Archiv für September 2009

Anti-Karaoke | The Schöne Hubätz | David Hasert

Donnerstag, 24. September 2009

Alter, ganz kurz, hier können sich einige Karaoken noch ne Scheibe von abschneiden: Anti Karaoke in Barcelona. Jeden Montag (!) im Apollo. Der Laden ist ungefähr so groß wie das Underground (Köln) und platzt original aus allen Nähten. “Menos fam porro – más cocaína!” – Oder so was in der Art kreischt dann eine Lack und Leder-Moderatorin von der Bühne, die wie eine Transe aussieht. Das ist Rachel Arieff. Die Alte macht das zweimal die Woche (Barcelona/Madrid) und scheint nicht mehr ganz knusper zu sein. Alle zwei Lieder zieht sie sich vollständig um und ihre Garderobe entspringt komplett einer Jules Jordan Produktion. Hinten auf der Bühne liegen Sachen zum selbst verkleiden und die Leute rasten total aus, Stagediving, Pogo, mit 100 Mann auf der Bühne, alles kein Problem. Vorgetragen werden die Lieder in Phantasieenglisch und Spanisch. Mein “Geheimtipp” im Urlaub, muss man aber selber gesehen haben und bitte betrunken, sonst kommt das hier nicht rüber.

1/2 energy

Letzte Woche Samstag war ich im Club Scheisse auf einem Hardcore Konzert, da spielten Strick, Bob Rooney und TSH. Alter watn Spaß! Club Scheisse ist mittlerweile eh jedem Kölner ein Begriff, in der Bude finden häufiger Privatpartys statt von denen andere nur träumen, speziell Leuten, denen die etablierten (Punk)Läden zu spiessig sind ans Herz gelegt. Einfach herrlich zu sehen, dass es sowas auch noch gibt! DIY ohne Lila-Latzhosen-PCtum, ich liebe die Boys, thanks Steffen, thanks Jan!

Das Konzert war spitze, Strick sind so ne Mischung aus Cotzbrocken und Youth of Today, so ne herrlich ehrlich rumpelige Angelegenheit mit kölschen Texten, dem Schlagzeuger würden auch n paar Kochtöpfe reichen. Dann Bob Rooney, der Sänger hat seine Moves geübt, auch wenn er aussieht, als käme er grade vom Tischtennistraining und am Ende TSH. Mittlerweile kann keiner mehr stillstehen, TSH sind so ein Phänomen, die sind jetzt überregional nicht so bekannt, aber in Köln fliegt die Kuh, wenn die irgendwo auftreten. Das halbe Publikum ist mit freiem Oberkörper unterwegs, es werden Haufen aus Leibern gemacht und es wird an der Decke rumgeklettert, ich hab sogar Weiber zu Boden gehen sehen, Juhuuu!!!

Alles in allem war das sicher nix neues aber ich hab so einen Spaß beim zugucken gehabt, wie ewig nicht mehr (hat man glaub ich danach auf der APhone gemerkt, ich kann mich an nix mehr erinnern).

Hier noch was für alle Techno-Fans: David Hasert, der Boy auf dem Skateboard, hat einen neuen Song auf seinem Profil, You can‘t put your arms around a melody und da haben wirs wieder, einer der Hauptgründe, warum ich den Typ auch als Künstler so mag und was ihn für mich (ich hab keine Ahnung von Techno) so interessant macht und abhebt von den anderen Heinis ist eben, dass der Kerl seine Punkplatten gehört hat, ich stoße bei ihm immer wieder auf Anspielungen und interessante Querverweise, die mich dranbleiben lassen. Toller Song! Wer sich das mal im Club geben möchte dem sei Samstag die LIKE im Subway empfohlen, eine der besten Partys der Stadt.

Christian Destroy.

Japanische Kampflektüre: Literarisches Kniggebashing mit den JAKAS

Dienstag, 22. September 2009

Tales from the Heartside

KNIGGEBASHING

Ich stelle mich nicht vor, die Hand bleibt in der Tasche.
Ich lächle nicht debil, ich trinke aus der Flasche.
Benimm und Etikette, Vokabular und Renomée
hab ich heut zu Haus gelassen, ich kann es selbst nicht fassen.

Ich benutze das Besteck weder von Aussen noch nach Innen,
esse bewusst geräuschvoll, benehme mich lautstark daneben.
Kraftausdrücke, penetrante Wiederholungen,
ein bisschen Tourette gehört zum guten Ton!

Als jemand eine Rede halten möchte geh ich kacken,
nicht ohne den gesamten Tisch davon zu unterrichten.
Die sonst eher skrupellosen, durch Profit und Gier zusammenge-
haltenen Schichten reagieren pikiert.

Es tut so gut wenn alle Regeln brechen –
Kniggebashing.

