Archiv für die Kategorie ‘Stories & Berichte’

Minus Rockcity Meppen: Rockpalast vs. SHOCKING FREAKS!

Montag, 09. Januar 2012

Shocking Freaks (by Bernd CRK-Fanzine)

“Ein Blog über stromverstärkte Gitarrenmusik in der Provinz: Bands, Konzerte, Locations, Firlefanz… damals und heute!”

Bernd vom Corporate Rock Knockout-Fanzine hat einen neuen Blog eröffnet: minusrockcity.blogspot.com. Sehr amüsant ist, dass er das legendäre Konzert der SHOCKING FREAKS im Rockpalast Ende 1997 miterlebt hat und die Geschehnisse, von denen ich im Ox Fanzine Nr. 97 berichtet habe (”Aus dem Rheinland in die Welt: Auf den Bühnen mit THE SHOCKING FREAKS Pt. II”), bestätigen kann. Meinen Text sowie seine Stellungnahme sind nun auf dieser neuen Seite zu finden (Direktlink: hier). Besonders hervorheben möchte ich seine detailgetreue Zeichnung von unserem etwa fünfminütigen Auftritt. Was für ein unvergesslicher Abend, der anscheinend nicht nur mein späteres Leben prägen sollte…

(Christoph Parkinson)

Das Drachenmädchen ist tot, es lebe Myruin.de!

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Christoph Parkinson

Wie an anderer Stelle bereits geschrieben, gehörte das DRACHENMÄDCHEN-Fanzine zu meinen Favoriten der deutschsprachigen Fanzinelandschaft. Das Heft gibt es leider seit geraumer Zeit nicht mehr, aber immerhin arbeitet dessen Kopf, Rosi, inzwischen an einem Ausbau der Internetpräsenz.

Es ist mir eine Freude, dort nun als Gastschreiber sporadisch aktiv zu werden. Reinschauen lohnt sich aber nicht nur bei den Gastbeiträgen, sondern auch sonst: http://myruin.de/.

(Christoph Parkinson)

Self Preserved While the Bodies Float Up: OCEANSIZE in Bern!

Donnerstag, 02. Dezember 2010

OCEANSIZE

OCEANSIZE, THE VESSELS
02.11.10 ISC, Bern

Too crowded! Die meisten Besucher stehen bereits während des Auftritts von THE VESSELS so dicht aneinandergedrückt, dass es stört. Die fünf Typen aus Leeds ernten mehr Applaus als später OCEANSIZE. Das soll einer mal verstehen. Die Band besteht durchweg aus sehr guten Musikern, die allesamt wie halbsubversive Musikschullehrer aussehen, und sich dem sphärischen, instrumentalen Post-Rock verschrieben haben. MOGWAI ohne Hits braucht doch eigentlich niemand, oder? Die Mitglieder von OCEANSIZE stammen übrigens tatsächlich alle von der Musikhochschule. Sie sind mit ihrem vierten Album auf Tour und machen im deutschsprachigen Bereich die Visions-Leser glücklich. Indie-, Progressive- sowie Post-Rockeinflüsse in Form von zum Teil acht-minütigen Songs machen es zwischendurch nicht allen leicht. Wer die Alben von den Manchestern kennt, kann sich denken, dass dennoch einige Hits gespielt werden. Ein gutes, wenn auch eher schwer verdauliches Konzert!

(Christoph Parkinson)

Massenauflauf in Bern: Das Abstimmungsfest am 18.09. in und vor der Reitschule

Sonntag, 19. September 2010

Reitschule Bern

Auf dem Vorplatz der Reitschule steppt um Mitternacht der Bär. Die Tickets, die im Vorverkauf erhältlich gewesen sind, gehen schneller weg als man “SVP? Ach nee!” sagen kann. Auch die zweihundert Karten an der Abendkasse verpuffen aufgrund einer unglaublichen Nachfrage innerhalb von wenigen Minuten.

Im Dachstock findet seit 22 Uhr das Abstimmungsfest “Reitschule bietet mehr” mit TOMAZOBI, THE MONSTERS, MANI PORNO, BAZE und vielen anderen statt. Auch das Sous le Pont und das TOJO-Theater platzen aus allen Nähten. Das Thekenpersonal an der Bar auf dem Vorplatz stößt an seine Grenzen. Bereits um ein Uhr gibt es draußen keine Getränke mehr.

