“Ich knalle euch die Schmetterbälle um die Ohren!”: Super Ping Pong im Bon Soir

Mörder-Ping-Pong-Posse, 2005 Trier

Die Idee, bei Bier und Beats Tischtennis in Clubs zu spielen, ist schon älter. In Berlin-Prenzlauer Berg gibt es zum Beispiel seit Ewigkeiten die Ping Pong-Bar Dr. Pong. In der rufen täglich Lakritzbrillengesichter aus allen Teilen der Republik: “Ansteeeeelleeen, Torte!”. Bis 2005 stand in der Trierer Idealbank auch gelegentlich mal eine Tischtennisplatte mitten im Raum und DJs, wie zum Beispiel Andreas Lehnertz (Trust, Die Pia Matergonzales), lagen beste Hardcorescheiben auf, während ich anderen die Schmetterbälle um die Ohren haute. Vermutlich gibt es derartige Sauf’n'Sport-Events inzwischen weltweit in fast jeder größeren Stadt.

Die Idee ist aber nun mal auch famos. Entsprechend glücklich schätzen sich die Berner, dass nunmehr jeden ersten Mittwoch im Monat im Bon Soir der “Super Ping Pong”-Abend stattfindet. Das Prinzip ist das Gleiche wie in Berlin oder sonstwo: Links das Bier und rechts der Schläger. Einzige Unterschiede zwischen den Veranstaltungen in den beiden Bundeshauptstädten sind sprachlicher Natur: “Rundlauf” heißt in der Schweiz “Amerikänerle”, und statt “Anstellen”, wird zum Beginn der nächsten Runde “Aasuge” gerufen. Aus dem Zusammenhang gerissen, hätte ich mit der Kombination der beiden Wörter auf Bern-Deutsch, alles andere als eine Partie Tischtennis verknüpft.

Aufgrund dieses Anlasses, habe ich gestern dem Bon Soir seit langem mal wieder einen Besuch abgestattet. Die Hütte war recht voll, das Treiben um die beiden Tischtennisplatten war in vollem Gange und die DJane hat alles andere als fetzige Sounds aufgelegt. Trotz dem typischen Studentenpublikum mit der obligatorischen Nuance an Flippi-Floppi-Attitüden, war die Stimmung angenehm. Die Spiele waren bis kurz vorm jeweiligen Finale äußerst smooth. Vom sportlichen Ehrgeiz war nur bei den Typen etwas zu spüren, die sich durch einen Sieg eine verbesserte Credibility bei den Mädels erhofften. Den Anderen war es eher egal, wenn der erste Ball eben ins Aus gehauen worden ist. Dann blieb mehr Zeit für König Alkohol. Weil ich es nur einmal auf die Drittplatzierung schaffte, hatte ich bei der Majestät besonders viele Audienzen. Also: Gerne wieder, aber dann bitte mit etwas fetzigeren Beats.

(Christoph Parkinson)

PS:Heute spielen RACOON aus den Niederlanden im ISC. Die Holländer sind im Allgemeinen eher weniger für gute Musik bekannt. Diese Indiepopband aus Goes beherrscht allerdings mal das Songwriting. Den Support übernehmen die Schweizer BRIGHT. Ich habe noch einen Gästelistenplatz übrig. Also falls du mit willst, schreibe mir an cparkinson@gmx.de. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

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