoph Parkinson: “‘Usgang in Bern“)

Seitdem ich in Bern wohne, habe ich in der Reitschule einige großartige Konzerte erlebt (ISIS, COPY & PASTE, Reverend Beatman & Band,…), gute Partys erlebt, interessante Vorträge gehört (”Punk in Brasilien…”) oder einfach nur unzählige Male an der Bar gesessen und gute Unterhaltungen geführt. Morgen Abend sehe ich mir im Dachstock PORTUGAL. THE MAN an (Support: GROOMBRIDGE, Beginn 20.30). Und wer weiß, wie oft es mich weiterhin auf dieses Gelände verschlagen wird. Gewiss sehr oft – zumindest wenn die Berner am 26. September die inzwischen fünfte Initiative der SVP mit einem weiteren eindeutigen NEIN abschmettern.

Als Besitzer eines Fremdenausweises der B-Kategorie habe ich kein Wahlrecht. Insofern bleibt mir nichts anderes übrig, als an dieser Stelle an die Vernunft unserer Berner Leser zu appelieren. Denn wie wir alle wissen: Die Reitschule ist unverzichtbar und bietet mehr…

“…mehr Kultur, mehr Kino, mehr Musik, mehr Theater,
mehr Auseinandersetzung für eine bessere Welt und
mehr Utopien sowieso!”

NEIN zur Reitschule-Initiative am 26. September 2010!

Weitere Informationen: http://www.reitschulebietetmehr.ch/

(Christoph Parkinson)

Business, Vernichtung und Blaubeerkuchen…

16. August 2010

Christoph Parkinson

…Nach dem kläglichen Herumgepopse in der Düsseldorfer Milchbar und der damit einhergehenden Veisalgia am nächsten Morgen, drängen mich die Termine aus meinem Bett im richkidz-Bunker. Am frühen Nachmittag steht ein wichtiges Meeting mit Destroy in Köln-Ehrenfeld an. Anderthalb Stunden später stehe ich bei ihm auf der Matte. Das letzte Mal, dass er gesünder als ich ausgesehen hat, liegt mindestens fünf Jahre her. Irgendwie ist das ekelhaft. Es war von vornherein klar, dass mein Urlaub an mir Spuren hinterlassen wird. Aber dass ich dem Crimson Ghost eines Tages ähnlicher sehen würde als es Christian bisher tat, hätte ich nicht zu befürchten gewagt. Wie auch immmer. Während wir uns gegenseitig auf den aktuellen Stand bringen, versuche ich mich mit Becks und Kaffee auf Vordermann zu bringen. Viel Zeit bleibt mir nicht, um meinen Kreislauf anzutreiben. Um 20 Uhr beginnt das Interview auf KölnCampus und bereits eine Dreiviertelstunde vorher will ich im Studio sein. Wir verlegen die Fortführung des Gesprächs auf das nächste Jahr.

Die Räumlichkeiten des Radiosenders befinden sich unter dem Dach des Hauses. Es herrscht eine Tropenhitze. Mir läuft der Schweiß die Stirn hinunter und ich bin mir nicht sicher, ob dies nur eine Folge der hohen Temperatur ist. Die Jungs sind freundlich, die Atmosphäre ist angenehm. Die Sendung “Hellfire Radio” startet und ich habe in den letzten zwei Stunden mindestens zwei Liter Bier getrunken. Dennoch gebe ich mich verhältnismäßig souverän. Ich wünsche mir Songs von HUMAN PONY GIRL und KARATE DISCO, verabschiede mich und fahre mit dem Taxi nach Köln-Kalk in eines der Äther Youth-Lager. Nach den üblichen Ritualen unter Freunden, verlegen wir die Nacht zunächst ins Odonien, um dort Liebe zu machen. Als die Sonne aufgeht, wechseln wir in die Papierfabrik. Nature One-Techno-Fratzen gruseln bei schauerlichen Elektroklängen. Köln schlägt Düsseldorf. Cut.

Montagmorgen landen Holocaust-Gabi und ich mit Ryanair in Skavsta. Nach den Erfahrungen, die ich bei meinen bisherigen Flügen mit dem Billigfluganbieter easyJet gemacht habe, gehe ich davon aus, dass bei Ryanair alles ähnlich entspannt abläuft. Der Flug entpuppt sich jedoch als eine anstrengende Verkaufstour mit stämmigen Stewardessen, zu schmalen Sitzen und stinkenden Sitznachbarn. Die anschließende Busfahrt von Skavsta zum Stockholmer Hauptbahnhof gleicht dagegen einer Wellness-Fahrt.