Die JAPANISCHEN KAMPFHÖRSPIELE aus Essen sind 2010 weiterhin fleißig wie die Bienen. Für Anfang des nächstens Jahres ist, neben dem neuen Album (”Bilder fressen Strom”), eine “Best Of” auf vier CDs geplant. So was nervt bei vielen Bands, aber die Herren sind bekanntlich schon immer für eine Überraschung gut gewesen. Also ausnahmsweise mal abwarten und nicht direkt meckern!

Besonders die JAKAS-Fans aus dem Poetry-Slam-Bereich werden sich darüber freuen, dass die Band obendrein für 2010 eine Veröffentlichung mal ohne metallischen/grindigen Lärm plant: Die “Japanische Kampflektüre”. Alle Songtexte werden in einem ansehnlichen Taschenbuch abgedruckt. Spontan fallen mir nicht viele Bands aus diesem Genre ein, bei denen sich so etwas ansonsten lohnen würde. Die Bedeutung der Texte ist, zumindest für denjenigen, der sie hier schreibt, von Beginn an mindestens genauso wichtig gewesen, wie die Musik. So soll es bei Bands mit einem subversiven Background/Anspruch natürlich immer sein, aber dass dem seltener so ist, muss ich keinem erzählen. Für das Buch wird übrigens noch ein würdiger Verlag gesucht. Interessenten bitte direkt an folgende Emailadresse schreiben: jaka@soc8y.de. (Christoph Parkinson)

Hip Teens Don’t Wear Blue Jeans: BODI BILL Live

Montag, 21. September 2009




BODI BILL sind live fast immer sehenswert. Und ihre Platten sind alle empfehlenswert. Eine Band, die nicht so leicht in eine Schublade passt. Für das Anfang Oktober erscheinende Ox Nr. 86 habe ich den Sänger der Band interviewt. Wer also mehr wissen will, kauft sich in naher Zukunft das Heft.

Und wer einen Gratisbums mit einem der beiden ehemaligen FCZ-Herausgeber gewinnen möchte, beantwortet folgende Frage: Wem gehört dieser unglaublich interessant aussehende Haarschopf, der in dem unteren Video vor der Handykamera herumwackelt? (Christoph Parkinson)


Einmal Jan Off, einmal Emo, zweimal Ventil!

Freitag, 18. September 2009

Jan Off / Emo

VENTIL DIE ERSTE!

Einer meiner aktuellen, deutschen Lieblingsautoren, Jan Off, wurde mit seinem aktuellen Buch “Unzucht” für die Hotlist nominiert. Nicht nur aus persönlichen Gründen rufe ich euch alle an dieser Stelle dazu auf, für ihn abzustimmen. Die Preisverleihung findet am 16.10.09 im Rahmen der Party der jungen Verlage in den Räumlichkeiten des Kunstvereins Frankfurt am Main statt. Also keine Müdigkeit vorschützen und Aaaaaaaaaaaction! Zum Voting geht es über die folgende Seite:

http://www.freitag.de/umfragen/hotlist2009

Für diejenigen, die das Buch noch nicht gelesen haben und gerne wissen möchten, worum es geht, denen sei vor oder nach dem Voting meine Rezension (aus dem Ox Nr. 84) empfohlen:

“Das hier ist wirklich unanständig. Es ist nichts Körperliches, es ist ein rein geistiger Kick. Es ist ein Bild, um das es geht; das Bild und der Reiz des Verbotenen, den es besitz.” Unzucht. Der Buchtitel gibt den Ton an. Zwei unterschiedliche Menschen, zeitweise körperlich und geistig miteinander vereint, verbindet nur das Verfolgen des gemeinsamen Ziels, von Fick zu Fick immer weitere moralische Grenzen zu übertreten. Das Schamgefühl wird in Wein ertränkt. Wiederholungen sind nicht erwünscht. Das nächste Treffen muss den Kick und damit das sexuelle Erleben steigern. Es geht um Lust. Es geht um Fleisch. Es geht um die Gewissheit, dass man sich wiedersehen wird. Was dazwischen passiert, ist nicht wichtig. Hauptsache jeder spielt seine Rolle und vor allem: Jeder hält sich an die Regeln…

Jan Offs Art und Weise zu erzählen, begeistert und fesselt immer wieder. Mit einem ausgezeichneten Geschick formuliert und strukturiert er seine Geschichten so, dass man meinen könnte, diese Handlungen seien tatsächlich erlebt – sie seien rundum autobiographisch. Jedes Detail stimmt und die Story hat keine Ecken und Kanten. Jan Off beschreibt reale oder fiktive Charaktere und Begebenheiten derart, wie sie als das Resultat menschlicher Beziehungen und Interaktionen in dieser Gesellschaft eben tatsächlich vorkommen mögen. Wollen andere Autoren mit Vulgärem provozieren, so lässt Jan Off lieber den Leser sich an dem Blick hinter die menschliche Fassade erfreuen, erschauern oder vielleicht sich selbst wiedererkennen. Ein wichtiges Buch eines wichtigen deutschen Schriftstellers.

VENTIL DIE ZWEITE!