Acht Tage vor der Abstimmung der “Anti-Reitschule-Initiative” gehen die Berner auf die Straßen, um ihre Solidarität mit diesem einzigartigen Ort zu bekunden. Wenn alle Sympathisanten nächsten Sonntag wählen gehen, sollte der Plan von der SVP ein weiteres Mal mit einem gewaltigen “Nein!” durchkreuzt werden.

Die Stimmung ist fabelhaft. Lange herrschte hier nicht mehr ein solches Treiben in dieser Größenordnung. Selbst die Kneipen in der Umgebung sind voll. Um den Alkoholpegel halten oder steigern zu können, weichen viele aus, die sich keinen Eintritt mehr in die Reitschule verschaffen können. Die “IndieZone”-Party im ISC ist vermutlich aus diesem Grund ebenfalls ausverkauft, weshalb sich ein Gang ins Lorrainequartier anbietet. Der Stadtteil hat fatalerweise seine Kantsteine hochgeklappt. Die Bewohner sind alle ausgeflogen und dem Ruf der Reitschule gefolgt: Das Du Nord hat geschlossen. Das Café Kairo hat geschlossen. Die Brasserie Lorraine hat geschlossen. Trost gibt ein türkisches Lokal, in dem noch Bier und Börek verkauft werden.

Um zwei Uhr erhält man im ISC wieder Einlass. Der Club feiert in diesem Jahr seinen 40sten Geburtstag. Happy Birthday auch von uns! Die Sängerin von THE MONOFONES legt die üblichen Indieperlen auf. Viele Typen tanzen um eine verhältnismäßig geringe Anzahl von Frauen tollpatschig herum. Das Publikum ist an diesem Abend überwiegend jung und uninteressant. Jeder, der etwas auf sich hält und sich früh genug um Tickets gekümmert hat, ist in der Reitschule. Schließlich ist dieser Ort unverzichtbar und bietet mehr…


“…mehr Kultur, mehr Kino, mehr Musik, mehr Theater,
mehr Auseinandersetzung für eine bessere Welt und
mehr Utopien sowieso!”

Also:
NEIN zur Reitschule-Initiative am 26. September 2010!

Wir sehen uns beim Brunch.

(Christoph Parkinson)

Kristalle auf der Zunge, güldene Klänge im Ohr: BAZOOKA ZIRKUS, KOTZREIZ & DUDIKOFFS in der Little Lounge in Neuwied!

Dienstag, 07. September 2010

Bazooka Zirkus

Neuwied, 07. August. In der Schloßstrasse tummeln sich über 30 junge Punker mit Stacheln, Irokesen und einer Kiste Hans-A-Bier. Wie ein Rudel an Welpen toben sie vor der Little Lounge umher, beißen sich in den Nacken und hinterlassen kleine Küttel. Die Stadt erstrahlt in neuem Glanze. Draußen wird getrunken und fabuliert. Drinnen spielen THE DUDIKOFFS aus Berlin ein ansprechendes Punk-Hardcore-Set. Frühe Konzertbeginne können tödlich sein, und das ganz unabhäbgig von der Qualität und der Spielfreude der Band. So etwas ist immer wieder bedauerlich, aber kurzfristig selten zu vermeiden.

“Hallo, wir sind BLOODATTACK“. Der Startschuss der BAZOOKA ZIRKUS-Show wird immerhin von etwas mehr Zuschauern erwartungsvoll mitverfolgt. Unterhaltsame Ansagen, gute Posen, noch bessere Songs. Der äußerst stattliche erste Auftritt der Band, der im April in Höhr-Grenzhausen stattgefunden hat, wird getoppt. Ungeduldig dürfen wir abwarten, was uns diese Band noch an Überraschungen bringen wird. Die erste Überraschung tritt etwa nach der Hälfte der gespielten Songs ein: Die Zwischentür geht auf und der Raum füllt sich schlagartig mit dem pogofreudigen, juvenilen und herzlich dankbaren Punkerrudel von draußen. Beste Konzertstimmung seit langem. Zugaben. Geil!

