Dr. Makarios Oley/Dr. Frank Pichelstein Bröker
DAS GROßE PRATAJEV LIEDERBUCH
The Russian Doctors
Buch | Verlag Andreas Reiffer | verlag-reiffer.de | 159 S., 8,90 Eur
“Ich geh auf die Pirsch, und ich schieße den Hirsch. Und muss es sein, auch noch ein Schwein. Und wenn ich kann, schieß ich einen Fasan. Das tut nicht weh, auch nicht dem Reh. Eine Ladung voll Schrot, und alles ist tot. Eine Ladung voll Schrot, und alles ist tot…” (”Jägerlatein”)
THE RUSSIAN DOCTORS, die Band um Dr. Makarios Oley und Dr. Frank Pichelstein Bröker, singen und musizieren nach den Motiven von S. W. Pratajev (1902-1961). Die Pratajev-Gesellschaft ist nach wie vor fleißig und publizierte in jüngster Zeit über den Verlag Andreas Reiffer interessante Werke wie “Haus am Stein – Das Jahrbuch der Pratajev-Gesellschaft e. V.” oder “Pratajev III: Der Raucher von Bolwerkow – Das große Lesebuch”.
Nahezu noch druckfrisch ist deren neuster Streich: Das große Pratajev-Liederbuch. Dieses enthält die Texte und Akkorde von 58 Liedern (u. a. “Tote Katzen im Wind”, “Auch die Ratte hat ein Herz” oder gar “Der Hund ist nicht das Schwein”). Welcher Pratajev-Jünger wird sich das entgehen lassen? Schnell den Schnaps gebrannt und dann ab ans Lagerfeuer!
Bevor das Berner Wasserwerk sein Programm aufgrund des Sommers in den Rehabilitationsmodus herunterfährt, soll es noch einmal wild zur Sache gehen. Am Samstag, den 26. Juni 2010, pfeifen die Berliner THE SEXINVADERS (On The Fruit Records, What What Records) zur Overdose. Den Support übernimmt DVW (Intellegenix) aus Bern. Also eine rundum feine Sache!
Seit 2009 zählt DVW zu den Haus-DJs des Wasserwerk Clubs und hat dort beispielsweise den Support für THE PROXY (siehe Video), MIDNIGHT JUGGERNAUTS, DANGER oder die STEREO MCs übernommen. Gegen Mitternacht laufen wir im Club auf. Der Laden ist besser besucht, als vor circa einem Monat bei THE TOXIC AVENGER. Nach und nach füllt sich der Platz vor der Bühne. Last night before rehab. Also noch mal alles geben. Das Set begeistert – der Wodka strömt!
Ebenso souverän übernehmen die Berliner gegen halb zwei. THE SEXINVADERS sind nicht zum ersten Mal in Bern und werden, wie zu erwarten, gefeiert. Ihre Mission besteht darin, den “minimalverdrossenen Nachtgeistern ihre gewünschte und verdiente Ekstase zu verschaffen”. Also weiter im Programm: Arme hoch zum Beat und spastisch zappeln. Ausgelassenheit bis zur Übelkeit. Das Ziel wird zu früh erreicht. Während die Leiber der Anderen weiter hektisch zucken, schwenke ich die weiße Fahne, obwohl der Beat noch läuft. Heimfahrt.
Ohne Aftershow geht es ins Bett. Mit einem heftigen Kater werde ich Sonntagmittag wach. Für Entgiftung und Darmspülung wäre ich nun grundsätzlich bereit. Jedenfalls bis zum Stelldichein am kommenden Freitag im Pretty Vacant Club in Düsseldorf…
Als einer der besten deutschen Tätowierer für Arbeiten im japanischen Stil, hat sich Oliver Lonien aus Trier bereits vor vielen Jahren, weit über die Landesgrenzen hinaus, einen Namen gemacht. Auch die Doku-Serie „Tattoo – Eine Familie sticht zu“, welche auf DMAX erfolgreich gelaufen ist, gehört zu den besseren Serien dieses Formats. Über seine hohen künstlerischen Fertigkeiten und sein Treiben im Tätowierbusiness kann sich also niemand ernsthaft das Maul zerreißen.
