Jan Offs “Offenbarungseid” – rare Altlasten aus dem Off…



Kaum hat Jan Offs letztes Buch, “Unzucht”, die Gemüter erhitzt, folgt Anfang März bereits die nächste, etwa 190-Seiten umfassende Veröffentlichung. Bevor ich das Buch selbst in den Händen halte, berufe ich mich auf die Informationen des Ventil Verlags, über den das Buch dann übrigens auch erhältlich sein wird:

“Storys des Lordsiegelbewahrers der deutschen Hochkultur. Auf vielfachen Wunsch der stetig wachsenden Jan-Off-Gemeinde da draußen: das weit verstreute und zum Großteil längst vergriffene Frühwerk des Meisters. Archäologische Kostbarkeiten aus einer Zeit, in der sich das literarische Kanonenfutter – den kalten Wind der 1980er noch in den Knochen – ein letztes Mal der Illusion hingeben durfte, dass der Weltenlauf mittels Sprache zu verändern sei; selige Nächte, in denen selbsternannte Genies mit heiser bellender Stimme vor rauchendem Publikum rauchend ihre Texte vortrugen – die überfällige Weltrevolution oder zumindest eine schnelle Nummer in der Besenkammer erhoffend. Übrig geblieben sind wenige, ohne Botoxbehandlung kam bisher nur einer aus: Jan Off.

Nach Publikumserfolgen wie »Vorkriegsjugend – 200 Gramm Punkrock« und »Unzucht«, nach dem langen Marsch durch die Lesebordelle der Republik und kurz vor der Veräußerung der letzten Unikate an das Marbacher Literaturarchiv: das Extended Frühwerk in handlicher Ausgabe für das kleine Geld! Dazu natürlich die obligaten brandaktuellen Bonusgaben.”

Auszug:

»Als wir den Zwerg das erste Mal sahen, saß er in der Klabauter-Bar und war gerade dabei, seinem Nebenmann, einem volltrun kenen Hepatitis-Kranken, den Geldbeutel aus der Tasche zu ziehen. Die immense Geschicklichkeit, die er dabei an den Tag legte, beeindruckte meinen Cousin Jan Off Zachowiak dermaßen, dass er sich entschloss, den Dieb an unseren Tisch zu bitten. Für einen Mann seiner Statur sei es mit den Frauen doch gewiss nicht einfach, forschte mein Vetter unseren neuen Bekannten aus, womit er einmal mehr bewies, dass die ihm angediehene Erziehung nur wenig Früchte getragen hat. Ignazio Perez zeigte sich über die Frage jedoch in keinster Weise verärgert. Im Gegenteil. Er bedachte Zachowiak und mich mit einem spöttischen Blick. Dann lehnte er sich breit grinsend zurück und sagte, wobei er sich jede Silbe auf der Zunge zergehen ließ: ›Ich kann jede Frau dazu bringen, meinen Schwanz anzufassen.‹«

(Christoph Parkinson)

PS: Ein aktuelles, ausführliches Interview mit dem Kiezkollegen aus Hamburg erscheint im Ox #89.

3 Antworten zu “Jan Offs “Offenbarungseid” – rare Altlasten aus dem Off…”

  1. Destroy sagt:

    Wat is los?!?!?! Ich schick dir hier Interviewfragen und das ist dann fürs OX und nicht hierfür? Ich fühle mich benutzt und hintergangen. Hätte ich das gewusst, hätts nix gegeben.

  2. Welchen Teil hast du denn in der folgenden Mail nicht verstanden?

    “Hey Christian, für das Ox mache ich ein weiteres Jan Off-Interview. Ich wäre dir sehr verbunden, wenn du mich mit ein paar Fragen unterstützen könntest….”

  3. Destroy sagt:

    Ok, entschuldigung, dass ich Alkoholiker bin.