KOTZREIZ aus der Bundeshauptstadt erwartet ein ähnlich betrübendes Schicksal, wie ihren Freunden von THE DUDIKOFFS. Der einstige Pogomob liegt draußen erschöpft auf dem Kantstein, die anderen Besucher reden sich fest und vergessen die nicht weniger wichtige, letzte Band mit dem exzellenten Namen. Unter etwas anderen Umständen, wäre auch deren Auftritt eine Wucht geworden… Wie es sich für so einen Abend gehört, beendet die Neuwieder Polizei den Spaß und kehrt die Schloßstrasse leer. Auf viele weitere Shows in der Little Lounge – 2011 wird Neuwied zurückerobert!

(Christoph Parkinson)

Business, Vernichtung und Blaubeerkuchen…

Montag, 16. August 2010

Christoph Parkinson

…Nach dem kläglichen Herumgepopse in der Düsseldorfer Milchbar und der damit einhergehenden Veisalgia am nächsten Morgen, drängen mich die Termine aus meinem Bett im richkidz-Bunker. Am frühen Nachmittag steht ein wichtiges Meeting mit Destroy in Köln-Ehrenfeld an. Anderthalb Stunden später stehe ich bei ihm auf der Matte. Das letzte Mal, dass er gesünder als ich ausgesehen hat, liegt mindestens fünf Jahre her. Irgendwie ist das ekelhaft. Es war von vornherein klar, dass mein Urlaub an mir Spuren hinterlassen wird. Aber dass ich dem Crimson Ghost eines Tages ähnlicher sehen würde als es Christian bisher tat, hätte ich nicht zu befürchten gewagt. Wie auch immmer. Während wir uns gegenseitig auf den aktuellen Stand bringen, versuche ich mich mit Becks und Kaffee auf Vordermann zu bringen. Viel Zeit bleibt mir nicht, um meinen Kreislauf anzutreiben. Um 20 Uhr beginnt das Interview auf KölnCampus und bereits eine Dreiviertelstunde vorher will ich im Studio sein. Wir verlegen die Fortführung des Gesprächs auf das nächste Jahr.

Die Räumlichkeiten des Radiosenders befinden sich unter dem Dach des Hauses. Es herrscht eine Tropenhitze. Mir läuft der Schweiß die Stirn hinunter und ich bin mir nicht sicher, ob dies nur eine Folge der hohen Temperatur ist. Die Jungs sind freundlich, die Atmosphäre ist angenehm. Die Sendung “Hellfire Radio” startet und ich habe in den letzten zwei Stunden mindestens zwei Liter Bier getrunken. Dennoch gebe ich mich verhältnismäßig souverän. Ich wünsche mir Songs von HUMAN PONY GIRL und KARATE DISCO, verabschiede mich und fahre mit dem Taxi nach Köln-Kalk in eines der Äther Youth-Lager. Nach den üblichen Ritualen unter Freunden, verlegen wir die Nacht zunächst ins Odonien, um dort Liebe zu machen. Als die Sonne aufgeht, wechseln wir in die Papierfabrik. Nature One-Techno-Fratzen gruseln bei schauerlichen Elektroklängen. Köln schlägt Düsseldorf. Cut.

Montagmorgen landen Holocaust-Gabi und ich mit Ryanair in Skavsta. Nach den Erfahrungen, die ich bei meinen bisherigen Flügen mit dem Billigfluganbieter easyJet gemacht habe, gehe ich davon aus, dass bei Ryanair alles ähnlich entspannt abläuft. Der Flug entpuppt sich jedoch als eine anstrengende Verkaufstour mit stämmigen Stewardessen, zu schmalen Sitzen und stinkenden Sitznachbarn. Die anschließende Busfahrt von Skavsta zum Stockholmer Hauptbahnhof gleicht dagegen einer Wellness-Fahrt.

