Ask me Anything

14. August 2010

Idee vom Like Blog geklaut.

Bitte sehr.

Ich bin wieder da.

13. August 2010

Destroy

Heissa ist da viel passiert in meinem Leben und irgendwie reißt es dann ein. Habe hier ewig nix Richtiges von mir gegeben und mich ausschließlich um meine Freelancerbräune und the Good Life gekümmert. Wer mich kennt weiß, dass ich damit voll ausgelastet bin. Die Tage meiner Selbstständigkeit sind nun gezählt, doch bevor ich drohte in den Harzt IV-Sumpf abzurutschen wurde ich im Sixpack als neuer Sélecteur gecastet. Dort stehe ich seit Juni jeden Freitag und Samstag die ganze Nacht.

Nebenbei habe ich mich entschlossen in meinem biblischen Alter ein Studium der Medienwissenschaften an der Uni Köln zum Wintersemester anzufangen, wat freu ich mich auf das Rumgeknutsche auf den Erstemesterpartys. Designjobs zur Auffrischung der Haushaltskasse werden aber weiterhin angenommen. Als wäre das nicht genug, arbeite ich seit Ende letzten Monats Vollzeit in einer Kölner Agentur, das heißt mit Sixpack 7-Tage-Woche, neudeutsch: Dink – double income – no kids.

Obwohl ich mir mit “No Kids” nicht sicher bin, ich habe langsam den Eindruck, dass die jungen Biester tatsächlich die “Pille danach” und nicht die “davor” als Verhütungsmittel benutzen. Die 7-Tage-Woche ziehe ich auch bloß als Selbstkasteiung und zur Auffrischung meiner Kasse bis zum Studienbeginn im Oktober durch, weil ich jetzt wirklich seit Februar 2009 bis zu diesem Sommer im Prinzip besoffen war.

CBGBs
CBGBs

Sixpack
Sixpack

Der Job im Sixpack macht mir, aufgrund des Ladens und der Mannschaft, Spaß, auch wenn ich natürlich lieber besoffen drin rumstolpern würde als draußen zu stehen. Weil ich aber so ein cooles Kerlchen bin, gibt’s überwiegend Lob von Girls UND Boys. Klar, die üblichen Spinner (vom Jurastudenten der seine Rechte kennt bis zum russischen Hool) haste halt immer mal vor der Tür, aber wir sind ja keine Ringdisco und somit hält sich auch das in Grenzen. Stelle mir manchmal einfach vor, ich sei Brendan Rafferty vorm CBGBs. Oder der Lange Tünn.

In letzter Zeit beschlich mich daher auch des Öfteren die Lust mal wieder auf ein Hardcorekonzert zu gehen. Im Prinzip suche ich solche Veranstaltungen nur noch auf, um Freunde zu treffen oder Bands zu sehen, in denen Freunde spielen. Letzte Woche Montag waren wir dann mit unserer kleinen Konzertgruppe, bestehend aus Tobias Scheiße, Boris (Toxo) und Ron Hammerhead, alle samt Anhang bei den CRO-MAGS im MTC. Das Ganze war so ‘ne Art Klassentreffen der rheinländischen Szene. Es war wirklich kein Typ unter 25, beziehungweise wenn wir ehrlich sind unter 30, dort. War aber nicht schlimm, die Hälfte kannte ich zumindest vom sehen, seit ich in Köln konzertmäßig unterwegs bin. Simon Gosejohann schlich auch durch die Gegend und ich hatte kurz Angst, dass gleich der dicke Elton auch noch ums Eck lurt; war aber zum Glück nicht so. Dafür muss man sagen, dass die Girls inzwischen viel hübscher als “damals”. Da gab’s eigentlich gar keine, höchstens mal so ‘ne dicke Reeneebraut. Bei den sogenannten Metalcore-Shows ist das glaube ich schon immer Usus gewesen, bei Hardcore und Punk noch nicht sooo lange.