Als er jedoch vor etwa einem Jahr als LOW-NIEN erstmals mit deutschem Gangsterrap und dazu passenden Videoclips im Internet in Erscheinung getreten ist, ließen die verbalen Angriffe in sämtlichen Foren nicht lange auf sich warten. Interviews über seine Arbeiten als Tätowierer hat er in seinem Leben unzählige gegeben. Freilich hat er nach wie vor dazu einiges zu sagen und zu erzählen, in diesem Interview soll es aber ausnahmsweise um etwas ganz anderes gehen – und zwar um LOW-NIEN und den deutschen Gangsterrap!
Auf deine Aktivitäten im Rap-Geschehen reagieren insbesondere viele von denen, die dich als Tätowierer kennen und sehr schätzen, äußerst negativ und verstehen zum Teil die Welt nicht mehr. Wie erklärst du dir das?
Das kann ich nicht nachvollziehen. Haben die sonst nichts zu tun, als sich über die Hobbys anderer Menschen aufzuregen? Prinzipiell sind die Deutschen eh etwas dogmatisch und unflexibel. Das hält mich aber nicht unbedingt davon ab, meine Leidenschaften zu pflegen, wozu nun mal Gangsterrap zählt. BOOBA sagt dazu: „If u don‘t like it, don‘t listen!“ So einfach ist das. Ich bin zum Glück weiterhin zwei Jahre ausgebucht, von daher haben die „Demontageversuche“ der Neider aus dem Musik- und Tattoobiz keinen nennenswerten Erfolg verbucht. Ich verstehe auch nicht alles, was andere Tätowierer so gut finden. Zum Beispiel Daatzmann, der hat „W. A. W.“ (Weißer Arischer Widerstand) sichtbar auf dem Hals tätowiert. Aber jedem das Seine – das stand doch schon auf dem KZ-Eingang, oder?
Vor wenigen Jahren galtest du eher als der introvertierte, besonders friedfertige Typ mit langen Haaren, der seine musikalischen Wurzeln eher im Metal zu pflegen schien. Auf Myspace sind inzwischen einige Fotos von dir zu finden, auf denen du dich mit Knarre, Unterhemd und „dicken“ Karren ablichten lässt. Entweder entsteht der Eindruck, als hättest du dich mit mitsamt deinen Attitüden um ein paar Grad gedreht – oder aber dein relativ neues Treiben und deine aktuelle Form der Selbstdarstellung wirken sehr inszeniert. Das könnte auch erklären, weshalb du stellenweise dabei sehr verkrampft erscheinst. Mein erster Gedanke war, dass du Gefallen an deutschem Rap gefunden hast, die deutsche Gangster-Rapszene in deinen Texten und Videos dennoch karikierst. Inzwischen zweifle ich immer mehr daran und denke, dass das Augenzwinkern immer mehr verschwindet. Was hat es mit LOW-NIEN BEATZ und deinem „Imagewandel“ denn tatsächlich auf sich?
Ich fühle mich eigentlich unverkrampft, aber der Eindruck ist ja subjektiv. Zum Thema „Attitude“: Dazu müsstest du als Reporter tiefer recherchiert haben, um meine Story zu kennen. Ich war tatsächlich peaciger drauf für einige Jahre, was aber eher damit zusammenhing, dass ich einige Jahre sehr zurückgezogen und familiär gelebt habe und, außer beim Tätowieren, kaum Bezug zur Außenwelt hatte – quasi alle negativen Einflüsse von außen ignorierte. Das geht aber leider nicht auf Dauer klar.
Rap hörte ich immer, sowie auch Metal, Punk, Hardcore, Soul, etc. Aber da du gerade doch mein Myspace-Profil thematisierst: Dort steht schon seit Jahren alles, was ich höre. Und was sagt eigentlich die Haarlänge aus, ist man deswegen mehr oder weniger Metal? Das meine ich damit, dass die Deutschen etwas dogmatisch, nein, einfach etwas beschränkt sind, sorry! Und was ist an Knarren und dicken Autos verkehrt? Gegenfrage: Fragst du auch die Hells-Angels-Tätowierer auf den Conventions, warum sie darauf stehen oder hast du da Angst? (Anmerkung von C. Parkinson: Die Antwort muss in diesem Fall doch nicht erfragt werden, denn sie lautet: Weil sie damit nicht nur schießen können, sondern es im Zweifelsfall auch tun…)
Das ist die Mucke für den Drive-By“: Dass du inzwischen Lust darauf hast, Rap zu machen, ist eine Sache. Aber was erwartest du dir von der Zusammenarbeit mit minderjährigen Typen, die von „Drive-By“ und Berettas singen, und so wirken, als müssten sie die Hauptschule schwänzen, um sich mit dir für das Video im Parkhaus filmen zu lassen?