Die Entwicklung der Emoszene verwirrt nicht nur mich. Die ursprüngliche Szene mit ihren Bands wie RITES OF SPRING, DAG NASTY, MEREL, FINGER PRINT und Co. gingen, während meiner musikalischen Früherziehung, natürlich nicht an mir vorbei. Als Emo kurz vor der Jahrtausendwende mit Bands wie JIMMY EAT WORLD, SUNNY DAY REAL ESTATE oder THE PROMISE RING in Verbindung gebracht worden ist und sich die Jugendkultur der Hörer verändert hat, war für mich auch noch alles recht klar. In den letzten Jahren hat sich die “Emoszene” jedoch so sehr verändert, dass ich beinahe gar keine Ahnung habe, was hier los ist. Androgyne Jugendliche mit geschminkten Augen, schwarzen Haaren, Hello Kitty-Zeugs und Co. galten plötzlich und gelten immer noch als “die Emos”. Im Gegensatz zu wilden Punktreffen an Bahnhöfen, stehen sie in Hundertenscharen nur dort herum und machen nichts. Was hinter dieser relativ neuen “Jugendkultur” steckt, ob nun Rebellion, Fashion oder nur reine Geschmacksverrinung, ist auf den ersten Blick nicht ganz so einfach zu sagen.

Die neueste Veröffeffentlichung aus dem Hause Ventil Verlag, “Emo – Portrait einer Szene” von den Herausgebern Martin Büsser, Jonas Engelmann und Ingo Rüdiger, möchte Klarheit schaffen und untersucht sehr spannende Thesen. Die ausführliche Rezension über das Buch könnt ihr im Anfang Dezember erscheinenden Ox Nr. 87 nachlesen. Das Buch dürft ihr euch bei Interesse jetzt schon über Amazon für 16,90 Euro ordern. (Christoph Parkinson)

Banani, voll Banani: Ich saufe alleine 2009!

Donnerstag, 17. September 2009

Wieso eigentlich nicht mal “Ich dröggele allein”? Das passt nicht nur besser zur nächsten Aftershowparty alleine vorm Spiegel, sondern tönt auch nicht so negativ wie “Pille, palle, alle pralle” von LÜTZENKIRCHEN. Die Version von MODERN STALKING ist ja schon mal ein Anfang. Oder wohl doch eher das Ende? (Christoph Parkinson)

Inglourious Basterds

Dienstag, 15. September 2009

Inglourious Basterds? Stell Dir einfach Kill Bill 2 vor, nur dass er in Nazideutschland spielt. Oder stell Dir Death Race vor, nur dass er in Nazideutschland spielt. Oder stell Dir den nächsten oder übernächsten Tarantino vor, nur dass er in Nazideutschland spielt. Da allerdings jeder noch so schrottige SAT1 Comedian mitspielen durfte, hätten Mike Krüger und Thomas Gottschalk auch ne Rolle verdient gehabt. Geil, “Zwei Nasen tanken super!” mit 15-minütigen Monologen über Pro und Contra von Gürkchen auf Wurstbroten und einem Soundtrack von Gunter Gabriel. Hitler hätte auch besser von Hella von Sinnen gespielt werden sollen. Nee, Quatsch, lieber von Matteo.”

(Mein Mitbewohner)

“Am Ende war ich für die Nazis.”

(Ich, nach verlassen des Kinos)

Recht hat er, mir geht dieser Quentin Tarantino langsam ultra auf die Eier. Es hört überhaupt nicht mehr auf. Der Typ hat von Character Development und Storywriting null Ahnung, es gibt keinen Spannungsbogen und jeder Filmtrailer oder jede Unterzeile auf einem seiner Plakate verraten schon die komplette Handlung. Mit Ende. Mehr ist nicht drin im Film. Gefüllt wird das ganze mit 20 minütigen kultigen Dialogen/Monologen, kultigen Typen und kultigen “Hommagen”. Ich bin auch niemals schlecht unterhalten, nur regen mich seit mindestens Kill Bill 1 die sich überschlagenden Leute auf, die glauben sie hätten gerade Kinogeschichte konsumiert. Ihr habt offensichtlich noch nicht viele Filme gesehen. Das schlimmste an meinem Kinobesuch war allerdings, dass ich in einem flippigen Kino war, in dem nur Originalfassungen gezeigt werden, das zieht automatisch ein ganz wiederliches Besserwisserpublikum mit Lakritzbrillen, Kabelarmen und Becks Gold-Flaschen in der Hand an, kann man sich ja denken wie so eine Vorstellung ist, da gehe ich nächstes Mal lieber in eine mit Prolls gefüllte The Fast And The Furious Veranstaltung, die machen mich weniger aggressiv.

PS: Pulp Fiction ist großartig, dieser Film hat alles verändert. Nicht großartig sind hingegen Pulp Fiction-Partys auf denen Oberstufenschüler mit Kommunionsanzug und Blues Brothers Sonnenbrille rumlaufen.