Christoph Parkinson

Im Hotel können wir erst um 15 Uhr einchecken. Bis dahin laufen wir – trotz Stadtplan – irritiert durch die Innenstadt. Viele Touristen sind unterwegs. Erste Eindrücke werden gesammelt. Schön, schön. Die Erholung flirtet mit der Faszination am Neuen. Abends bewegen wir uns routinierter im Zentrum der Stadt. Auch wenn ich mich aktuell wie Karlsson vom Dach fühle, denkt vermutlich niemand, dass wir aus einem Astrid Lindgren-Roman entsprungen sind, geschweige aus Stockholm stammen. Der festumklammerte, wenn auch zusammengefaltete Stadtplan, passt nicht zu dem Bild eines Einheimischen oder gar zu dem eines kosmopolitischen Vielfliegers.

Die Gassen in Gamla Stan sind in den frühen Abendstunden gefüllt. Der Duft süßer Speisen steigt in meine Nase und ich kann mich nur schwer beherrschen, meine Kronen nicht für schwedische Backwaren auszugeben. Die Architektur vieler Gebäude trägt schwedisches Etikett. Die Lichter der Schiffe erhellen das Wasser. Weit über der Hafeneinfahrt befindet sich die Bar Gondolen, von der man den spektakulärsten Ausblick auf die Stadt haben soll. Als wir oben ankommen, werden die Stühle hochgestellt. Stockholm verlangt den Schönheitsschlaf.

Dienstagmorgen mache ich meinem Ruf alle Ehre und teste das Widerlichste, was das Land an Lebensmitteln zu bieten hat. Ganz weit vorne ist der Monster Energydrink, der meine letzten Geschmacksnerven abtötet und meinen Kreislauf kurzzeitig zum Taumeln bringt. Mehr oder weniger gestärkt beginnen wir die Tagestour im Humlegarden. Die Lars Bohman Gallery ist vom Park nicht weit entfernt. Die Galerie ist bekannt für ihre Mischung aus älteren Bildern und junger schwedischer Kunst. Dummerweise ist sie während unseres Trips geschlossen. Die nächsten Stunden flanieren wir durch die Straßen, trinken literweise Kaffee und ich versuche mit sämtlichen blaubeerigen Esswaren das ständige Hungergefühl zu bekämpfen, welches durch meinen Prader-Willi bedingt ist. Mission failed.

Das Moderna Museet auf der Insel Södermalm ist einer der kulturellen Höhepunkte der Stadt. Neben der aktuellen Ausstellung von Ed Ruscha, werden hier weltberühmte Arbeiten von Andy Warhol, Picasso, Dali, Nici de Saint Phalle und anderen populären Künstlern ausgestellt. Der Abend endet in Södermalm, einem Viertel mit Second Hand-, Klamotten-, Plattenläden, Bars und Fressbuden. Die Liquorstores haben früher geschlossen als gehofft. Ab in die Hotelbar und dort Whisky-Cola zu schweizerischen Preisen trinken.

Christoph Parkinson

Die Zeit vergeht schnell und der vermeintlich letzte Tag bricht an. Als ordentlicher Tourist besucht man den städtischen Naturpark. “Der Skansen ist wunderschön. Ein Freiluftmuseum, mit Eindrücken aus allen Landschaften Schwedens. Außerdem findest du dort auch einen Zoo, der sich rein auf nordische Tiere konzentriert – mit Wölfen, Füchsen, Elchen…” (Bebban Stenborg, SHOUT OUT LOUDS). Mit der einen Hand halte ich mein Blaubeereis, mit der anderen schubse ich die Kinder vor mir weg, um die Tiere besser sehen zu können. Die Rentiere machen am meisten Eindruck auf mich. Am Ende des Besuchs reite ich auf einem Elch und fühle mich wie damals zu der Zeit, als ich noch eine Jahreskarte für den Hagenbeck Zoo hatte, um die Sprache der Tiere zu lernen. Vor der Fahrt ins Hotel bummeln wir ein letztes Mal durch Södermalm. Das schwedische Nightlife interessiert nicht.

Aufstehen um 2 Uhr 30. Vier Stunden später erfahren wir am Flughafen Skavsta, dass wir erst den Flug in 24 Stunden nehmen können. Stille. Unsere Gelassenheit mag den Personen hinter uns unheimlich vorkommen. Also doch Vielflieger. Draußen regnet es, wir buchen ein Zimmer im nebenan liegenden Connect Hotel. Freitagmorgen landen wir am Flughafen Hahn und ziehen abends weiter nach Köln auf den 33sten von Boris und Judith. Um den Urlaubsrapport nicht ausufern zu lassen, ende ich die Tage mit dem letzten Highlight dieser Zeit: BAZOOKA ZIRKUS und KOTZREIZ in der Little Lounge in Neuwied…

(Christoph Parkinson)

Ich bin wieder da.