Ehrlich gesagt, die Frage ist etwas negativ wertend, quasi offensiv! Ich war auf derselben Hauptschule und gehe aus nostalgischen Gründen dort nach jungen Talenten suchen. Spaß beiseite: Ursprünglich entstand die Idee, was mit den Jungs zu machen, aus einem Charity-Gedanken, um den Kids von der Straße die Möglichkeit zu bieten, ihren Träumen etwas näher zu kommen. In den meisten anderen Clips wirken ja eher ältere Leute mit. Die „Drive-By“-Sache ist ehrlich gesagt gebytet. Ich habe eine CD von ICE CUBE gesehen, die hieß „Music To Drive-By“. Da habe ich mir gedacht, geh schautz, der BUSHIDO klaut ja auch. Außerdem sind wir Gangster, also immer her damit! Und die Texte der Jungs: Ich mag keine Zensur. Von daher lasse ich sie sagen, was ihnen guttut. Sie sollen sich ja wohlfühlen.
Wer sind überhaupt diese ganzen Typen in deinen Videos und wo hast du die aufgegabelt?
Meine Freundin ist Jamaikanerin – und der Rapper 151 ebenfalls. Er ist ein Killer aus Kingston. Und wenn du nochmal so ‘ne Scheiße fragst, kommt er dich mal besuchen. Ups mein zwinkerndes Auge, sorry.
Wie kamst du auf die Idee, dir ein Tonstudio einzurichten und seit wann beherrscht du das dazugehörige Know-How, Aufnahmen zu produzieren sowie Beats zu fabrizieren?
Ich mache seit zwanzig Jahren Musik. Damals habe ich in der Dortmunder Punk-Hardcoreband THE IDIOTS gespielt und ein Album mit Songs aufgenommen, die eine Art Metalcore waren – circa zehn Jahre vor dem Trend. Seit einem Jahr mache ich Hip Hop. Und neunzig Prozent der deutschen Producer sind bereits gefickt. Wenn ich nicht gerade Arschgeweihe steche, um mir meine SSL-Konsole zu leisten, experimentiere ich mit illegalen Plug-ins.
Wie ernst ist es dir mit deinem eigenen Label, HANNYA RECORDZ, was strebst du langfristig damit an und was ist in absehbarer Zeit alles geplant?
Es ist mir sehr ernst! Primär strebe ich die Weltherrschaft an, sekundär die totale Ausrottung der menschlichen Rasse. Nebenbei mache ich zwei Alben: Eins ist Straßenrap, eins ist Soul und rnb (Produceralbum), dann Labelcode und Fame. Genaueres könnt ihr in dem Videointerview auf meinem Myspace-Profil sehen.
Was meinst du würden Claus Fuhrmann oder Filip Leu von einem Rap-Feature in einem deiner Songs halten?
Von Claus hab ich Probz für „Bombenhagel 1“ bekommen. Er hat mich übrigens vor vielen Jahren zum Rap bekehrt. Filip und ich haben darüber gelacht, dass die Hater auf youtube schrieben, ich sollte den Buddhakopf von ihm „zwangsgelasert“ bekommen. Er sagte: „They got u with that“! Luke Atkinson hat mir per Email einen Film über „Bloods and Crips“ empfohlen, weil Gangbanging nicht verherrlicht werden sollte. Ich fand den Film aber blöd, nicht objektiv und die Realität verzerrend. Man müsste die Ursachen beleuchten, warum die Regierung Schwarze ins Ghetto steckt, an jeder Ecke Schnaps- und Waffenläden zu finden sind oder man Crack kaufen kann – und nicht einen reißerischen Scheißfilm über Minderheiten, um Kohle damit zu scheffeln.
Den gab es schon, aber unter Pseudonym. Ich lasse nicht zu, dass solche Krüppel durch mich noch Hype bekommen. Die reagieren immer nur darauf, wenn jemand etwas macht, statt selber kreativ zu werden; typisch deutsch.