PPS: Ich habe nichts gegen Quentin, der ist bestimmt cool und hat Spaß an dem was er tut.

Christian Destroy.

bensationell@yahoo.de

Samstag, 12. September 2009

Ben und icke

Hab ich gerade vom like-Blog geklaut. Ben ist übrigens der süße Boy auf dem Bild neben mir. Die Rechtschreibung und eigenwillige Grammatik vom David hab ich mal so gelassen, kann er nix für, dass er nur auf der Baumschule war:

kein witz.der verrückte holländer ben sitzt, wie jeden mittag am fenster der aachenerstraße 56 (überm Sixpack) und wirft wasserbomben auf vorbeigehende passanten, als sich plötzlich eine frau lautstark beschwert und schreit das sie jetzt die bullen ruft. ben schreitet daraufhin, ohne schuhe runter zu ihr auf die straße um sich zu entschuldigen, als er bemerkt das die frau die er da gerade beworfen hat , die “feuchtgebiete” autorin und unrasierte dinkelmöse charlotte roche ist. sie sagt:”irgendjemand muss dich ja anzeigen”. ben sagt “kein wunder das du alleinerziehend bist” (anm d autoren sie hatte ihren kleinen sohn dabei, für den die wasserbombe warscheinlich das witzigste erlebnis des tages war)

sie wartet, ungelogen eine stunde mit sushi in der hand auf die polizei. die bullen kommen , lachen sich einmal kaputt und erklären ihr das leider kein strafbestand vorliegt weil sie nicht getroffen wurde. sie fühlt sich ungerecht behandelt und schreitet grummelnd von dannen.

Destroy!

Am Rande des Wahnsinns: Das Abenteuer einer Heimfahrt!

Freitag, 11. September 2009

It's good to be back!

Wochenende: Schnaps raus, Senf an die Decke und den Verstand in die Mikrowelle! Nach einmonatiger Abwesenheit darf mich Köln wieder begrüßen. “Hallo Parki” – “Hallo Köln!”. Happy Birthday Andy F.! Hallo Jakob, ach, du auch hier? Und Christian, schön, dich endlich mal wiederzusehen, komm her, kriegst einen Bruderkuss! Und Steffen ist auch da! Yeah, ich drehe durch. Es fehlt nur noch der Hanzel, aber der kauft gerade in Istanbul Massen an gefälschten Ed Hardy, Bruno Banani und Dolce & Gabbana-Klamotten, um im S38 am Wochenende auf modebewussten Checker machen zu können. Aber ja, alles super. Alles gut. Ich freue mich mal wieder hier zu sein. Der Samstagabend toppt den Vortag. Nur schockierend: Ein gewisser Vorfall am Samstagvormittag. Die Stimmungsangabe “DESTROYed” erhält seitdem bei Myspace eine neue Bedeutung. Nein, gar nicht gut. Blende ich diesen Vorfall aus und ziehe Sonntagnachmittag im Geiste Bilanz, muss ich sagen: Ein herrliches Wochenende!

Ein wenig am Arsch, aber zufrieden, geht es um 19 Uhr zum Kölner Hauptbahnhof. Meine Mitfahrgelegenheit von Freitagabend nimmt mich wieder mit zurück nach Bern. 35 € pro Strecke ist nun wirklich nahezu geschenkt. Der Typ scheint in Ordnung zu sein. Er ist Mitte 40, Dachdecker-Meister, werkt unter anderem an der Laube vom Berner Bundeshaus herum und hat Familie in Mettmann. Die Kategorie von Fahrern “Ü40, Familie, Kohle” ist mir am liebsten. Im Regelfall handelt es sich hierbei um sehr gute, zuverlässige und umgängliche Lenker.

19 Uhr 30 werde ich unruhig. Wir haben 19 Uhr abgesprochen. Ich rufe ihn zehn- bis zwanzigmal an. Doch der Typ geht nicht an sein scheiß Handy. Eine Mischung aus Wut und Panik macht sich breit. Wenn der Vogel mich im Stich lässt, habe ich ein riesiges Problem…

Eine weitere halbe Stunde später gibt es keine Zweifel: Ich habe ein riesiges Problem! Geladen stampfe ich in den Bahnhof und will mir für den nächsten Tag ein Rückfahrticket nach Bern kaufen. Am Schalter komme ich sofort an die Reihe. “130 € – bezahlen Sie bar oder mit Karte?” Weil ich kein Bargeld habe, hole ich meine Schweizer EC-Karte hervor. “Tut uns leid, die wird von unserem System nicht angenommen.” Ich versuche es mit meiner Sparkassenkarte. Zwar bin ich mir sicher, dass ich auf diesem Konto höchstens zehn bis zwanzig Euro zur Verfügung habe, aber vielleicht lässt sich das Konto überziehen. Als ich die Geheimnummer eintippen möchte, trifft mich der Schlag: Ich habe sie vergessen. Argh! Ich verabschiede mich höflich. Mein Gehirn hat sich von den Narkotisierungen der letzten drei Tage spürbar nicht erholt.