Mit Harley
CRO-MAGS (mit Harley)

CRO-MAGS spielten kurz, haben ja im Prinzip auch nur eine Platte und ein paar BAD BRAINS-Songs im Gepäck (Harley war natürlich nicht dabei, dafür gab’s SICK OF IT ALL und LEEWAY Unterstützung). Hat Spaß gemacht, danach noch was mit Basti von GOLGATHA/IRON SKULL gequatscht und dann mit Ron und Yassi Richtung Ehrenfeld gelatscht.


CRO-MAGS im MTC

Am Samstag spielten 7 SECONDS im Underground und ich war gerade wieder in Stimmung, man muss ja bedenken, dass dieses kurze Zeitfenster samstags zwischen 8 Uhr morgens und 0 Uhr abends, also zwischen den Sixpack-Schichten, minus schlafen, mein Wochenende ist. Wir waren im Prinzip mit der selben Truppe wie bei CRO-MAGS unterwegs und das Konzert war wesentlich besser besucht, was wohl auch am Wochentag lag. Der Biergarten war schon brechend voll und auch drin sah es nicht anders aus. Obwohl mir Boris noch erzählte, dass es wohl mittwochs bei CRO-MAGS in HH richtig rund ging. Na ja, man trifft die üblichen Nasen, SmallTalk, Shake Hands und rein geht’s. Konzert war spitze. So Amibands sind halt einfach ne Bank, da ist nix mit Verspielen und Besoffen sein und so. Kevin Seconds hatte auch offensichtlich ‘ne gute Zeit. Im Ansagen machen zwischen den Songs hat er sich seit 25 Jahren nix neues überlegt, warum auch, die Leute feiern es ab. Nebenbei gesagt, haben Tobias und ich festgestellt, dass wir uns “Ami-Schwule” so vorstellen wie Kevin Seconds aussah, also, relativ dick, Glatze, Gesichtsfotze, ärmelloses Shirt und dann noch ‘n Brilli im fleischigen Ohr (okay, hatte der jetzt glaube ich nicht), so ein Bear halt.


7 Seconds im UG – schlechte Qualität, gute Laune

Nach dem Konzert musste ich mich leider noch kurz erregen, da mir der kleine kabelarmige Sänger von TSH, denen ich bisher immer wohlgesonnen war, schwer auf die Eier geht. Der Junge weiß einfach nicht, was gut für ihn ist und ist jetzt wirklich zweimal haarscharf einer Tracht Prügel entgangen. Kann er froh sein, dass ich im UG nüchtern war, sonst hätte ich ihm an Ort und Stelle den Arsch versohlt.

Misery
Misery Obscura

Zum Schluss noch kurz zwei Buchtipps: Einmal Misery Obscura von Eerie Von, Fotograph und bester Freund der MISFITS, Bassist von SAMHAIN und DANZIG bis zur vierten Scheibe. Der Typ öffnet sein Privatarchiv und ich kann nur sagen, dass dieses Buch eines jeden Fiends feuchter Traum ist. Es beginnt bei den Highschooltagen und endet im Stadion mit METALLICA und Konsorten. Ganz groß und ganz tolle Fotos, die bisher noch nirgends veröffentlicht wurden. Dazu eben von Eerie alles erklärt, bisher erfuhr ich hier zwischen den Zeilen am meisten sowohl über die MISFITS-Auflösung, als auch über den Break nach dem vierten DANZIG-Album. Toll!

T&G
Touch and Go

Das zweite Buch ist die komplette Sammlung der Touch and Go-Fanzines in einem fetten Wälzer. Was Tesco Vee (Meatmen) hier 1979 in Michigan gestartet hat ist auch mehr als bemerkenswert. Hier ist alles drin was Rang und Namen hat, von East Coast bis West Coast und hier stimmt auch alles. Ausserdem wurde natürlich die eigene Szene on the map gebracht, NEGATIVE APPROACH, NECROS, FIX, you name it.

Da ich grade keine Lust mehr habe, hier zwei meiner Meinung nach repräsentative Reviews:

Misery Obscura

Touch and Go

In diesem Sinne, Happy Friday 13th und bis später im Sixpack.

Destroy!

