Wow, letztes “Wochenende” hatte es wirklich in sich. Es kann auch was für sich haben, wenn man selbstständig und ohne Aufträge ist. Dementsprechend zerknittert guckte ich nämlich samstags aufgrund der, von mir gerade erfundenen, umgekehrten Kausalitätskette aus der Wäsche. Es sollte das letzte Mal sein, dass der mittlerweile überregional berüchtigte (Privat-)Club Scheiße seine Pforten öffnete. Im Rahmen dieses Events sollten fünf Bands spielen, Red Light District, Cobretti, Sniffing Glue, Kein Hass Da und Hammerhead. Wochen zuvor bekam ich von Ron (Hammerhead) schon eine SMS mit dem Inhalt “Geheimkonzert im CS, Abrissparty”. Die Vokabeln Hammerhead und Abrissparty in einem Satz waren schon immer Superwerbung für jedes Event und der Alptraum eines jeden Veranstalters.

Einer der Gründe: Total asoziales Bowlen – Benehmen: Mittelstufenparty ohne Girls aber mit zum ersten Mal Alkohol und die Lehrer sind weg
Nachdem ich also quasi seit Mittwoch aus diversen Gründen besoffen sein MUSSTE, war ich am Samstag ziemlich traurig darüber, meinen lieben Freund Nino (Barseros, you know…) eingeladen zu haben. Der stand dann ausnahmsweise auch bumsfidel mit besserer Hälfte auf der Matte und wir tigerten rüber zum Club. Dort angekommen war’s auch echt schon so, dass die ganze Straße mit mehr oder weniger bekannten Gesichtern voll war und eigentlich keiner mehr reindurfte. Bemerkenswert dafür, dass keine Werbung gemacht wurde. Zum Glück bin ich VIP, war also kein Problem. Drinnen war’s nicht zum Aushalten oder ich war nicht zum Aushalten, ich weiß es nicht mehr genau. Zum Glück hat eine liebe Freundin (danke Judith) an mir die Druckbetankung durchgeführt, so dass ich auch bald bessere Laune bekam und draußen schon wieder anfing, große Reden zu schwingen. Mit anderen Worten, ich hab drinnen erst mal drei Bands komplett verpasst, was mir insbesondere bei Sniffing Glue leid tat, die sind nämlich wirklich toll. Währenddessen lief übrigens Steffen vom CS die ganze Zeit total aufgeregt draußen herum und war null in der Lage sich locker zu machen, der Ärmste, da er irgendwie so eine Art Chaostage aufgrund der vielen Leute befürchtete, zum Glück war wirklich alles die ganze Zeit friedlich.

Abbildung B: Sniffing Glue – verpasst.
Irgendwann hieß es dann, dass es losgeht, dementsprechend bin ich rein, um mir einen Platz zu sichern. Leider bekam ich nur noch die letzten Lieder und 1000 unerwünschten Zugaben von Kein Hass Da mit, am Mikro ist übrigens Kulttype Karl Nagel. Das Ganze ist eine Bad Brains-Coverband auf Deutsch (Warum???) von Punk/Mucker–Typen – quäl… Freunde im ernst, lasst es einfach, ich meine, das hört sich ja ganz nett an, so aus der Dose, aber live ist das bei eurem Anblick und mit den schrecklich bemühten deutschen Texten nicht länger als fünf Songs zu ertragen. Leider hält euch das nicht davon ab, gefühlte drei Platten Bad Brains zum besten zu geben (auf Deutsch!!! Setz die Segel Kollege). Das Schlimme daran ist, dass es mir jetzt schwerfällt, die göttlichen Bad Brains zu hören, ohne dabei eure Hackfressen vorm geistigen Auge zu haben. No Offense…
Dann kam Hammerhead, also, als ich die vor nem Jahr nochmal im Underground gesehen habe, war ich echt gelangweilt, das war alles viel zu viel des Guten, bestimmt lag es auch an mir, aber damals habe ich mich tatsächlich mal meinem Alter entsprechend benommen, sprich, ich stand quatschend an der Theke – diesmal nicht. Ich habe mich mit Nino total affig und wie auf meinem zehnten Konzert aufgeführt, es war toll. Nino war sich nicht einmal zu doof ständig auf allen vieren durch die Band krabbelnd Bier zu klauen, obwohl Norbert (mit Abdrängversuchen) und Osche (mit dem Drumstick beim Spielen nach ihm hauend) das erfolglos zu verhindern versuchten.


Danach sind alle (?) rüber in den Sonic und ab da weiß ich auch fast nix mehr, außer, dass ich Ben dauernd versicherte, dass ich gleich bei ihm sei um die Bude einer offensichtlich verrückt gewordenen Alten (Mädchen-WG neben dem Sixpack kündigt Abrissparty auf Facebook an!!!) kaputt zu hauen. Ich hoffe, Matteo hat mich ordentlich vertreten.
Folgende Nachrichten erreichten mich noch via Facebook:
· Glen Ravioli, Thekenchef im Sonic meinte irgendwie zu wissen, dass ich mich danebenbenommen hätte und warum
· Ein lieber Freund meinte mich an die Crazy Sache mit dem Wodka erinnern zu müssen (ich bestelle mir nie Wodka)
· Meine Jacke wurde nicht wiedergefunden (Ich weiss, es ist langsam langweilig)
· “Warum hast du um 6 noch angerufen”
Danke Steffen, danke Jan, danke Äther Youth!
Konzertfotos sind alle vom Allschools NetWork
(Christian Destroy)