Archiv für Februar 2010

GENERATION FUCK #2 am 05. März im PVC in Düsseldorf

Sonntag, 28. Februar 2010

Generation Fuck Pt. II

Next Turn! Am Freitag, den 05. März 2010 geht die Generation Fuck in die nächste Runde und in eine neue Location. Der Pretty Vacant Club in der Düsseldorfer Altstadt könnte nun wirklich nicht besser gewählt sein um an die Werte und Maßstäbe einer partywütigen, wissenden und doch ewig suchenden Generation anzuknüpfen. Ein Konzept das alle Szenen mit Anspruch unter einen Hut bringt. PARTY FUCK – BAND FUCK – DJ-Set FUCK

Ab 21 Uhr lädt richkidz in den Pretty Vacant Club in der Düsseldorfer Altstadt. Eine gezielte Mischung aus Indie, Garage, Punk´n´Roll und Electronic lässt die Herzen kochen und blubbern! Calamity Kate, Jeff Smart und Fiete werden die Platten drehen und uns soundtechnisch die FUCKmäßige Befriedigung verschaffen.

Live sind im März HERPES (ex-SURF NAZIS MUST DIE) aus Berlin am Start. „Herpes machen hysterisch, Herpes sind fast, fun and actionpacked“ und das haben die Jungs von Tapete Records aus Hamburg auch gechecked und direkt mal ihr neues Album herausgebracht. „Das kommt vom Küssen“ erscheint am 26.03.2010 Vorabexemplare könnt ihr jedoch schon beim Konzert erwerben.

Wir sehen uns im Pretty Vacant Club!

Und Samstag, den 06. März, laden Parki und Lohm zu einem Birthday-Grindcoreknockout im Äther Youth Clubhaus ein. 21 Uhr geht es los, fünf Euro, Freibier (begrenzt), günstige Getränke, drei Bands (WORLD DOWNFALL, ENNOS IRPAC, TRESHOLD OF PAIN). Zwischen Mitternacht und ein Uhr geht es dann in den nächsten Club. Nähere Informationen gibt es bei mir: cparkinson@gmx.de. Wuwuwuwuw!

(Christoph Parkinson empfiehlt!)

Kulturschock mit SONS OF TARANTULA

Donnerstag, 25. Februar 2010

Muss man zu denen eigentlich noch etwas schreiben? Wenn das jedenfalls jemand tun will, kann er/sie/es das gerne machen und mir schicken. Mh, Lohm, wie wäre es?

(Christoph Parkinson)

Jan Offs “Offenbarungseid” – rare Altlasten aus dem Off…

Dienstag, 23. Februar 2010



Kaum hat Jan Offs letztes Buch, “Unzucht”, die Gemüter erhitzt, folgt Anfang März bereits die nächste, etwa 190-Seiten umfassende Veröffentlichung. Bevor ich das Buch selbst in den Händen halte, berufe ich mich auf die Informationen des Ventil Verlags, über den das Buch dann übrigens auch erhältlich sein wird:

“Storys des Lordsiegelbewahrers der deutschen Hochkultur. Auf vielfachen Wunsch der stetig wachsenden Jan-Off-Gemeinde da draußen: das weit verstreute und zum Großteil längst vergriffene Frühwerk des Meisters. Archäologische Kostbarkeiten aus einer Zeit, in der sich das literarische Kanonenfutter – den kalten Wind der 1980er noch in den Knochen – ein letztes Mal der Illusion hingeben durfte, dass der Weltenlauf mittels Sprache zu verändern sei; selige Nächte, in denen selbsternannte Genies mit heiser bellender Stimme vor rauchendem Publikum rauchend ihre Texte vortrugen – die überfällige Weltrevolution oder zumindest eine schnelle Nummer in der Besenkammer erhoffend. Übrig geblieben sind wenige, ohne Botoxbehandlung kam bisher nur einer aus: Jan Off.

Nach Publikumserfolgen wie »Vorkriegsjugend – 200 Gramm Punkrock« und »Unzucht«, nach dem langen Marsch durch die Lesebordelle der Republik und kurz vor der Veräußerung der letzten Unikate an das Marbacher Literaturarchiv: das Extended Frühwerk in handlicher Ausgabe für das kleine Geld! Dazu natürlich die obligaten brandaktuellen Bonusgaben.”