Salut Gevatter Rhein

In der Bahnhofshalle probiere ich verschiedene Kombinationen aus. Um den Einzug der Karte zu vermeiden, verhalte ich mich sehr geschickt und tippe den vermeintlichen Code in die Luft. Irgendwann habe ich ihn! Hoffnungsvoll gehe ich an den Automaten – zehn Euro, mehr gibt es nicht. Ich fordere das Schicksal heraus und fahre angepisst und ohne gültigen Fahrschein zurück zum Club Scheiße, meine Wochenendherberge und mein LieblingsÄTHERblissement.

Schnellstmöglich muss ich an 130 € kommen – am Dienstag ruft eine halbwichtige Tagung in Bern. Hier in der Gegend einen Freund zu finden, der mir spontan mit mehr als 10 € aushelfen kann, ist keine leichte Aufgabe. Pöbeloli hilft mir schließlich aus der Patsche. Montagmittag findet die Übergabe statt. Während die Drei Fragezeichen hyperaktiv einen alten Fall aufklären, vergrabe ich mich ins Plumeau und schlafe den Schlaf, den sich mein Körper seit einer halben Woche gewünscht hat.

Pöbeloli hat das Handy aus. Sturmklingeln zu Hause hilft auch nicht. Die Zeit drängt. Fünf bis sechs Stunden muss ich für die Fahrt nach Hause einplanen. 14 Uhr 30 kommt der erlösende Anruf. “Bin wach, Alter, wann treffen, wo, ey?”. Ich mag seine Direktheit genauso gerne wie seinen überschaubaren Sprachschatz. Die Übergabe an der Körnerstraße verläuft wie geschmiert. Wenn ich mich spute, kriege ich den Zug um kurz vor vier. Also ab in die “3″ und weiter Richtung Dom!

Am Bahnhof angekommen, bleibt noch Zeit für den Buchladen. Ohne irgendeinen Scheiß zu lesen, halte ich die Zugfahrt nicht aus. Also, was gibt es an Neuveröffentlichungen? Mh… Mein Blick schweift über die Stapel an Literatur: DIANA GABALDON “Echo der Hoffnung”? Äh, nein. EDMUND HARTSCH “Peter Maffay – Auf dem Weg zu mir”? Sehr! CHERRY AIDAR “Nimm mich!” Oh Mann, ja, bitte, hier und jetzt. Nee, echt, geht’s noch? Wieso findet sich für solche Bücher überhaupt ein Verleger? Weitere Titel lauten “Aus Versehen verliebt”, “In Wahrheit wird viel mehr gelogen”, oder “Kluftingers neuer Fall”. Noch Fragen? Es wird Zeit, dass ich mich nach anderthalb Jahren wieder der Arbeit an meinem Buchdebüt widme: “…und auf Vernichtung läuft’s hinaus – Das Manifest der Misanthropie”. Ungelegte Eier bringen keinem was – außer einem niedrigen Cholesterinspiegel. Ein scheinbarer Lichtblick weckt mich zärtlich aus meinen Träumen:

Zwischen “40 Tage im Kloster des Dalai Lama” und “Remember the Time: Michael Jackson”, sticht mir “Bonbon aus Wurst” von HELGE SCHNEIDER ins Auge. Das soll ja ganz witzig sein. Zu Helge Scheider brauche ich ja sowieso nichts mehr zu schreiben. “Drei Männer in einem Raum, hüargh, da kann man schlecht Votze lecken!”. So sieht es aus! Neuen Weisheiten vom beneidenswert musikalischen Quatschkopf bin ich nicht abgeneigt, aber nach “Evil” von JACK KETCHUM begehre ich – Achtung: Überraschung! – wieder einen Roman, der mich vor Wut und Ekel zur Weißglut bringt und mich daran erinnert, dass sogar ich ein Schamgefühl besitze. Die Horror-Ecke des Buchladens besteht nur aus blutigem Kitsch. Vampire, Spuk im Waisenhaus und liebestolle Mumien. Das turnt mich nicht an. Um nicht mit leeren Händen auszugehen, greife ich mir den Beststeller “Die Chemie des Todes” von SIMON BECKETT. Kurz nach dessen Neuerscheinung hat mir Jenny Desaster dieses Werk mal empfohlen. Dass sie einen guten Geschmack hat, weiß ich ja. Schließlich hat sie es bemerkenswert lange mit mir ausgehalten. Wie auch immer, schnell noch die Bildzeitung dazu und ab geht’s! Der Glauben an eine gute Heimfahrt kehrt zurück.

Den Glauben an Happy Ends noch nicht verloren...

