Oliver Uschmann
FEINDESLAND
Roman
Buch | Scherz | fischerverlage.de | 400 S., 14,40 Euro
“Ist es nicht angenehm, wenn man einfach Schutzgeld zahlt und nicht mehr vor der Haustür zusammengeschlagen wird? Ist es nicht praktisch, wenn die Regierung unsere Lebensgewohnheiten auf BürgerVZ öffentlich macht? Ist es nicht schön, wenn es im Büro statt Festgehalt eine Carrera-Bahn gibt? Ist es kein Grund zur Freude, wenn man in dieser Welt Vater wird?”
Das bereits siebte Buch des ehemaligen Open End Fanzine-Herausgebers und Furious Clarity Zine-Gastschreibers (FCZ Nr. 6, Nr. 7). “Hartmut und ich” landen dieses Mal mit ihren Freundinnen in Berlin. Natürlich haben sie wieder einige Hürden zu überwinden, glänzen mit Einfallsreichtum und enden wieder an einer Stelle, an der alles vorbei zu sein scheint, aber zweifelsohne wieder von vorne beginnen darf. Der Opener dieser Romanreihe, “Hartmut und ich”, war großartig. Der zweite Teil, “Voll beschäftigt”, hatte an Witz und Story bereits etwas eingebüßt. “Wandelgermanen” war meines Erachtens der bisherige Tiefpunkt. “Murp!” fand ich dagegen wieder recht einfallsreich und habe es, im Gegensatz zu den beiden Vorgängern, wieder gerne gelesen.
In “Feindesland” überzeugen Geschichte und Charaktere nicht wirklich. Dem Großteil der Charaktere haftet sogar etwas furchtbar Nerviges an und nach den ersten fünfzig Seiten fällt es schwer, weiterzulesen. Auch die Witze zünden nicht oder gehen nach hinten los. Wenigstens bleibt erneut das Happy End aus. Oliver Uschmann ist ein guter Schreiber, von dem ich – trotz gelegentlicher negativer Kritik meinerseits – einiges halte. Mit gutem Gewissen kann ich jedoch von all seinen Veröffentlichungen nur “Hartmut und ich” sowie “Das Gegenteil von oben” empfehlen – die sind wirklich groß. Die restlichen Publikationen darf man vernachlässigen.
(Christoph Parkinson)