Auszug:

»Als wir den Zwerg das erste Mal sahen, saß er in der Klabauter-Bar und war gerade dabei, seinem Nebenmann, einem volltrun kenen Hepatitis-Kranken, den Geldbeutel aus der Tasche zu ziehen. Die immense Geschicklichkeit, die er dabei an den Tag legte, beeindruckte meinen Cousin Jan Off Zachowiak dermaßen, dass er sich entschloss, den Dieb an unseren Tisch zu bitten. Für einen Mann seiner Statur sei es mit den Frauen doch gewiss nicht einfach, forschte mein Vetter unseren neuen Bekannten aus, womit er einmal mehr bewies, dass die ihm angediehene Erziehung nur wenig Früchte getragen hat. Ignazio Perez zeigte sich über die Frage jedoch in keinster Weise verärgert. Im Gegenteil. Er bedachte Zachowiak und mich mit einem spöttischen Blick. Dann lehnte er sich breit grinsend zurück und sagte, wobei er sich jede Silbe auf der Zunge zergehen ließ: ›Ich kann jede Frau dazu bringen, meinen Schwanz anzufassen.‹«

(Christoph Parkinson)

PS: Ein aktuelles, ausführliches Interview mit dem Kiezkollegen aus Hamburg erscheint im Ox #89.

Die Schweiz hat Besseres zu exportieren als Waffen…

Samstag, 20. Februar 2010

…ja, ja, ist klar. Toblerone, Ovomaltine und die eine oder andere gute Band. Donnerstagabend habe ich EVELLIN TROUBLE und MY HEART BELONGS TO CECILIA WINTER aus Zürich im ISC in Bern gesehen. EVELLIN ist solo aufgetreten und war absolut entzückend. MHBTCW hatten sich einiges von ARCADE FIRE und DEATH CAB FOR CUTIE abgeguckt. Der Auftritt war gut, aber all der Glitzer und die Show des Frontmanns waren kaum zu ertragen. Mehr dazu im nächsten Ox.

(Christoph Parkinson)

“Wein, warme Haut und ein warmer Schwanz”: Das “Sennentuntschi” im Stadttheater Bern

Mittwoch, 17. Februar 2010

Annette Boutellier (Foto und Copyright)

In den Vidmarhallen vom Stadttheater Bern läuft bis zum 12. März das Schauspiel “Sennentuntschi“. Nach der Vorlage von Hansjörg Schneider aus dem Jahre 1972, inszeniert Elias Perrig das “erotische Dialektschauspiel”, welches Anfang der 80er, aufgrund von vorgeworfener Gotteslästerung, im Land für Entrüstung auf Seiten der Christen sorgt. Während sich am vergangenen Sonntag die rheinländischen Jecken vom Saufinferno am Samstag ausruhen beziehungsweise sich für Rosenmontag regenerieren, huldige ich lieber das Schweizer Theater mit meinem Besuch.

Die Story basiert auf einer Sage, die in den Alpen entstanden ist und deren Bekanntheitsgrad sich über weite Teile deutschsprachiger Hochberglandschaften erstreckt: Während der Saison bewohnen drei Hirten eine kleine, weit vom nächsten Dorf abgelegene Hütte im hohen Gebirge. Nach getaner Arbeit, versuchen sie sich mit Wein und Alkohol die abendliche Langeweile zu vertreiben. Stets bedeutsamer wird der Wunsch nach sexueller Befriedigung. Eines Abends basteln sie sich aus einer Mistgabel, einer Weinflasche, etwas Stroh und Käse, das “Sennentuntischi”, die “Hirtenpuppe”, und leben an ihr sämtliche Phantasien aus. Am nächsten Tag erwacht die Puppe zum Leben und lernt schnell, die sexuellen Wünsche der Männer zu erfüllen. Was zunächst als göttliches Geschenk verstanden wird, entpuppt sich bald als Satan mit Brüsten…

Als jahrelanger Wahlrheinländer habe ich von dieser Sage bis letzte Woche nichts gehört. Ebenso wenig bin ich ein kontinuierlicher Theatergänger, der vielleicht sogar dazu noch viel Ahnung von der Kunst des Schauspiels hat. Dennoch habe ich gewiss das eine oder andere Stück verschiedener Genres im letzten Jahrzehnt besucht. Vergleichsmöglichkeiten kann ich jedoch keine nennen – eine Inszenierung habe ich in dieser Form bisher noch nicht erlebt.