Freitag, 13. August 2010

Destroy

Heissa ist da viel passiert in meinem Leben und irgendwie reißt es dann ein. Habe hier ewig nix Richtiges von mir gegeben und mich ausschließlich um meine Freelancerbräune und the Good Life gekümmert. Wer mich kennt weiß, dass ich damit voll ausgelastet bin. Die Tage meiner Selbstständigkeit sind nun gezählt, doch bevor ich drohte in den Harzt IV-Sumpf abzurutschen wurde ich im Sixpack als neuer Sélecteur gecastet. Dort stehe ich seit Juni jeden Freitag und Samstag die ganze Nacht.

Nebenbei habe ich mich entschlossen in meinem biblischen Alter ein Studium der Medienwissenschaften an der Uni Köln zum Wintersemester anzufangen, wat freu ich mich auf das Rumgeknutsche auf den Erstemesterpartys. Designjobs zur Auffrischung der Haushaltskasse werden aber weiterhin angenommen. Als wäre das nicht genug, arbeite ich seit Ende letzten Monats Vollzeit in einer Kölner Agentur, das heißt mit Sixpack 7-Tage-Woche, neudeutsch: Dink – double income – no kids.

Obwohl ich mir mit “No Kids” nicht sicher bin, ich habe langsam den Eindruck, dass die jungen Biester tatsächlich die “Pille danach” und nicht die “davor” als Verhütungsmittel benutzen. Die 7-Tage-Woche ziehe ich auch bloß als Selbstkasteiung und zur Auffrischung meiner Kasse bis zum Studienbeginn im Oktober durch, weil ich jetzt wirklich seit Februar 2009 bis zu diesem Sommer im Prinzip besoffen war.

CBGBs
CBGBs

Sixpack
Sixpack

Der Job im Sixpack macht mir, aufgrund des Ladens und der Mannschaft, Spaß, auch wenn ich natürlich lieber besoffen drin rumstolpern würde als draußen zu stehen. Weil ich aber so ein cooles Kerlchen bin, gibt’s überwiegend Lob von Girls UND Boys. Klar, die üblichen Spinner (vom Jurastudenten der seine Rechte kennt bis zum russischen Hool) haste halt immer mal vor der Tür, aber wir sind ja keine Ringdisco und somit hält sich auch das in Grenzen. Stelle mir manchmal einfach vor, ich sei Brendan Rafferty vorm CBGBs. Oder der Lange Tünn.

In letzter Zeit beschlich mich daher auch des Öfteren die Lust mal wieder auf ein Hardcorekonzert zu gehen. Im Prinzip suche ich solche Veranstaltungen nur noch auf, um Freunde zu treffen oder Bands zu sehen, in denen Freunde spielen. Letzte Woche Montag waren wir dann mit unserer kleinen Konzertgruppe, bestehend aus Tobias Scheiße, Boris (Toxo) und Ron Hammerhead, alle samt Anhang bei den CRO-MAGS im MTC. Das Ganze war so ‘ne Art Klassentreffen der rheinländischen Szene. Es war wirklich kein Typ unter 25, beziehungweise wenn wir ehrlich sind unter 30, dort. War aber nicht schlimm, die Hälfte kannte ich zumindest vom sehen, seit ich in Köln konzertmäßig unterwegs bin. Simon Gosejohann schlich auch durch die Gegend und ich hatte kurz Angst, dass gleich der dicke Elton auch noch ums Eck lurt; war aber zum Glück nicht so. Dafür muss man sagen, dass die Girls inzwischen viel hübscher als “damals”. Da gab’s eigentlich gar keine, höchstens mal so ‘ne dicke Reeneebraut. Bei den sogenannten Metalcore-Shows ist das glaube ich schon immer Usus gewesen, bei Hardcore und Punk noch nicht sooo lange.