Kein weiteres NEUROSIS-Plagiat: “Commissioner” von UNHOLD…

12. August 2010

Die Berner UNHOLD spielten Ende letzten Jahres im ISC in Bern. Die Aufnahmen für das neue Video “Commissioner” sind während dieser Show entstanden. Im November kommen die Jungs auf Tour und betreten Bühnen in Tschechien, Deutschland, Österreich und gewiss auch in der Schweiz. Nähere Informationen folgen.

(Christoph Parkinson)

“Prävention Hardcore” – Ox #91 mit Straight Edge-Special burnt!

11. August 2010

Christoph Parkinson

I.

Eine konstruktive Auseinandersetzung mit „Straight Edge“

Vor elf Jahren habe ich mich im Furious Clarity Zine Nr. 5 mit dem Thema „Straight Edge” bereits auf eine weniger differenzierte Art und Weise auseinandergesetzt. Die Überschrift lautete: „Straight Fake – wischt euch die Eddingfarbe von den Händen und steckt euch den Finger in den Arsch!“ Für diese Themenausgabe wollte ich mich daher ausnahmsweise mal wenigstens etwas „wissenschaftlicher“ mit dem Phänomen beschäftigen.

Seitdem ich vor zwei Wochen allerdings meine Prüfung in „Betäubungsmittelstrafrecht“ geschrieben habe, erfreue ich mich in meiner freien Zeit am Genuss von alkoholischen Getränken und dem Baden im See. Zwar bedauere ich, dass mir eine, nahezu durchgehend hohe Blutalkoholkonzentration, das Wissen über eine baldige Deadline ausgelöscht hat und ich es nun zeitlich nicht mehr schaffe, mich konstruktiv mit der Thematik zu beschäftigen.

Vielmehr bedauere ich jedoch diejenigen, die diese Erfahrung nicht mit mir teilen können, weil sie – über kurz oder lang – versuchen einen Song zu leben, den sie nicht verstanden haben.

II.

Das Ox #91 ist letzte Woche Donnerstag erschienen. Wenn ich mich nicht täusche, gehört diese Ausgabe zu den besten, die in den letzten Jahren fabriziert worden ist. Spitzfindige Fragen ermöglichen hochkarätigen Interviewpartnern besonders interessante Antworten. Die neuen Rubriken sorgen für noch mehr Abwechslung und die Idee eines Themenschwerpunktes wird wohlüberlegt realisiert.

Die Auseinandersetzung mit Straight Edge macht in dieser Form auch im Jahr 2010 absolut Sinn und ergänzt die Grundlagenliteratur, die bisher in deutscher Sprache dazu erschienen ist. Hierzu befragt wurden unter anderem Ian MacKaye, Toby Morse, Ray Cappo oder Lee Hollis. Mehrere Kolumnisten beschäftigen sich in typischer Manier mit der Materie. Einer von ihnen bin ich. In letzter Minute habe ich den Text “Prävention Hardcore” verfasst, der bisher unbekannte Ursprünge der Straight Edge-Bewegung aufzeigt und mit einem kritischen Resümee endet. “Eine konstruktive Auseinandersetzung mit Straight Edge” findet ihr demzufolge nur auf unserem Blog und “Prävention Hardcore” findet ihr nur im neuen Ox.

Die aktuelle Ausgabe umfasst mal wieder mehr als 40 Interviews (John Lydon, ANTITAINMENT, FROM ASHES RISE, IMPERIAL STATE ELECTRIC, INSIDE ARTZINE, DIE LOKALMATADORE, THE POGUES,…), über 500 Rezensionen und andere alte und neue Rubriken. Meine Reviews sind überwiegend in der Literaturecke zu finden (Jan Off “Offenbarungseid”, Bill Ayers “Flüchtige Tage”, HC Roth “Wie ich verflucht wurde…”, Thomas Meyer-Falk “Nachrichten aus dem Strafvollzug”). Die Tonträgerrezensionen von mir belaufen sich auf die neuen Alben von CRIMINAL JOKERS, DRINK TO ME, MQUESTIONMARK, NEON PLASTIX und THE SOUND BOOM FOUNDATION.