Christoph Parkinson

Im Hotel können wir erst um 15 Uhr einchecken. Bis dahin laufen wir – trotz Stadtplan – irritiert durch die Innenstadt. Viele Touristen sind unterwegs. Erste Eindrücke werden gesammelt. Schön, schön. Die Erholung flirtet mit der Faszination am Neuen. Abends bewegen wir uns routinierter im Zentrum der Stadt. Auch wenn ich mich aktuell wie Karlsson vom Dach fühle, denkt vermutlich niemand, dass wir aus einem Astrid Lindgren-Roman entsprungen sind, geschweige aus Stockholm stammen. Der festumklammerte, wenn auch zusammengefaltete Stadtplan, passt nicht zu dem Bild eines Einheimischen oder gar zu dem eines kosmopolitischen Vielfliegers.

Die Gassen in Gamla Stan sind in den frühen Abendstunden gefüllt. Der Duft süßer Speisen steigt in meine Nase und ich kann mich nur schwer beherrschen, meine Kronen nicht für schwedische Backwaren auszugeben. Die Architektur vieler Gebäude trägt schwedisches Etikett. Die Lichter der Schiffe erhellen das Wasser. Weit über der Hafeneinfahrt befindet sich die Bar Gondolen, von der man den spektakulärsten Ausblick auf die Stadt haben soll. Als wir oben ankommen, werden die Stühle hochgestellt. Stockholm verlangt den Schönheitsschlaf.

Dienstagmorgen mache ich meinem Ruf alle Ehre und teste das Widerlichste, was das Land an Lebensmitteln zu bieten hat. Ganz weit vorne ist der Monster Energydrink, der meine letzten Geschmacksnerven abtötet und meinen Kreislauf kurzzeitig zum Taumeln bringt. Mehr oder weniger gestärkt beginnen wir die Tagestour im Humlegarden. Die Lars Bohman Gallery ist vom Park nicht weit entfernt. Die Galerie ist bekannt für ihre Mischung aus älteren Bildern und junger schwedischer Kunst. Dummerweise ist sie während unseres Trips geschlossen. Die nächsten Stunden flanieren wir durch die Straßen, trinken literweise Kaffee und ich versuche mit sämtlichen blaubeerigen Esswaren das ständige Hungergefühl zu bekämpfen, welches durch meinen Prader-Willi bedingt ist. Mission failed.

Das Moderna Museet auf der Insel Södermalm ist einer der kulturellen Höhepunkte der Stadt. Neben der aktuellen Ausstellung von Ed Ruscha, werden hier weltberühmte Arbeiten von Andy Warhol, Picasso, Dali, Nici de Saint Phalle und anderen populären Künstlern ausgestellt. Der Abend endet in Södermalm, einem Viertel mit Second Hand-, Klamotten-, Plattenläden, Bars und Fressbuden. Die Liquorstores haben früher geschlossen als gehofft. Ab in die Hotelbar und dort Whisky-Cola zu schweizerischen Preisen trinken.

Christoph Parkinson

Die Zeit vergeht schnell und der vermeintlich letzte Tag bricht an. Als ordentlicher Tourist besucht man den städtischen Naturpark. “Der Skansen ist wunderschön. Ein Freiluftmuseum, mit Eindrücken aus allen Landschaften Schwedens. Außerdem findest du dort auch einen Zoo, der sich rein auf nordische Tiere konzentriert – mit Wölfen, Füchsen, Elchen…” (Bebban Stenborg, SHOUT OUT LOUDS). Mit der einen Hand halte ich mein Blaubeereis, mit der anderen schubse ich die Kinder vor mir weg, um die Tiere besser sehen zu können. Die Rentiere machen am meisten Eindruck auf mich. Am Ende des Besuchs reite ich auf einem Elch und fühle mich wie damals zu der Zeit, als ich noch eine Jahreskarte für den Hagenbeck Zoo hatte, um die Sprache der Tiere zu lernen. Vor der Fahrt ins Hotel bummeln wir ein letztes Mal durch Södermalm. Das schwedische Nightlife interessiert nicht.