Parki im Foyer

Der Ort des Geschehens ist ein Zimmer der kleinen Berghütte, welches ausgeleuchtet wird. Rundherum ist es dunkel. Gelegentlich steigt Nebel auf. Durch vier Fenster beobachtet der Zuschauer die Szenerie.

Die Besetzung von “Sennentuntschi” ist stark: Stefano Wenk (”Benedikt”), Ernst C. Sigrist (”Fridolin”), Sebastian Edtbauer (”Mani) und Milva Stark (”Maria”) sorgen für ein neunzig-minütiges Schauspiel der besonderen Art. Sie tragen ihren Teil dazu bei, dass von Beginn an eine unheimliche, bedrohliche Stimmung in der Luft liegt. Die Dynamik, welche in dieser Kleingruppe dargestellt wird und Einfluss auf die Gespräche und das Verhalten der drei Hirten hat, widert häufiger an.

Es geht um das Demonstrieren und Ausspielen von Macht. Sexuelle Begierden werden einerseits verbalisiert, andererseits im Kontext der Machtdemonstration in Verhaltensweisen ausgedrückt. Die Rollen der Männer verändern sich mit der plötzlichen Beseelung und Vermenschlichung der Puppe. Die sich Tag für Tag verstärkende Bedrohlichkeit der Lage wird ausdrucksvoll dargestellt. Die Hirten sprechen nicht aus, dass es für sie vielleicht bald keinen Morgen mehr geben wird. Doch der Glaube daran, das Spiel mit der Puppe beenden zu können, schwindet mit jedem weiteren Samenerguß.

Das Ende des Stückes tritt unerwartet ein und lässt mindestens eine Frage offen. Nichtsdestotrotz ist diese Inszenierung durchweg eindrucksvoll und komplett gelungen. Wen das nicht abschreckt und im Berner Umland wohnt, sichert sich besser schnell Karten für eine der letzten Vorstellungen.

(Christoph Parkinson)

“Der Hahn ist tot!” – Ade, meine Freunde, ade… (CÜNTSLER, 2008-2010)

Donnerstag, 11. Februar 2010

Der Hahn ist tot...

Es ist wirklich ein Trauerspiel: Erst lösen sich ULTRAFAIR im Jahre 2008 auf. Sie hinterlassen eine erstaunliche 7″, ein pompöses Album (”Alles Roger, Onkel Heinz”) und viele gebrochene Herzen. Die Lücke, welche die damaligen saarländischen Düsseldorfer hinterlassen, scheinen wenig später CÜNTSLER zu füllen. Jörkk Mechenbier (Rent-A-Voice) und Thorben finden im TRASHBOY (ex-STRANDGUT) einen neuen, guten Mann für das Songwriting. Die Schießbude wird von Timmson (RED LIGHT DISTRICT) besetzt, den zweiten Gitarristen kennt keiner.

Neue Songs sind innerhalb weniger Monate geschrieben und aufgenommen; die üblichen Showbühnen besetzter Kinderhorte werden schnell erklommen. Die Band erinnert an eine härtere, verrotzte ULTRAFAIR-Variante. Speziell die Texte aus Jörkks Feder, drücken nach wie vor bestens zerrissene Liebesgefühle vieler 30jähriger, männlicher Teenies aus. Abgesehen vom krachigeren Schlagzeug und den etwas härteren Riffs, ist also fast alles wie früher.

Und nun die Hiobsbotschaft: Auch CÜNTSLER segnen das Zeitliche. Wieso, weiß ich nicht. Vielleicht weil der Schlagzeuger auf Reisen geht? Oder weil Jörkk eine Tante Guerilla-Filiale in Peking eröffnet (”Einmal Süß-sauer zum Mitnehmen, bitte”)? Und ich habe die Jungs in dieser Formation nicht einmal live gesehen… Schande über mich! Als “positiv” verkaufen lässt sich wenigstens, dass infolge der Auflösung auf dem Myspace-Profil der Band nun bisher unveröffentlichte Aufnahmen hochgeladen worden sind.

Hoffen wir mal auf eine baldige neue “Inzestband” von Jörkk & Co. Bis dahin richten wir unsere Aufmerksamkeit auf das Treiben von dem Duo mit dem wirklich blödesten Bandnamen aller Zeiten: Schrengschreng & Lala.