Auf der CD finden sich zum Beispiel Tracks von TERROR, CYANIDE PILLS, THE KILL DEVIL HILLS, HEY ENEMY, BEN RACKEN, LA DISPUTE, I HEART HIROSHIMA, THE TRUFFAUTS, THE PROSECUTION, AMERICAN WEREWOLVES, ASHERS, MÖPED LADS, CHEFDENKER, ANTITAINMENT, ERIK PONTI, SHEARER.

10/10 Punkte für dieses Heft!

(Christoph Parkinson)

“Erst flippten sie aus – und dann fragten sie sich, ob man eine MP3 überhaupt leben kann…”: Zwei Tonträgerrezensionen für diejenigen, die genauso ungerne Tonträgerrezensionen schreiben wie ich!

10. August 2010

Papierfabrik

THE VICKERS
Keep Clear

CD | Foolica | foolicarecords.com | 44:42 ||
Die Jungs aus Florenz lieben den Sound von THE BEATLES, THE KINKS, Bob Dylan und THE LIBERTINES. Das erfährt man nicht nur, wenn man deren Bandinfo liest, sondern auch, wenn man sich deren Songs anhört. THE VICKERS stellen zwar ihre musikalischen Bezüge zu den Klassikern her, klingen dennoch „juvenil“. So etwas kommt meistens nicht schlecht, ist aber derselbe Quatsch, der genau so in jedem dritten Review geschrieben steht. Ein Prosit auf denjenigen, dem innovativere Worte zu einem solchen Tonträger einfallen.

V/A
MÄRCHEN VOM DURCHBRENNEN
Eine Zusammenstellung

CD | versuch X | versuch@myspace.com | 74:18 ||
Ein Text – gelesen, gesungen, interpretiert von Markus Maria Jansen, HC Roth, mittelfit, Projekt Schlachteessen, André Hasselmann, Periode 6, Wolfgang „Wölli“ Rohde und sieben anderen. Selten kriegt man so etwas Furchtbares zu hören. Einfach nur gnadenlos scheiße! HC, warum?

(Christoph Parkinson)

Verspätet: THE POLLYWOGS & BLOONS im PVC in Düsseldorf

09. August 2010

Pollywogs

02. Juli 2010. Es mag fast unvermeidlich der Eindruck einer Abiparty entstehen, wenn der Altersdurchschnitt vor und auf der Bühne circa bei 19 Jahren liegt und unter den Beteiligten keine Cordon Sport-Jackenträger mit Boxerschnitten ausfindig zu machen sind. Auch der – freilich mit dem Alter korrelierende – Habitus der Bandmitglieder erfüllt gängige Kriterien, um an ein Fest von Oberstufenschülern denken zu mögen. Der Laden umfasst an diesem Freitagabend etwa 50 Besucher. Das ist hinsichtlich des Wochentages und der Bandauswahl überraschend wenig. Die Vorband, BLOONS, wirkt einen Tick zu steif, macht ihre Sache, jedenfalls für eine von gängigem Discoindie geprägte Schülerband, ganz gut.

Gegen THE POLLYWOGS aus Monheim/Köln mögen manche Kritiker angesichts des frühen, auch kommerziellen Erfolges, ihrer Songbeisteuerung zum aktuellen LÄTTER-Werbespot und ihres unverkennbaren musikalischen MANDO DIAO/LIBERTINES-Einflusses zunächst Vorbehalte haben. Bei näherer Betrachtung darf man jedoch ebenso ungezwungen resümieren, dass die drei Jungs ziemlich gute Musik machen – auch wenn sie das Genre nicht neu erfinden. Aber wieso sollten sie das auch… Mehrere ihrer Songs haben Hitcharakter und live gibt die Band sich souverän. Wichtige Zutaten für ein gutes Indiekonzert sind damit bereits vorhanden und die Zuschauer erleben eine Show von zwei erfreulichen, jungen Bands, die ihre Hausaufgaben gemacht haben. Für eine Weiterentwicklung bleibt noch genügend Zeit.

