
ANWAR: Die drei Jungs haben ihren Bandmittelpunkt in Zürich. Inspiriert von DANKO JONES, MOTORPSYCHO oder WOLFMOTHER, spielen sie eine simplifizierte Mischung aus Siebziger-Jahre-Rock und Garage. In Eigenregie haben sie bisher ein Album aufgenommen und veröffentlicht. Musikalisch ist es für deren heutigen Sound nicht ganz repräsentativ, aber es deutet bereits an, in welche Richtung es geht. Leider habe ich ANWAR noch nicht live gesehen, aber vielleicht klappt es endlich mal am 26. Februar im Bazillus Club in Zürich.
COLDEVE: Ebenfalls ein Dreiergespann aus Zürich. Die Stimme, der sehr starken Sängerin, erinnert manchmal an DIDO, was durchaus als Kompliment zu verstehen ist. Ihren Sound nennen sie “High Voltage Synthie Pop”. Die Songs sind oft treibend, teils etwas melancholisch, aber stets eingängig und tanzbar. Im Mai 2009 habe ich COLDEVE als Vorband von LOVE IS ALL im ISC in Bern gesehen und war nach den ersten Tönen total begeistert.

COPY & PASTE: Das Electro-Trash-Pop-Duo ist eine von den guten, wichtigen Berner Bands, die live als auch auf CD gerne Fulminantes zustande bringen. Stellenweise haben die Songs einen sehr markanten, aufgekratzten Achtzigerjahre-Synthiepop-Einschlag. Alles passt super zusammen und hat Power. Die Sängerin trägt ihren Teil für die Ohrwurmqualitäten der Songs bei. Live verwandeln die Zwei inzwischen den gesamten Dachstock der Berner Reitschule zum Dancefloor. Und das heißt schon etwas.
NEVER BUILT RUINS: Engagierte politische, WOLFPACK mäßige Hardcorecrustband aus Basel. Die Jungs waren bereits in verschiedenen Ländern Asiens und Europas auf Tour und haben sehr geiles Tonträgermaterial veröffentlicht. Über die NBR-Aktivitäten hinaus, organisieren manche von ihnen unter dem Namen “Handgranate jetzt!” regelmäßig Shows in Basel. Wie ich es in meinem Jahresrückblick erwähnt habe, hatten wir mit ONCE A DEMON vor fast einem Jahr zwei gemeinsame, sehr nette Abende in Frankfurt am Main und in Münster. Deren Konzert im Sous-le-Pont in der Reitschule letzten Samstag, habe ich leider verpasst. Gibt es solche Bands eigentlich auch in Bern? Wenn ja, dann teilt es mir bitte umgehend mit und erntet Dankbarkeit.

UNHOLD: Die Berner haben vor nicht allzu langer Zeit ihr drittes Album (”Gold Cut”) veröffentlicht und einige Shows quer durch Europa gespielt. Am 24.09.09 habe ich sie zusammen mit SEED OF PAIN im ISC gesehen. Die Band kann Einflüsse von ISIS, NEUROSIS, THE OCEAN und Co. nicht leugnen, aber das will sie auch gar nicht. Gelegentlich überraschen sie mit dem einen oder anderen punkigeren Riff. Die beiden Gesänge sind sehr imposant und der Sound ist oft ziemlich schwer. Live werden bedrohlich wirkende Projektionen an die Wand geworfen, was das atmosphärische Wirken von UNHOLD massiv intensiviert. Überragend!
Daniel ist übrigens der Kopf von SUBVERSIV RECORDS, welches im letzten Jahr den fünfzehnten Geburtstag gefeiert hat. Das Label beherbergt derzeit folgende Bands: AZIZ, GOODBYE FAIRBANKS, THE MONOFONES, OVERDRIVE AMP EXPLOSION, PORNOLÉ, THE JACKETS, LAHAR, UNHOLD, TIGHT FINKS, CHOO CHOO, EASY TIGER, ELECTRIC HELLESSENCE, NANCY GLOWBUS, THE TWOBADOURS, BLOWN, PIROL, STEREO SATANICS, THE FUCKADIES, TEENAGE KINGS und URISTIER. Vielversprechend ist auch der Trailer zu dem vor kurzem auf DVD erschienenen Film zum Wiegenfest von SUBVERSIV.
To be continued…
(Christoph Parkinson)