In diesem Sinne: “Spray-paint the walls – don’t stop believing…”

(Christoph Parkinson)

Im Gespräch: DJ LORD FUCK über das Geheimnis des Erfolges von TRASHPOP, das Balzverhalten der Discocrowd und sein Unverständnis für den “DJ als Sexsymbol”!

Samstag, 06. Februar 2010

Die TRASHPOP PARTY in der Kölner Werkstatt und im Essener Hotel Shangai, gehört mit zu den am besten laufenden Partyreihen in der jeweiligen Stadt. Einer der DJs, LORD FUCK, verrät hier das Geheimnis des Erfolges und nimmt Stellung zu Themen, die bisher selten so zur Sprache gebracht worden sind. Um in der Sprache der Leute zu schreiben, die für so viele schlechte Künstlerinfos verantwortlich sind:

DJ LORD FUCK weiß wovon er spricht. Bereits lange vor der TRASHPOP legte der alte Partyfrechdachs 2002 im Keller in Dortmund die gefragtesten Sounds auf – von Indie über Disco bis hin zu den gefürchteten elektronischen Granaten. Nachdem er in diversen Clubs im Ruhrpott (Ping Pong Club, Heldenbar, Beatplantation, etc.) das DJ-Pult bestiegen hat, verlagerte er seine Aktivitäten verstärkt außerhalb des ehemaligen Malocherzentrums – eben unter anderem auch nach Köln. Verdammte Scheiße, ist das geil? Ja, das ist es! Und infolgedessen fand Anfang Februar dieses Interview per Email statt.

Zum Einstieg: Du bist einer der Protagonisten der TRASHPOP-Reihe, welche in Köln und in Essen grandios läuft. Wo fing das Ganze denn mit wem an?

Die Gründer der Reihe TRASHPOP sind Jona und Jan, welche den Namen in Essen vor fast sieben Jahren groß gemacht haben. Ich habe das Gleiche nur ohne wirkliches Konzept und Namen, aber immerhin genauso besoffen, gemacht. In Köln haben wir uns dann zusammengetan.

Wie hältst du es aus, regelmäßig und dann auch noch stundenlang, diese furchtbare Neunzigerjahre-Musik während dem Auflegen seit Jahren selbst hören zu müssen?

Also, erst mal kann man den ganzen Abend nur so ein Geballer gar nicht aushalten! Daher spielen wir auch aktuellen Chart-Pop, Rock, Techno, whatever. Davon abgesehen habe ich eine sehr niedrige Ekelgrenze und bin meist eh so sehr mit mir selbst beschäftigt, dass ich gar nicht mitbekomme, was da gerade läuft.

Warum geht das Konzept derart gut auf und funktioniert bereits mehrere Jahre?

Wie gesagt, wir spielen eben nicht stumpf HADDAWAY (Anmerkung von C. Parkinson: Huhu Shari!) rauf und runter, sondern bauen einfach viel Aktuelles, eben auch “keinen Trash” mit ein. Zudem machen wir immer mal wieder Specials, wie beispielsweise unseren Maskenball und Ähnliches. Letztendlich aber glaube ich funktioniert das Ganze so gut, weil wir so tolle Gastgeber sind. Es ist auch einfach wichtig, die Leute und sich selbst auf der Party immer schön abzufeiern. Eben so, dass einfach alle nassgeschwitzt und glücklich nach Hause gehen und im besten Fall auch gefummelt haben.

DJ Lord Fuck & Groupie

Nach welchem Schema suchst du vor den TRASHPOP-Abenden deine Platten und deine Playlist aus?

Schema? Playlist? Ich bin da echt nicht so sortiert. Und dazu habe ich auch weder Plan noch Konzept. Das kommt einfach so: Ich packe meist vorher alles ein, was so in meinem Sichtbereich herumsteht. Und das, was ich vergesse, ist dann halt nicht dabei. Und was die Playlist angeht, kommt es ganz auf unseren Alkoholpegel und auf die Leute an. Wenn wir zu dritt auflegen, versuchen wir uns meistens gegenseitig mit Krachern zu überbieten. Das schaukelt sich dann so lange hoch, bis irgendwer DIE PRINZEN spielt und wir merken, dass wir mal wieder ernster werden müssen.