(Christoph Parkinson)

Sag mal saure Sahne, Susi: Huldigung oder Diss an LOW-NIEN BEATS?

05. August 2010

Gangstashit

Im Juni interviewten wir Oliver Lonien aka. LOW-NIEN BEATS und befragten ihn hauptsächlich zu seinen Hip Hop-Aktivitäten, die seit einigen Monaten die Crowd polarisieren. Die Reaktionen von Seiten der Leser fielen eindeutig aus. Wenige, aber richtungsweisende Kommentare des Gesamtfeedbacks, sind unter dem Interview zu finden.

Ohne große Worte schickte mir heute der DJ SEHRNIT ein spontan produziertes Songfragment per Email, das Bezüge zu dem Song “Bombenhagel 1″ des Trierer Rappers aufweist: Download hier. Ich lass mal offen, ob dieser Track LOW-NIEN BEATS huldigen oder dissen will. Vermutlich geht es nur um Unterhaltung!?! Entscheidet selbst.

(Christoph Parkinson)

Eurodance und Milchbar: Geschmacksverrirrung in Düsseldorf

30. Juli 2010

Christoph Parkinson im richkidz-Headquarter

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Folglich sind meine Aktivitäten auf dieser Seite derzeit auf kurze Erlebnisberichte beschränkt. Ab dem 09. August gibt es wieder Interviews, Gastbeiträge und Co. Momentan ist zu viel los, um hier wild zu agieren. Denn kaum bin ich aus Berlin zurück, verschlägt es mich in das Hauptquartier des richkidz-Kollektivs nach Düsseldorf. Zur Ruhe komme ich auch hier nicht…

Es mag nicht nur abstoßend klingen, sondern das ist es auch: Dienstagabend begebe ich mich erstmals auf den jährlich stattfindenden Düsseldorfer Rummel in Oberkassel. Selbst in meiner 2,5-jährigen Zeit als Wahldüsseldorfer kam ich um dieses Schreckensfest herum. Anderthalb Jahre später macht mich die Einladung, endlos gratis Altbier im “Eurodance-”Zelt zu saufen, schwach. Auf Schützenfesten und auf der Kirmes erhalten Männer über Vierzig die Möglichkeit, sich ungeniert an Mädels unter 25 heranpirschen zu können. Ein Trauerspiel – auch wenn, oder gerade weil der Plan bei manchen aufgeht. Wir dagegen hängen mit Zwanzigjährigen ab, die bereits bis zum Hals tätowiert sind. Cooler ist das nicht. Um uns herum befinden sich nur trostlose Gestalten. Wir stehen mittendrin und stechen nicht mal heraus. Punkrock im Jahr 2010 heißt wieder, dem Abgrund die Stirn zu küssen.

Wir wechseln in die Altstadt und dann ins Postämtchen II am Worringer Platz. Selbst um acht Uhr morgens ist die Welt hier noch in Ordnung. Mehr Inspiration als sie Miron Zownir ertragen könnte. Mit dem Gesicht auf der Theke warten die ersten auf ihr Frühstück – Herrengedeck zum halben Preis. Zwischen ihnen springen aufgeweckte Afrikanerinnen umher. Dave und ich bestellen Wodka Gin Tonic. Ich trinke. Er bietet sich als DJ an, kommt mit der Technik aber nicht zurecht. Stories of Love and Rebellion. Kotzen – er – und Umfallen – ich – um zehn Uhr.

Donnerstagabend ist in der Landeshauptstadt Milchbar-Zeit. Aus guten Gründen habe ich während meiner Düsseldorf-Affäre von 2006-2008 nicht nur die Kirmes gemieden, sondern auch das 3001; ein großer Schuppen am Medienhafen, in dem sich die lokalen Heinis mit den Lacoste-Polohemden tummeln und mit der Kohle von ihren Eltern die kleinen zwanzig-jährigen Nutten füttern, die wiederum denken, so auch eine Prise Glamour einatmen und sich in die “High Society” einbumsen zu können.