Drei Minuten bevor mein Zug eintrifft, verspüre ich ein vorlautes Magenknurren. Der Blick auf die Imbissbude neben mir, aktiviert meine Speichelproduktion. Parki muss essen! “Einmal Bratwurst mit viel Senf! Dazu noch eine Rivella blau. Wie, die gibt es nicht? Na gut, dann eine Fanta. Aber bitte machen Sie schnell, mein Zug kommt jeden Moment”. Während ich aus meiner Hosentasche, in die ich vorhin Geld und Fahrschein gesteckt habe, den letzten Zehneuroschein herausziehe, fährt der Zug ein. Die mit dem augenscheinlich frittierten Haar hinter der Kasse stehende Frau, gibt mir mein Wechselgeld in Zeitlupe. Ich muss sprinten. Mit ein paar Sprüngen erreiche die Bahn, betrete das erste Großraumabteil und mache es mir gemütlich. Die Türen schließen, nächster Halt “Siegen”.

“Die Fahrscheine bitte”, kaum habe ich mir den Senf aus dem Gesicht gewischt, steht die Schaffnerin vor mir. Sie ist um die fünfzig Jahre alt, klein, trägt eine Brille im Gesicht und eine herausgewachsene Dauerwelle auf ihrem unförmigen Kopf. Ich greife in meine Hosentasche. Außer einem zerknitterten Flyer, einer benutzten Serviette und ein paar Münzen, kann ich nichts finden. Oh nein… Jede Tasche in meiner Hose, jedes Fach in meinem Rucksack inspiziere ich. Der Fahrschein lässt sich nicht auffinden. Der Titel der ersten GOLGATHA 7″ geht mir durch den Kopf: “Ich weiß nicht, ob ich weinen oder kotzen soll”. Ich entscheide mich für eine dritte Option: Eine unauffällige Atemübung. Mit dieser Technik versuche ich Ruhe in eine Situation zu bringen, die sich innerhalb weniger Augenblicke verschärft.

“Sie haben den Fahrschein verloren? Aha, dann gebe ich Ihnen die Möglichkeit, sich bei mir einen neuen bis Basel/Badischer Bahnhof zu kaufen. Können Sie bar bezahlen?”
“Nein, leider nicht, aber ich habe eine Schweizer EC Karte”
“Mit dieser kann das System nicht arbeiten. Es tut mir leid, aber dann muss ich Ihnen zusätzlich eine Strafe von 40 € berechnen, die Sie dann innerhalb der nächsten vierzehn Tage überweisen. Insgesamt macht das dann 150 €. Geben Sie mir bitte Ihren Personalausweis, damit ich Ihre Daten aufnehmen kann.” Während sie das sagt, hält der Zug an der nächsten Station.
Den Unmut herunterschluckend versuche ich mich mit weiteren Kosten abzufinden und gebe ihr den Ausweis. Anstatt die Klappe zu halten, beliefere ich die Frau unbewusst mit für mich verhängnisvollen Informationen: “Die Adresse ist aber nicht aktuell, seit Januar wohne ich in der Schweiz. Meinen Fremdenausweis habe ich nicht dabei, aber ich kann ihnen meine Anschrift mit meiner Monatskarte bestätigen.”
“Wie? Dann ist der Ausweis nicht gültig. Die Angaben auf der Monatskarte sind irrelevant. Ich muss Sie bitten, auszusteigen.”

Äh? Was… Endzeitstimmung. Alternative Lösungen habe ich nicht parat. Resigniert nehme ich mein Gepäck und will aussteigen. Kurz bevor ich die nächste Ausstiegsmöglichkeit erreiche, pfeift die Trulla und gibt dem Lokführer das Zeichen für die Abfahrt. “Pardon, aber ich konnte den Zug nicht aufhalten. Der nächste Halt ist “Frankfurt, Flughafen”.

Pardon? Wie, nun spricht sie schon auf Französisch mit mir, dieser gottverfluchte Racheengel in der Gestalt einer verlebten Mistmuck?! Wie geistesabwesend schaue ich durch sie hindurch. Das ist jawohl nicht ihr ernst… Ich sehe mich in einer Dreiviertelstunde ohne Geld und ohne gültigen Ausweis am Frankfurter Flughafen stehen. Und dann? No idea. Ich bin baff. Ich bin so etwas von baff wie lange nicht mehr. Gelegentliche Abenteuer sind schön und gut, aber das muss nun wirklich nicht sein. “Weinen oder kotzen”? Vor den Augen der Schaffnerin beginne ich zu würgen.

Am Rande des Urins

Bevor ich wie eine frisch geputzte Katze Fell oder ähnliches ausspucken kann, macht die Schaffnerin ihren Mund auf: “Geht es Ihnen gut?”, fragt sie und quillt für eine Sekunde fast vor Empathie über. Ich halte meinen Mund.
“Okay, passen Sie auf, ich habe nicht gehört, dass die Adresse auf ihrem Ausweis nicht aktuell ist. Wenn Sie die Rechnung nicht bezahlen, kommen Sie in Teufelsküche. Also bitte tun Sie uns beiden den Gefallen und bezahlen das Geld”, sie zwinkert mir mit einem Auge zu.