Wann sind die ersten Livegigs geplant und wie wird es mit LOW-NIEN BEATS weitergehen?
Live auf Tour war ich zehn Jahre lange und mache so etwas erst wieder, wenn ich denselben Stundenlohn wie als Tätowierer bekomme. Mit mir wird es so weitergehen, dass ich zwei Alben mit überkrassen Features raushauen werde, analog auf SSL gemischt, und das dann dafür sorgen wird, dass ich mir noch mehr dicke Autos und Knarren kaufen kann. Ein tödlicher Kreislauf, mo money, mo problems…
„LMS“ oder „Carlo, Coxxx Nutten I“?
CCN natürlich, aber eigentlich MOSES PELHAMS „Geteiltes Leid“.
Abschließende Worte?
Wer sich nun fragt, weshalb ich schon wieder von meinem, bereits zwei Jahre zurückliegenden Sprachurlaub in Brighton anfange, soll nicht gleich heulen und besser weiterlesen – selbst wenn er/sie die vierteilige “Parki goes to Brighton”-Reihe im Ox gelesen hat. An dieser Stelle möchte diejenigen, die Lust haben in einer der schönsten Städte Englands ihre Sprachkenntnisse zu verbessern, auf folgende Möglichkeit aufmerksam machen:
Peter, der Sänger von den TESTTUBE BABIES, ist in Brighton als zertifizierter Englischlehrer aktiv und unterrichtet bei sich zu Hause. Die Küstenstadt ist im Sommer der Knaller und wenn man dazu direkt jemanden vor Ort hat, der sich gut auskennt und nach wie vor sehr im Punkrock-Geschehen aktiv ist, dann kann die Zeit nur eine Bereicherung werden. Dummerweise habe ich davon zu spät erfahren und damals viel Geld für den Sprachcaffe-Kurs mitsamt der Unterbringung bei einem irren Pärchen bezahlt.
Nähere Informationen über Peters “English Language Home Tuition” findet ihr auf der dazugehörigen Homepage. Wissenswertes über Punkrock in Brighton, als auch über die TESTTUBE BABIES, lest ihr in dem Ox-Interview “30 Jahre ‘Pissed & Proud’ in Brighton“. Bei Fragen oder für Buchungen wendet ihr euch per Email besser direkt an ihn : info@english-language-home-tuition.co.uk.
David Hasert, Techno-Produzent und DJ, gehört zu den wichtigsten Protagonisten der neuen Kölner Electro-Generation. Partyreihen wie “LIKE” oder “Electronic Love” treffen den Zahn der Zeit. Es ist bemerkenswert, wie schnell er sich in dieser Szene zurechtgefunden und sich einen Platz in den vorderen Reihen gesichert hat. Als er vor circa acht Jahren nach Köln gezogen ist, begann er beim Fernsehen. Das erlernte Know-How nutzte er wenig später für ROLAND ROCK, eine kleine Videoproduktionsfirma, die ihre Liebe für Skateboard- und Musikvideos in bewegten Bildern ausdrückte. Als DJ begann er zunächst im Indiebereich als The Winning Weasel im Blue Shell und legte gemeinsam mit Timbo Tanzpalast (”Tanz den Äther, Baby”) oder Jan Jeaulous Jerk-Off in unterschiedlichen Clubs regelmäßig auf.
Schließlich entdeckte er seine Leidenschaft und sein Geschick für elektronischen Sound. Mit dem ersten Auftritt seiner Band, MALK, eröffnete er den Hype des Maximals und überzeugte bald bundesweit durch seine eigenen DJ-Sets im Minimal-Bereich. Gemeinsam mit seiner LIKE LOVE-Blog-Gang feierten wir am 01. Mai unser Blog-Bestehen. Den einen oder anderen Berührungspunkt zwischen uns gibt es seit langem. In diesem Interview geht es am Rande zwar auch etwa um die Gemeinsamkeiten zwischen David und Christian, aber im Wesentlichen erzählt David von seiner Faszination, sich für Neues begeistern zu können, die Fähigkeit, Hypes auslösen und steuern zu können, und vieles mehr.