Meiner Meinung nach gibt es keine andere Szenerie als wie in der Discothek, wo Musik, Tanz und Sex derartig miteinander korrelieren. Welche Songs wirken sich deiner Meinung nach erstens am stärksten und zweitens in welcher Form auf das Balzverhalten der Besucher aus?

Oje, unsere Party ist eh sehr sexuell. Ich weiß nicht… aber generell sind das eher so Schmuddelsoul- und Hip Hop-Nummern. Die Mädchen stehen dann mit ihren verschwitzten Teeniekörpern immer auf der Bühne und zelebrieren eine Art Fummeltanz miteinander, um die Jungs unten horny zu machen. Ein bizarres Schauspiel!

Ein erfolgreicher DJ ist für die Damen meistens das Sexsymbol schlechthin. Denn der DJ hat Macht – und Macht fasziniert bekanntlich viele Frauen. Er entscheidet, wann welcher Song läuft, wann die Stimmung steigt und wann die Tänzer und Tänzerinnen zeigen können, was sie drauf haben. Zudem kommt er als einer der Ersten in den Laden und geht als einer der Letzten. Wie erlebst du es, dass sich um das DJ-Pult herum ständig Mädchen tummeln, die auf dich abfahren und sich permanent Songs wünschen, um auf diese Weise mit dir in Kontakt treten zu können?

Also das ist wirklich das Bescheuertste was es gibt! Wieso versucht man den DJ abzuschleppen? Ich hab es nie verstanden. Aber es passiert wirklich immer wieder! Tatsächlich habe ich mich mal abschleppen lassen und die Alte direkt geheiratet. Die wollte auch die ganze Zeit gehen und hat nicht verstanden, dass ich bis zum Ende bleiben muss. Sie hat aber gewartet und ich konnte doch noch ran, hehe. Aber klar, Mädchen sind meist die Einzigen, die sich Songs wünschen – und angemacht wird man von denen auch! Das läuft dann meistens so in der Art ab:

„Ey kann man sich bei euch was wünschen?“
„Ja, aber ungern!“
„Ehh, ja, …hihihi, mimimi (Rücksprache mit der besten Freundin), ja, eh, dann was von den VENGABOYS!“
„Läuft gerade!“
„Ach so, ja, hihihi… dann kommen wir gleich noch mal wieder!“
„ MHHH, GENAU!“

Und die kommen dann auch noch oft wieder… Aber da wir alle schon mehr oder minder vernünftig, sind nutzen wir unseren Status natürlich nicht aus.

Wie beurteilst du mein sehr geistreiches Sprichwort: „Wi do so zappest uf dem Parkettsche, so bewegst disch dönn uch im Bettsche!“?

1000% richtig! Das beobachte ich schon seitdem ich das erste Mal mit Fünfzehn ein Mädchen aus der Disco mit nach Hause genommen habe. Die konnte nämlich nicht tanzen… Ich habe dann noch diverse Jahre Studien dazu am lebenden Objekt gemacht und unterschreibe das gerne.

Was für Gemeinsamkeiten gibt es zwischen SVEN VÄTH und dir?

Oje, ey… ich glaube ungefähr gar keine. Wahrscheinlich habe ich mehr mit FLORIAN SILBEREISEN und ALF gemeinsam.

Insbesondere im Zeitalter der MP3s versuchen sich viele gerne mal als DJ. Fast jeder kann diverse Songs herunterladen und mit dem bloßen Anschließen eines iPods an die Anlage, müssen nicht mal mehr schwere CD- und Vinylkisten quer durch die Gegend getragen werden. Was hältst du als “Professioneller” von dieser Entwicklung?

Na ja, professionell ist ja alles, nur nicht das, was ich mache. Ich bin ja kein professioneller DJ in dem Sinne. Das ist ein nettes Hobby und mehr nicht. Ich kaufe nach wie vor gerne Tonträger, da ich selber aus der Branche komme und Downloads eigentlich total ungeil finde. Es klingt scheiße, man hat kein Booklet und als DJ finde ich es eh immer komisch, so vor dem Computer herumzustehen. Das macht vermutlich bei den DJs Sinn, die ständig auf Reisen sind und den ganzen Scheiß nicht schleppen wollen. Ich schleppe zwar auch nicht gerne, aber ich bin echt zu faul, um den ganzen Kram zu digitalisieren. Na ja, und dass jeder gerne seinem Umfeld mit seinem Musikgeschmack auf den Sack gehen will, finde ich extrem witzig, aber mehr auch nicht. Ich muss mir den Quatsch ja nicht anhören. Das Schöne ist, dass diese MP3-DJs und ihre Partys relativ schnell wieder verschwinden.