Hoffnung. Lichtblick. Happy End. Zumindest für diesen Moment. Ein warmes Gefühl macht sich in mir breit. Der Eimer Serotonin in meinem Kopf schwappt über. Ich schwöre auf meine Mutter, dass ich das Geld bezahlen werde! Also gedanklich. Irgendwie. Rettung! Ich gehe zurück zu meinem alten Platz. Erst mal herunterkommen… Die Fahrt bis nach Basel verläuft angenehm und ohne Zwischenfälle. Normalerweise fahre ich sehr gerne Zug. Normalerweise.

Vier Stunden später fahre ich eine Station schwarz und steige in Basel/Schweizer Bahnhof aus. Der Zug fährt weiter nach Interlaken – über Bern. Für die Weiterfahrt muss ich einen weiteren Fahrschein kaufen. Ich bin guter Dinge. Schließlich befinde ich mich in der Confoederatio Helvetica, dem Heimatland meiner Bank. Basel ist nach Zürich und Genf die drittgrößte Stadt der Schweiz. Also wird es selbstverständlich sein, dass selbst die kleine Valiantbank hier einige Filialen hat, vielleicht sogar in Bahnhofsnähe. Am Taxenstand frage ich einen der Fahrer, wo ich die nächste Filiale finde. Er scheint mich nicht verstehen zu wollen und antwortet nur: “Gibt’s nicht, keine Zeit.” Ich frage den nächsten. “Keine Ahnung, keine Zeit.” Vielbeschäftigt wirkende Männer soll man nicht stören. Ich erkundige mich erst am Brötchenstand, dann in der Wechselstube. Die Bank ist niemandem ein Begriff. Das wundert mich, aber ich halte es dennoch nicht für möglich!

Von meinem letzten Schweizer Kleingeld rufe ich die Auskunft an. “Nein, es tut mir leid, für die Valiantbank ist in Basel KEIN EINTRAG verzeichnet. Ade.” Bitte? Stille… Vakuum… Endstation… Das ich nicht lache! Ich bin an einem Punkt angekommen, an dem ich die heutigen Ereignisse mit Humor nehmen kann. Nach Bern sind es keine einhundert Kilometer mehr. Meine Lage ist, unabhängig von meinem Befinden, wieder sehr, sehr finster. Ich fasse zusammen: Kein Bargeld, keine verwendbare EC-Karte, keinen gültigen Personalausweis und noch viel schlimmer: Kein Beleg dafür, dass ich eine Aufenthaltsgenehmigung habe und in der Schweiz wohnhaft bin. Der Gedanke, schwarz nach Bern zu fahren und mich im Zweifelsfall erwischen zu lassen, löst sich in der Gewissheit auf, als angeblich in Düsseldorf wohnender Ausländer nicht viele Privilegien zu besitzen und mit noch mehr Ärger konfrontiert zu werden.

Ein Leben am Basler Bahnhof ist vermutlich besser als ein Leben am Frankfurter Flughafen. Wieso beschwere ich mich überhaupt? Völlig möchte ich mich meinem Schicksal allerdings noch nicht fügen und werde plötzlich geistreich. Die Polizei kann mir sicherlich bestätigen, dass ich in der Schweiz gemeldet bin. Oder vielleicht kann ich mit meiner Sparkassenkarte am Geldautomaten mehr Geld als in Deutschland abheben, weil hier keine präzisen Informationen über meinen Kontostand vorliegen. Bevor ich als alter Deutschpunker (”Schlachtrufe BRD I-IV”) die Hilfe der Cops in Anspruch nehme, versuche ich zunächst den zweiten Gedanken in die Tat umzusetzen. Und siehe da: Ein Wunder! Der Automat spuckt mir den benötigten Schein aus. Endlich, endlich kann es nach Hause gehen. Achtung Bern, ich komme!

Ankunft: Bern bei Nacht

Etwa 22 Uhr schließe ich die Wohnungstür auf. Geschafft! Happy End – zwar ein teures, aber wenigstens ein Happy End. Und das ist erst mal die Hauptsache. In meinem Küchenschrank befindet sich noch genügend Reis, um die nächsten zwei Wochen über die Runden zu kommen. Irgendwo in meinem Zimmer finde ich sicherlich noch eine Flasche Wein. Was brauche ich mehr? (Christoph Parkinson)

Zu Gast: Madhouse Meeting (ex-Suburbia) #1

Mittwoch, 09. September 2009

Madhouse Meeting

Richtungsweisende Fanzines bestehen meines Erachtens unter anderem aus einer gesunden bis gewagten Mischung aus protagonistischem Weitblick an Provokation und Arroganz, dies durch eindeutig formulierte Statements vorgetragen und einem gesunden Konservatismus im sprachlichen Ausdruck.