An diesem Abend begehe ich Feldforschung und nehme das dortige Spektakel unter die Lupe, um meine Vorurteile bestätigen zu dürfen. Uns kommen drei gelackte Typen entgegen, die sich darüber aufregen, dass ihnen die Türsteher mit ihrer Politik ein weiteres Mal einen Strich duch die Partyrechnung machen. Uns halten die Jungs vermutlich für Mitglieder einer bekannten Rockband. Wir erhalten problemlos Einlass. Die Räumlichkeiten des 3001 gefallen. An den Wänden hängen BOYS NOIZE-Plakate, der hier ein weiteres Mal residiert. Die Electro-Partys am Wochenende scheinen wohl doch zu glänzen. Nice.

Wie wir es erwartet haben, besteht das Publikum überwiegend aus einer Ansammlung von Neureichen und ihren durstigen Kälbern. Auf dem Klo wird gekokst, an der Theke wird auf RnB und Salsa getanzt. Viele Typen tragen ihre Hosen unter den Brustwarzen und die Eier bis zum Boden. Die Mädels ziehen ihnen das Geld aus der Tasche, haben insgeheim aber ihre Augen nur für uns. In der Electrolounge herrschen ähnliche Verhältnisse; wenigstens ist die Musik etwas besser. Mini mal my ass!

Aftershow im Postämtchen II. Den Medienhafen habe ich abgehakt, den Köfte-Teller am Worringer auch, also: Ab nach Köln, die Äther Youth ruft zur Teambesprechung…

(Christoph Parkinson)

Happy Birthday to us! Wir feiern unseren ersten Geburtstag…

24. Juli 2010

Christoph Parkinson & Christian Destroy

Köln, 24. Juli 2010

“Um unsere „Furious Clarity“ nicht ganz verdorren und vergessen zu lassen, haben wir diesen Blog eröffnet. Täglich wird man mit neuen Blogs zugeschissen. Dies hat seinen Hintergrund insbesondere darin, weil ein Blog eine der einfachsten Formen ist, um in einem gewissen Rahmen je nach Bedarf unkompliziert Output der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Und mehr haben wir hier auch nicht vor: Wir wollen euch mit unserem Blog und mit unserem Output je nach eigenem Mitteilungsbedürfnis zuscheißen! Was letztendlich daraus wird, ist nicht abzusehen….”

Das erste Jahr ist vorüber. Es wird Zeit für eine erste Zwischenbilanz. Innerhalb von 360 Tagen haben wir 142 Beiträge auf www.furiousclarity.de veröffentlicht. Neben der ein oder anderen Story, vereinzelten Kolumnen, Konzert-/Partyberichten, manchen Rezensionen sowie einem Haufen an Videos, haben wir Gespräche mit Personen gewählt, die uns aus den unterschiedlichsten Gründen interessieren. Ob nun Literat (Alex Gräbeldinger, Jan Off), japanisches Top Model (David Schumann), Ultimate Fighter (Big Daddy Karniotakes), DJ (Lord Fuck, David Hasert), Rapper (Dr. John Proktor, Lownien Beats), Kochbuchverlegerin (Uschi Herzer), Ausnahmeband (BODI BILL), Kopf des richkidz-Kollektivs (Dave T.) oder einfach nur ein weiterer Freund, der Bock hat, auf unkonventionelle Fragen amüsant zu antworten (Nino Sisto). Viele Personen um uns herum machen großartige Sachen in verschiedenen Bereichen, diese Seite bringt alle früher oder später zusammen.

Dies ist auch ein Grund, weshalb hier inzwischen häufiger Texte von Gastschreibern ihren Platz erhalten. Die Beiträge bleiben erfrischend und größere Veröffentlichungslücken werden möglichst vermieden, wenn wir zu sehr in andere Aktivitäten eingebunden sind. Natürlich ist es uns auch eine Freude, Texte von Personen wie Moses A. (ex-Zap), Jan R. (Trust), Madhouse Meeting (Suburbia), Daniel Terek (”Der Weltenmampfer”), Alex Gräbeldinger, HC Roth, Jörkk Mechenbier (Buchautoren bzw. Ox-Kollegen) und Freunden/Bekanntenen wie Madmoiselle Krokett, Nino Sisto und Psycho Jones präsentieren zu können.