Mit Harley
CRO-MAGS (mit Harley)

CRO-MAGS spielten kurz, haben ja im Prinzip auch nur eine Platte und ein paar BAD BRAINS-Songs im Gepäck (Harley war natürlich nicht dabei, dafür gab’s SICK OF IT ALL und LEEWAY Unterstützung). Hat Spaß gemacht, danach noch was mit Basti von GOLGATHA/IRON SKULL gequatscht und dann mit Ron und Yassi Richtung Ehrenfeld gelatscht.


CRO-MAGS im MTC

Am Samstag spielten 7 SECONDS im Underground und ich war gerade wieder in Stimmung, man muss ja bedenken, dass dieses kurze Zeitfenster samstags zwischen 8 Uhr morgens und 0 Uhr abends, also zwischen den Sixpack-Schichten, minus schlafen, mein Wochenende ist. Wir waren im Prinzip mit der selben Truppe wie bei CRO-MAGS unterwegs und das Konzert war wesentlich besser besucht, was wohl auch am Wochentag lag. Der Biergarten war schon brechend voll und auch drin sah es nicht anders aus. Obwohl mir Boris noch erzählte, dass es wohl mittwochs bei CRO-MAGS in HH richtig rund ging. Na ja, man trifft die üblichen Nasen, SmallTalk, Shake Hands und rein geht’s. Konzert war spitze. So Amibands sind halt einfach ne Bank, da ist nix mit Verspielen und Besoffen sein und so. Kevin Seconds hatte auch offensichtlich ‘ne gute Zeit. Im Ansagen machen zwischen den Songs hat er sich seit 25 Jahren nix neues überlegt, warum auch, die Leute feiern es ab. Nebenbei gesagt, haben Tobias und ich festgestellt, dass wir uns “Ami-Schwule” so vorstellen wie Kevin Seconds aussah, also, relativ dick, Glatze, Gesichtsfotze, ärmelloses Shirt und dann noch ‘n Brilli im fleischigen Ohr (okay, hatte der jetzt glaube ich nicht), so ein Bear halt.


7 Seconds im UG – schlechte Qualität, gute Laune

Nach dem Konzert musste ich mich leider noch kurz erregen, da mir der kleine kabelarmige Sänger von TSH, denen ich bisher immer wohlgesonnen war, schwer auf die Eier geht. Der Junge weiß einfach nicht, was gut für ihn ist und ist jetzt wirklich zweimal haarscharf einer Tracht Prügel entgangen. Kann er froh sein, dass ich im UG nüchtern war, sonst hätte ich ihm an Ort und Stelle den Arsch versohlt.

Misery
Misery Obscura

Zum Schluss noch kurz zwei Buchtipps: Einmal Misery Obscura von Eerie Von, Fotograph und bester Freund der MISFITS, Bassist von SAMHAIN und DANZIG bis zur vierten Scheibe. Der Typ öffnet sein Privatarchiv und ich kann nur sagen, dass dieses Buch eines jeden Fiends feuchter Traum ist. Es beginnt bei den Highschooltagen und endet im Stadion mit METALLICA und Konsorten. Ganz groß und ganz tolle Fotos, die bisher noch nirgends veröffentlicht wurden. Dazu eben von Eerie alles erklärt, bisher erfuhr ich hier zwischen den Zeilen am meisten sowohl über die MISFITS-Auflösung, als auch über den Break nach dem vierten DANZIG-Album. Toll!

T&G
Touch and Go

Das zweite Buch ist die komplette Sammlung der Touch and Go-Fanzines in einem fetten Wälzer. Was Tesco Vee (Meatmen) hier 1979 in Michigan gestartet hat ist auch mehr als bemerkenswert. Hier ist alles drin was Rang und Namen hat, von East Coast bis West Coast und hier stimmt auch alles. Ausserdem wurde natürlich die eigene Szene on the map gebracht, NEGATIVE APPROACH, NECROS, FIX, you name it.

Da ich grade keine Lust mehr habe, hier zwei meiner Meinung nach repräsentative Reviews:

Misery Obscura

Touch and Go

In diesem Sinne, Happy Friday 13th und bis später im Sixpack.

Destroy!