Betrachtet man deine Aktivitäten der letzten sieben, acht Jahre etwas genauer, fällt auf, dass du dich sehr schnell in neue Materien einarbeitest, ein besonderes Geschick für diese entwickelst, richtige Kontakte knüpfst und auch die Außenwelt durch die hohe Qualität deines Schaffens in beachtlicher Zeit beeindruckst. ROLAND ROCK und Fernsehen sind Geschichte. Skateboarding war und wird vermutlich bleiben. MALK kam, sah, siegte und ging. DAVID HASERT und „LIKE“ sind. Aber wie lange noch und was kommt dann?
Das frage ich mich auch immer wieder. Ich habe auf jeden Fall eine große Faszination, um mich für Dinge zu begeistern. Jedoch kann mich aber auch wieder sehr schnell “entgeistern”. Was sich aber in den letzten Jahren herauskristallisiert hat, ist, dass ich in allen Dingen, die ich inzwischen angehe, versuche eine größere Tiefe zu erreichen.
Bei der Musik war das für mich von Anfang an klar. Wenn du anfängst Musik zu machen und klingst nach fünf Jahren noch genauso wie am Anfang, dann bist du entweder untalentiert oder ein Idiot. Aber auch bei anderen Sachen zieht sich diese neue „Deepness“ wie ein roter Faden durch mein Leben. Ich weiß, Partys haben keinen hohen künstlerischen Wert, aber auch hier kann man sich einfach darin verlieren, seinen Job so gut wie möglich zu machen und so wenige Dinge wie möglich dem Zufall zu überlassen. Auf Kurz oder Lang werde ich wohl in der Vergnügungsbranche bleiben, weil die ist krisenfest. Früher oder später will ich ein eigenes Restaurant, was ja auch eine Form der von Kunst und Vergnügen ist. Manch einer würde sagen, es ist die Höchste.
„The Sound Of New Cologne“: Wieso funktionieren die “LIKE”-Partys? Und wieso funktionierst du?
Die „LIKE“-Partys funktionieren über Hypes und in erster Linie über dem guten, alten Zusammenspiel von Musik und Mode. Hypes kann man meiner Meinung nach beliebig kreieren und auch beliebig steuern. Wenn du einmal weißt, welchen Hebel du drehen musst, um genau das gewünschte Resultat abzurufen, kannst du das immer wieder tun. Genau so funktioniere ich auch.
Zeitweise warst du im Internet als ein Künstler des richkidz-Kollektivs zu finden. Was ist daraus geworden?
Ich habe meinem Freund und immer noch Freund, Dave (der Gründer von richkidz), fünfmal die Frage gestellt, was denn genau richkidz sei. Nachdem ich auch beim fünften Mal die Antwort nicht verstanden habe, dachte ich mir, ich kann nicht mehr Teil einer Organisation sein, die offenbar zu hoch für mich ist. (Anmerkung von C. Parkinson: Eine verständliche Einführung über die Intentionen und das sich daraus entwickelnde Treiben von richkidz erfahrt ihr hier.) Aber klar, Dave ist ein dufter Typ. Und wenn er mit einem interessanten Projekt vor der Tür steht, bin ich der Erste, der Tür, Augen und Ohren aufmacht.
„Brilon nicht Berlin“: Die Briloner (ex-)Jugend breitet sich seit einem Jahrzehnt bundesweit aus. Besonders Köln entwickelt sich zu Brilons Partykolonie und diese vergrößert sich auf eine erschreckende Art. Ich kenne niemanden aus Brilon, der absolut sauber im Kopf ist. Was ist in der Stadt passiert, dass speziell die Jahrgänge 1980-1985 derart verdorben und zugleich so schöpferisch sind?
Sind sie das? Für mich ist Brilon ein Kaff wie jedes andere auch. Klar gibt es dort auch ein paar kluge Köpfe – und noch mehr, die sich gerne mit System das Hirn wegballern und dir dafür tausend intelligente Gründe aufzählen können. Für Lokalpatriotismus hatte ich noch nie viel übrig. Und das, was du da gerade in deiner Frage so liebevoll formuliert hast, ist nichts anderes.
Was gibt es zwischen dir und Christian Destroy für Gemeinsamkeiten?
Soviele Gemeinsamkeiten haben wir gar nicht. Wir trinken beide gerne Bier und hauen beide gerne mal mit der Faust auf den Tisch. Sechs Uhr morgens, wenn wir beide im 6pack sind, werden wir beide zu Homos, streicheln uns und erzählen uns, wie gerne wir uns haben. Am nächsten Tag schämen wir uns nicht. Das ist dann wohl unsere Gemeinsamkeit. Ach ja, und wir lieben beide die MISFITS.