Gewiss werden unsere Rubriken und Schwerpunkte weiterhin nicht in Stein gemeißelt und können nach Belieben geändert werden. Momentan sind wir mit unserem Treiben in dieser Form jedoch recht zufrieden. Werfen wir einen Blick auf unsere Seitenaufrufe, scheinen auch einige Leser das ähnlich zu sehen. Nach den ersten fünf Monaten verzeichneten wir über 168.200 Seitenaufrufe – nach genau einem Jahr sind es bereits über 386.900. Und weil das geschriebene Feedback unserer Leseschaft gering ausfällt, scheint wohl tatsächlich alles bestens zu sein.

Mehrere versuchten uns zu motivieren, wieder ein Print-Zine zu veröffentlichen. Es wurde uns auch ein Angebot unterbreitet, groß vertrieben zu werden. “Groß” heißt in diesem Fall, dass man das Heft in jedem Zeitschriftenladen kaufen kann. So etwas klingt gut. Und ausschließen würden wir ein neues Magazine nie, aber derzeit stehen wir dazu genau so, wie vor einem Jahr: Zu wenig Zeit, zu wenig Motivation, keine Lust auf den Stress. Wie es weitergehen wird? Keine Ahnung. Vermutlich erst mal wie bisher.

Beste Grüße

Christoph Parkinson und Christian Destroy!

Verliebt in Berlin: Sündigen und die Beichte ablegen, Fratzengesicht!

20. Juli 2010

Christoph Parkinson

Katzen. Auf dem Fußboden, auf dem Sofa, an den Wänden. Überall Katzen. Großer Flachbildschirm und Tupperware. Was lässt man nicht alles über sich ergehen, wenn man nur ungezwungen lieben will… Szenenwechsel. Sekt trinken, sich im Spiegel mehrfach betrachten und die Gespräche führen, die an so einem Wochenende geführt werden müssen. Jeder Blick sagt mehr als tausend Worte. Alles ist in sich stimmig. Alles ist perfekt.

Friedrichshain. Ein Spaziergang durch eine warme Sommernacht. Das Herz jauchzt, die Körpertemperatur steigt. Wir erreichen das Gelände des alten Ostbahnhofs und reihen uns ein. Schneller als erhofft rücken wir vor. Mehrere Personen werden ohne weitere Diskussionen des Feldes verwiesen. Sorgfältige Taschenkontrollen folgen. Die Kamera wird vorübergehend eingezogen. Treppe rauf und rein. Heute nur Panorama. Finest Friday mit Matt John, Hearthrob, Shonky, JPLS und Shonky.

Unkontrolliertes Tanzen. Hemmungslose Kontaktaufnahmen um uns herum. Abstoßend und anziehend. Wie gut, dass es hier keine Spiegel gibt. Erinnerungen an Sartres “Geschlossene Gesellschaft” werden erweckt. Diese Atmosphäre beeindruckt, auch wenn sie in hellen Momenten Furcht einflößen mag. Egal, helle Momente gibt es hinter diesen Mauern nicht. Dem Glockenschlag nach, müsste immerhin draußen allmählich die Sonne aufgehen. Es wird Zeit für einen weiteren Szenenwechsel. Wohnung. Break. Weiter in die Holzmarktstraße. Zirkus und Geisterbahn an der Spree. Es wird Zeit für Buße. Die Beichtstühle ermöglichen einen unproblematischen Umgang mit den eigenen Lastern. Calming down and fucking up with no future-sound…

Brunchen mit Sekt und Paukenschlag. Es darf wieder gelebt werden. Taxi, Taxi! Illegales Festival auf einem am Wasser gelegenen Fabrikgelände im Nirgendwo. Die Sonne bräunt, das Urlaubsfeeling macht an, nur der Körper schwächelt. Auf JAKE THE RAPPER können wir nicht mehr warten. Indisch essen und schlafen. Dann Kunst am Sonntag und den Trip beenden. Berlin, ade, Düsseldorf, here I am…!

(Christoph Parkinson)