Aufstehen um 2 Uhr 30. Vier Stunden später erfahren wir am Flughafen Skavsta, dass wir erst den Flug in 24 Stunden nehmen können. Stille. Unsere Gelassenheit mag den Personen hinter uns unheimlich vorkommen. Also doch Vielflieger. Draußen regnet es, wir buchen ein Zimmer im nebenan liegenden Connect Hotel. Freitagmorgen landen wir am Flughafen Hahn und ziehen abends weiter nach Köln auf den 33sten von Boris und Judith. Um den Urlaubsrapport nicht ausufern zu lassen, ende ich die Tage mit dem letzten Highlight dieser Zeit: BAZOOKA ZIRKUS und KOTZREIZ in der Little Lounge in Neuwied…

(Christoph Parkinson)

Ask me Anything

14. August 2010

Idee vom Like Blog geklaut.

Bitte sehr.

Ich bin wieder da.

13. August 2010

Destroy

Heissa ist da viel passiert in meinem Leben und irgendwie reißt es dann ein. Habe hier ewig nix Richtiges von mir gegeben und mich ausschließlich um meine Freelancerbräune und the Good Life gekümmert. Wer mich kennt weiß, dass ich damit voll ausgelastet bin. Die Tage meiner Selbstständigkeit sind nun gezählt, doch bevor ich drohte in den Harzt IV-Sumpf abzurutschen wurde ich im Sixpack als neuer Sélecteur gecastet. Dort stehe ich seit Juni jeden Freitag und Samstag die ganze Nacht.

Nebenbei habe ich mich entschlossen in meinem biblischen Alter ein Studium der Medienwissenschaften an der Uni Köln zum Wintersemester anzufangen, wat freu ich mich auf das Rumgeknutsche auf den Erstemesterpartys. Designjobs zur Auffrischung der Haushaltskasse werden aber weiterhin angenommen. Als wäre das nicht genug, arbeite ich seit Ende letzten Monats Vollzeit in einer Kölner Agentur, das heißt mit Sixpack 7-Tage-Woche, neudeutsch: Dink – double income – no kids.

Obwohl ich mir mit “No Kids” nicht sicher bin, ich habe langsam den Eindruck, dass die jungen Biester tatsächlich die “Pille danach” und nicht die “davor” als Verhütungsmittel benutzen. Die 7-Tage-Woche ziehe ich auch bloß als Selbstkasteiung und zur Auffrischung meiner Kasse bis zum Studienbeginn im Oktober durch, weil ich jetzt wirklich seit Februar 2009 bis zu diesem Sommer im Prinzip besoffen war.

CBGBs
CBGBs

Sixpack
Sixpack

Der Job im Sixpack macht mir, aufgrund des Ladens und der Mannschaft, Spaß, auch wenn ich natürlich lieber besoffen drin rumstolpern würde als draußen zu stehen. Weil ich aber so ein cooles Kerlchen bin, gibt’s überwiegend Lob von Girls UND Boys. Klar, die üblichen Spinner (vom Jurastudenten der seine Rechte kennt bis zum russischen Hool) haste halt immer mal vor der Tür, aber wir sind ja keine Ringdisco und somit hält sich auch das in Grenzen. Stelle mir manchmal einfach vor, ich sei Brendan Rafferty vorm CBGBs. Oder der Lange Tünn.

In letzter Zeit beschlich mich daher auch des Öfteren die Lust mal wieder auf ein Hardcorekonzert zu gehen. Im Prinzip suche ich solche Veranstaltungen nur noch auf, um Freunde zu treffen oder Bands zu sehen, in denen Freunde spielen. Letzte Woche Montag waren wir dann mit unserer kleinen Konzertgruppe, bestehend aus Tobias Scheiße, Boris (Toxo) und Ron Hammerhead, alle samt Anhang bei den CRO-MAGS im MTC. Das Ganze war so ‘ne Art Klassentreffen der rheinländischen Szene. Es war wirklich kein Typ unter 25, beziehungweise wenn wir ehrlich sind unter 30, dort. War aber nicht schlimm, die Hälfte kannte ich zumindest vom sehen, seit ich in Köln konzertmäßig unterwegs bin. Simon Gosejohann schlich auch durch die Gegend und ich hatte kurz Angst, dass gleich der dicke Elton auch noch ums Eck lurt; war aber zum Glück nicht so. Dafür muss man sagen, dass die Girls inzwischen viel hübscher als “damals”. Da gab’s eigentlich gar keine, höchstens mal so ‘ne dicke Reeneebraut. Bei den sogenannten Metalcore-Shows ist das glaube ich schon immer Usus gewesen, bei Hardcore und Punk noch nicht sooo lange.