Was steht für dieses Jahr noch bei dir an und was möchtest du unseren Lesern noch mit auf den Weg zu deiner nächsten Party geben?

Also wie bisher wird es TRASHPOP PARTY weiterhin am ersten Freitag im Monat in der Werkstatt in Köln geben. Dann am zweiten Freitag im Monat im Hotel Shanghai in Essen. Ab März haben wir eine weitere Party im Haus B in Köln, was früher mal das Neuschwanstein war; ein schöner kleiner Technoschuppen. Das könnte ganz witzig werden. Und nicht zu vergessen: Den extra Termin am Karnevalssamstag in der Werkstatt, in der wir auf dem unteren Floor richtig Karnevalsschunkeln haben werden – grande Spaß!

Und natürlich lege ich immer mal wieder hier und da auf. Eben wie es gerade passt und wie ich eingeladen werde. Auch in diesem Jahr werden wir übrigens wieder ordentlich Specials auffahren und die eine oder andere Überraschung für die Leute parat halten. Einfach immer mal wieder hier gucken: www.myspace.com/trashpopo oder in unserer Facebook Trashpop Gruppe, in der gibt es ab einer Millionen Mitgliedern eine heiße Fleischwurst für jeden. Ganz wichtig ist auch die Tanzklub Süd Party, auf der ich einmal im Monat am vierten Freitag im Tsunami auflege. Da gibt’s von BOWIE über NEW ORDER bis hin zu Northern Soul alles, wozu man tanzen kann.

Vielen Dank für das Interview!

(Christoph Parkinson)

KOMMEN!

“Wüus letscht Nacht chaut isch gsi, wott er itz ga Houz reiche”: Ox #88 kaufen!

Freitag, 05. Februar 2010

Parkili in Bernli

“Land in Sicht! Es fällt mir nun leichter, mich auf die Schweiz einzulassen. Ständig mit einem Bein in einem anderen Land zu stehen, kann größeren Psychostress hervorrufen, als ich es mir vorgestellt habe. (Nicht nur) die Hintergründe für die Erforschung des Nachtlebens erhalten nun eine andere Bedeutung…”

“Parkili geht nach Bernli Pt. III”: Es geht aufwärts. Sonnenstrahlen hellen meinen tristen Alltag auf. Bern wird entdeckt – mitsamt allem, was dazugehört. Häufigerer Besuch, mehr Kultur, mehr Geld, mehr Alkohol, mehr Frauen; von dem Einen mehr, von dem Anderen weniger. Den kompletten Text der Fortsetzungsstory findet ihr im neuen, von nun an im Handel erhältlichen Ox #88.

Abgesehen von dem Interview mit ANOTHER DAY, habe ich die üblichen Reviews verfasst: Tonträgerrezensionen (COPY & PASTE “Disco Romance”/”It’s OK if it’s you”, DAS PACK “s/t”, JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE “Bilder fressen Strom”), Buchbesprechungen (Martin Büsser “Der Junge von nebenan”, Kat von D “High Voltage Tattoo”), Konzertberichte (JAPANISCHE KAMPFHÖRSPIELE/WORLD DOWNFALL und BARSEROS im Sonic Ballrom, Köln).

Außerordentlich viele Beiträge gibt es dieses Mal nicht von mir. Aber wie gut, dass andere Schreiber weitaus fleißiger gewesen sind. Somit beinhaltet die #88 noch Interviews und Berichte über: SMOKE BLOW, A PLACE TO BURY STRANGERS, ALKALINE TRIO, ANOTHER DAY, ARCHITECTS, BYO RECORDS/YOUTH BRIGADE, CONNY LÖSCH, CUTE LEPERS, CWILL, POKEY MO (AGNOSTIC FRONT), FEHLFARBEN, PUNK IN FINNLAND, GENEPOOL, GHOST OF A THOUSAND, GRANT HART/HÜSKER DÜ, KULTUR SHOCK, METAL UND FRAUEN, MONTREAL, NAKED RAYGUN, PVC, SCUMBUCKET, SWORN ENEMY, etc. In Zahlen ausgedrückt: Diese Ausgabe umfasst mehr als 40 Interviews und über 500 Reviews.