Nenne mir doch bitte mal die Gründe, weshalb du beinahe täglich auf unserem Blog abhängst.
Ein Grund ist, weil ich mich informieren möchte, was in der Welt so los ist. Gerade eure liebevoll und, teilweise unter gefährlichen Bedingungen recherchierten Berichte über die Krisengebiete und Bürgerkriege dieser Welt, lassen mich oft für einen Moment innehalten. Sie zeigen mir, wie privilegiert wir doch mit unseren westlichen Problemen sind, die meist eh nur von Autos und Frauen handeln.
Künstliche Liebe oder kalte Euphorie? Drogentod oder AIDS? Karies oder Feigwarzen?
Wie bitte was? Ok ich versuche mal darauf einzugehen:
1) „Liebe“: Ja, wenn sie echt ist. Da können die ganzen Flittchen vom Partystrich einpacken. Die können eh nichts.
2) Drogen: Ficken dein Gehirn und machen dich langsam kaputt. Ich kenne genug Typen bei denen Drogen soviel im Kopf verändert haben, so dass man es heute mit einem komplett anderen Menschen zu tun hat. Meistens sind sie also keine gute Sache – also Finger weg!
3) Nichts davon.
Was stehen aktuell für Projekte an und in welche Geschehen planst du dich bis Ende des Jahres ein?
Im Moment arbeite ich an einer poppigen Technoplatte mit dem Kölner Produzenten PAWAS, die Maßstäbe setzten wird. Die Vocals singt meine Tante, die in den 80ern in diversen Punkbands gesungen hat und auch heute noch top klingt. Darüberhinaus habe ich ein paar Tracks mit meinem kleinen Sprössling, Bryan Kessler, zusammen aufgenommen, die man bald hören kann. Das Ganze ist ein reines Rockprojekt ohne irgendwelche Elektronik und deswegen auch sehr entspannend für mich. Ansonsten gibt es einen Haufen, immer größer werdende Partys zu organisieren. Wer sich darüber informieren will, sollte regelmäßig unseren Blog checken.
Abschließende Worte?
Geht häufiger auf Konzerte und kauft meine Platte und die der POLLYWOGS, die im September rauskommt (Anmerkung von C. Parkinson: Der Soundtrack für das LÄTTA-Frühstück nach der Afterhour). Ich grüße meine Freundin Esther. Have you see Kylie?
Die Songs “Agony”, “Gyroscope”, “Power und “Spite”. Mehr muss ich hierzu wohl nicht schreiben… Schaut euch das Video an und dann stürzt euch in die Fluten!
Das “Full Metal Fortress” ist ein ziemlich neues Metalcore-Festival, das im letzten Jahr vom BLOODATTACK-Sänger zusammen mit Claus H. ins Leben gerufen worden ist. Vergangenen Dezember fand der Opener mit BORN FROM PAIN, NASTY und vier weiteren Bands im Neuwieder Scala-Kino statt. Das Festival überzeugte in jeder Hinsicht und glänzte besonders durch eine ausgezeichnete Organisation und eine allgemein hohe Qualität.
Am kommenden Freitag, den 11. Juni, wird das Festival seinem Namen gerecht. Auf dem Fort Konstantin in Koblenz wird zum zweiten Teil in Form eines Open Airs gerufen. Die Headliner sind FINAL PRAYER aus Berlin und ARKANGEL aus Belgien. SIX REASONS TO KILL sind zum zweiten Mal dabei, allerdings erstmals mit neuem Sänger – welcher unfraglich kein leichtes Erbe antritt. MYRA aus Leipzig sollen live wohl auch die Air-Max durch die Luft fliegen lassen. So etwas wie das Vorprogramm füllen Hanzels Atzen von ENRAGED BY BEAUTY aus Karlsruhe, BLESSED BY HATE aus Koblenz (mit dem rheinländischen BRING ME THE HORIZON-Sänger am Mic!) und die Neuwieder BY MY FURY. Weiteres nach der Fotostrecke.
Das Fort Konstantin befindet sich hinter dem Koblenzer Hauptbahnhof und ist somit gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Einlass ist um 17 Uhr, um 17 Uhr machen BY MY FURY den Auftakt. Gegen 23 Uhr 30 ist dieser Spaß vorbei und die Aftershowparty beginnt im SK2 in der Koblenzer Altstadt.