Mit Harley
CRO-MAGS (mit Harley)

CRO-MAGS spielten kurz, haben ja im Prinzip auch nur eine Platte und ein paar BAD BRAINS-Songs im Gepäck (Harley war natürlich nicht dabei, dafür gab’s SICK OF IT ALL und LEEWAY Unterstützung). Hat Spaß gemacht, danach noch was mit Basti von GOLGATHA/IRON SKULL gequatscht und dann mit Ron und Yassi Richtung Ehrenfeld gelatscht.


CRO-MAGS im MTC

Am Samstag spielten 7 SECONDS im Underground und ich war gerade wieder in Stimmung, man muss ja bedenken, dass dieses kurze Zeitfenster samstags zwischen 8 Uhr morgens und 0 Uhr abends, also zwischen den Sixpack-Schichten, minus schlafen, mein Wochenende ist. Wir waren im Prinzip mit der selben Truppe wie bei CRO-MAGS unterwegs und das Konzert war wesentlich besser besucht, was wohl auch am Wochentag lag. Der Biergarten war schon brechend voll und auch drin sah es nicht anders aus. Obwohl mir Boris noch erzählte, dass es wohl mittwochs bei CRO-MAGS in HH richtig rund ging. Na ja, man trifft die üblichen Nasen, SmallTalk, Shake Hands und rein geht’s. Konzert war spitze. So Amibands sind halt einfach ne Bank, da ist nix mit Verspielen und Besoffen sein und so. Kevin Seconds hatte auch offensichtlich ‘ne gute Zeit. Im Ansagen machen zwischen den Songs hat er sich seit 25 Jahren nix neues überlegt, warum auch, die Leute feiern es ab. Nebenbei gesagt, haben Tobias und ich festgestellt, dass wir uns “Ami-Schwule” so vorstellen wie Kevin Seconds aussah, also, relativ dick, Glatze, Gesichtsfotze, ärmelloses Shirt und dann noch ‘n Brilli im fleischigen Ohr (okay, hatte der jetzt glaube ich nicht), so ein Bear halt.


7 Seconds im UG – schlechte Qualität, gute Laune

Nach dem Konzert musste ich mich leider noch kurz erregen, da mir der kleine kabelarmige Sänger von TSH, denen ich bisher immer wohlgesonnen war, schwer auf die Eier geht. Der Junge weiß einfach nicht, was gut für ihn ist und ist jetzt wirklich zweimal haarscharf einer Tracht Prügel entgangen. Kann er froh sein, dass ich im UG nüchtern war, sonst hätte ich ihm an Ort und Stelle den Arsch versohlt.

Misery
Misery Obscura

Zum Schluss noch kurz zwei Buchtipps: Einmal Misery Obscura von Eerie Von, Fotograph und bester Freund der MISFITS, Bassist von SAMHAIN und DANZIG bis zur vierten Scheibe. Der Typ öffnet sein Privatarchiv und ich kann nur sagen, dass dieses Buch eines jeden Fiends feuchter Traum ist. Es beginnt bei den Highschooltagen und endet im Stadion mit METALLICA und Konsorten. Ganz groß und ganz tolle Fotos, die bisher noch nirgends veröffentlicht wurden. Dazu eben von Eerie alles erklärt, bisher erfuhr ich hier zwischen den Zeilen am meisten sowohl über die MISFITS-Auflösung, als auch über den Break nach dem vierten DANZIG-Album. Toll!

T&G
Touch and Go

Das zweite Buch ist die komplette Sammlung der Touch and Go-Fanzines in einem fetten Wälzer. Was Tesco Vee (Meatmen) hier 1979 in Michigan gestartet hat ist auch mehr als bemerkenswert. Hier ist alles drin was Rang und Namen hat, von East Coast bis West Coast und hier stimmt auch alles. Ausserdem wurde natürlich die eigene Szene on the map gebracht, NEGATIVE APPROACH, NECROS, FIX, you name it.

Da ich grade keine Lust mehr habe, hier zwei meiner Meinung nach repräsentative Reviews:

Misery Obscura

Touch and Go

In diesem Sinne, Happy Friday 13th und bis später im Sixpack.

Destroy!

Kein weiteres NEUROSIS-Plagiat: “Commissioner” von UNHOLD…

12. August 2010

Die Berner UNHOLD spielten Ende letzten Jahres im ISC in Bern. Die Aufnahmen für das neue Video “Commissioner” sind während dieser Show entstanden. Im November kommen die Jungs auf Tour und betreten Bühnen in Tschechien, Deutschland, Österreich und gewiss auch in der Schweiz. Nähere Informationen folgen.

(Christoph Parkinson)