Auf der CD sind BOMB FACTORY, NO SHAME, PATSY O’HARA, MELEEH, GAVIN PORTLAND, C.AARMÉ, GENEPOOL, BLOODLIGHTS, DETROIT7, TORPEDO MONKEYS, DEADLINE, NERVES, SOCIAL DISTRUST, LOST BOYZ ARMY, ELEKTROBOYS, WISECRÄCKER, MOSKOVSKAYA, KISMET, LEFT ME BREATHLESS und ADMIRAL vertreten.

“Evaluation” ist für den Herausgeber längst kein Fremdwort mehr. Die Qualität des Inhaltes steigt offensichtlich. Mittelmäßige Interviews werden meist frühzeitig aussortiert und die guten Gespräche erhalten mehr Platz. Das finde ich gut. Und ihr sicher auch.

(Christoph Parkinson)

“Ich knalle euch die Schmetterbälle um die Ohren!”: Super Ping Pong im Bon Soir

Donnerstag, 04. Februar 2010

Mörder-Ping-Pong-Posse, 2005 Trier

Die Idee, bei Bier und Beats Tischtennis in Clubs zu spielen, ist schon älter. In Berlin-Prenzlauer Berg gibt es zum Beispiel seit Ewigkeiten die Ping Pong-Bar Dr. Pong. In der rufen täglich Lakritzbrillengesichter aus allen Teilen der Republik: “Ansteeeeelleeen, Torte!”. Bis 2005 stand in der Trierer Idealbank auch gelegentlich mal eine Tischtennisplatte mitten im Raum und DJs, wie zum Beispiel Andreas Lehnertz (Trust, Die Pia Matergonzales), lagen beste Hardcorescheiben auf, während ich anderen die Schmetterbälle um die Ohren haute. Vermutlich gibt es derartige Sauf’n'Sport-Events inzwischen weltweit in fast jeder größeren Stadt.

Die Idee ist aber nun mal auch famos. Entsprechend glücklich schätzen sich die Berner, dass nunmehr jeden ersten Mittwoch im Monat im Bon Soir der “Super Ping Pong”-Abend stattfindet. Das Prinzip ist das Gleiche wie in Berlin oder sonstwo: Links das Bier und rechts der Schläger. Einzige Unterschiede zwischen den Veranstaltungen in den beiden Bundeshauptstädten sind sprachlicher Natur: “Rundlauf” heißt in der Schweiz “Amerikänerle”, und statt “Anstellen”, wird zum Beginn der nächsten Runde “Aasuge” gerufen. Aus dem Zusammenhang gerissen, hätte ich mit der Kombination der beiden Wörter auf Bern-Deutsch, alles andere als eine Partie Tischtennis verknüpft.

Aufgrund dieses Anlasses, habe ich gestern dem Bon Soir seit langem mal wieder einen Besuch abgestattet. Die Hütte war recht voll, das Treiben um die beiden Tischtennisplatten war in vollem Gange und die DJane hat alles andere als fetzige Sounds aufgelegt. Trotz dem typischen Studentenpublikum mit der obligatorischen Nuance an Flippi-Floppi-Attitüden, war die Stimmung angenehm. Die Spiele waren bis kurz vorm jeweiligen Finale äußerst smooth. Vom sportlichen Ehrgeiz war nur bei den Typen etwas zu spüren, die sich durch einen Sieg eine verbesserte Credibility bei den Mädels erhofften. Den Anderen war es eher egal, wenn der erste Ball eben ins Aus gehauen worden ist. Dann blieb mehr Zeit für König Alkohol. Weil ich es nur einmal auf die Drittplatzierung schaffte, hatte ich bei der Majestät besonders viele Audienzen. Also: Gerne wieder, aber dann bitte mit etwas fetzigeren Beats.

(Christoph Parkinson)

PS:Heute spielen RACOON aus den Niederlanden im ISC. Die Holländer sind im Allgemeinen eher weniger für gute Musik bekannt. Diese Indiepopband aus Goes beherrscht allerdings mal das Songwriting. Den Support übernehmen die Schweizer BRIGHT. Ich habe noch einen Gästelistenplatz übrig. Also falls du mit willst, schreibe mir an cparkinson@gmx.de. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.