Der Festivaleintritt ist unvergleichbar günstig und liegt bei fünf Euro. Dafür kriegt man woanders nicht mal eine große Limo. Fast schon lächerlich ist, dass wir dennoch versuchen, euch mit einem Gewinnspiel zu locken. Dennoch: Wer die folgende Frage am originellsten beantwortet, wird plus 1 auf die Gästeliste gesetzt:
Wieso sollte Hanzel von BLOODATTACK während den Shows (k)eine Maske tragen?
Hier der Vergleich, Hanzel ohne Maske (Foto) / Hanzel mit Maske (Videoausschnitt von der BLOODATTACK-Show im Rahmen des ersten FMF-Festivals in Neuwied):
Stellt eure Antwort als Kommentar unter diesen Beitrag. Mitmachen könnt ihr bis zum 11. Juni. Unabhängig davon, ob ihr gewinnt oder nicht, verpassen dürft ihr dieses Spektakel auf gar keinen Fall! Let’s get ready to rumble, Kecko…
“…Die Schweizer Zeitungen sind eigentlich durchweg in Hoch-/Schriftdeutsch verfasst. Gelegentlich werden dennoch mal Wörter auf Schwitzerdütsch verwendet. Besonders belustigt hat mich eine Textpassage in der „Blick am Abend“ vom 11. Februar: „Kappellplatz. Die Menge johlt. Die Fötzeli regnen auf unserer 360-Grad-Panorama-Aufnahme. Kurz nach fünf hat die eisige Kälte für einen kurzen Moment keine Chance mehr. Bald werfen die Luzerner hier mit Orangen um sich.“ Regnende Fötzelis? Und gleich werfen die Luzerner auch noch mit Orangen um sich? Junge, Junge, was ist denn hier los? Und was in aller Welt sind FÖTZELIS? Die Antwort ist so banal wie enttäuschend:…”
Das Ox #90 ist seit dem heutigen Tag im Handel erhältlich, womit die Veröffentlichung des fünften Teils meiner “Parkili geht nach Bernli”-Reihe einhergeht. Der Fokus meines Textes liegt auf einer satirischen Auseinandersetzung mit lokalen, sprachlichen Gepflogenheiten. Außerdem versuche ich die Frage zu beantworten, weshalb viele Berner seit der letzten EM einen Narren an den Holländern gefressen haben. Frühere Furious Clarity-Leser werden jauchzen vor Freude. Aber werden auch die sensibleren Berner meinen Humor teilen? Falls ich nicht plötzlich – aufgrund eines falschen, unpunkigen Nationalstolzes – als vogelfrei erklärt werde, wird es in den beiden nächsten Kolumnen voraussichtlich um die Erkenntnisse gehen, die ich in meiner halb-ethnomethodologischen Feldstudie während des Krafttrainings in drei Fitnessstudios gewonnen habe, als auch um die Plage des Nachwuchses, der das eigene Leben von heute auf morgen verdorren lässt. Bleibt also dran.
Ebenso lesenswert, wie mein Beitrag in der aktuellen Kolumnenrubrik, sind meine Rezensionen: Buchbesprechungen (Moses A. “New York City Hardcore”, Frank Pichelstein Bröker “Verschwindien”, Holger Makarios Oley/Frank Pichelstein Bröler (Hrgs.) “Haus am Stein Nr. 4″, André Pilz “Man Down”, Joachim Seidel “Himbeertoni”), Tonträgerkritiken (ERIK PONTI “Same”, FRESSFEIND “Demo 2010″, THE SADISTICS “Straight To Jail”) und der Konzertbericht (BAZOOKA ZIRKUS und POPPERKLOPPER in der Tenne in Höhr-Grenzhausen).
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Für die Beschallung sorgen dieses Mal unter anderem THE DEEP EYNDE, BLACKLIST ROYALS, THE KINGS OF NUTHIN’, MATULA, MOFAKETTE, RADIO HAVANNA, RAZORQUILLZ, LET ME OUT, HARBOUR 81, THE CRIMSON GHOSTS, THE DEAD END GUYS, DROOGIEZ, BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE, HORMONAUTS, THE FLYING EYES, GUNSLINGERS, WE WILL FLY.