Dies ist ohne jede Frage das stilbildende Mittel für ein solches Heft, wie wir es uns im besten Falle vorstellen. Internetblogs hingegen funktionieren völlig anders, setzen kaum etwas vom Leser voraus und geraten dadurch schnell in den Verruf, eine ebenso leichte Kost wie ein Landserheft zu sein. Einen idealen, gleichbleibend einfachen Sprachstil zu finden, ist daher von außerordentlicher Wichtigkeit für das Autorenteam. Insbesondere in der heutigen Zeit, in der von klassisch kontinentaler Erziehung – mit entsprechender Bildung – selbst in den besseren Familien keine Rede mehr sein kann, und aus falsch verstandener Lockerheit, gerade in der doch so prägenden Adoleszenz mehr Freiheiten gewährt werden als der gesunde Menschenverstand an sich dulden würde. Und dies führt ohne Frage dazu, dass die Jugend einen Herbert Wehner, geschweige den einen der alten Philosophen, auch nur halbwegs versteht und im Redefluss jenseits jeder Suada folgen kann.

Im Rahmen meiner Tätigkeit hier meinte man mir mitteilen zu müssen, dass solche Überlegungen auch themenspezifisch sind und ich bin tatsächlich von Christoph Parkinson schriftlich ersucht worden, nach Möglichkeit doch bitte etwas Unpunkiges zu schreiben. Nun gut, dies sollte einer Person, die inzwischen regelmäßig arbeitet, Walker’s Shortbread verzehrt, ausgesuchte Kaffeesorten zu schätzen weiß und, wie der T101, der Polizei aus dem Weg geht, eigentlich ausgesprochen leicht fallen. Denn die Gretchenmösetaugenichtszeiten sind (zumindest vorläufig) vorbei. Adventures, wie sie Caine in Kung Fu erleben durfte, kommen erst recht nicht mehr alle Ritt lang vor (wären meiner Konstitution mittlerweile auch wirklich zu abträglich) und in Hangover war man seit der Expo auch nicht mehr.

Letztes Abenteuer ist die Musik. Da darf man noch ungestraft Held sein und zeigen, dass man durch nichts, durch gar nichts aufzuhalten ist – im Sinne des guten Geschmacks. Die Gründung einer foodwatchartigen Organisation ist anzuregen (Slowfood klingt im Zusammenhang mit Musik doch etwas langweilig). Bei guter Musik, in unserer heutigen Mitteilung wollen wir uns primär auf solche beschränken, fällt es mir denn doch schwer, einer solchen Anweisung Folge zu leisten und Punkbezüge vollkommen auszuklammern. Andere können dies ohne Zweifel wesentlich besser, aber wie könnte ich auf die hier lesende Jugend (Jello B. nannte bei “Names For Bands” äußerst geschickte Bezeichnungen wie die kanadischen “YouthYouthYouth” oder die fiktiven “Young Youth” und natürlich “OldYouth”, die Combo in der wohl die Mehrzahl inzwischen mitspielt) didaktisch einwirken, wenn ich etwas über HipmitHop, Elektro schreiben sollte.

Lee Ving

“Schuster bleib bei deinen Leisten”, trotzdem empfehle ich abseits vom Punk jeden die bald erscheinende CD der Cowboy- oder Countryband RANGE WAR. Der wichtigste Grund ist der geniale! Gesang von Mr. Lee Ving, zudem wohl in diesen Kreisen nicht mehr gesagt werden muss…

Im gefährlichen, mexikanischen Grenzgebiet zwischen Punk und relativ abgefahren, agieren die genialen CARNAGE ASADA. In jedem Fall mal die Bandstory lesen, die ebenda hinterlegt ist.

Zur nächsten Band habe ich natürlich, alleine aus autobiographischen Gründen, eine Affinität. Diese Truppe heißt PISTOL JAZZ. Am besten mit einer heißen Flasche des besten Sakes oder mit einer Pulle Rotwein seines Lieblingswinzers, mit Cointreau, dazu Lardo auf dem Toastbrot und guten, alten Käse mit Knoblauch. Die Fotos sind fast so genial wie der Sound und auch die Blogs auf der Page stehen der Musik in nichts nach. Absolute Empfehlung!

Ein Mann mit krassen Hits ist auch RUDOLF RASCHBERGER, der gaaanz früher mit dem PUNKENSTEIN etc. Sänger Luey, mit Fotzer und Erwin von SS-ULTRABRUTAL und dem NAPALM-Basser, Arne Wagner (auch begnadeter Sänger von NOISEANNOYS), in einer Formation namens KOTZBROCKEN spielte. Wo diese Persönlichkeiten noch alle tätig waren/sind, sprengt wirklich den Rahmen und wird an anderer Stelle demnächst geschildert. Heute wohnt er in der grünen Stadt Freiburg und schafft es, dort so schöne Songs wie “Synapthic Overthrill” oder “Yesterday Fright” zu komponieren, die aber auch gar nix mehr mit C3I, HUAH usw. zu tun haben (aber trotzdem gut klingen).

Los Brachialos

Auf Myspace findest du die LOS BRACHIALOS. Beim Hören stellst Du sofort fest, dass der Name Programm ist und du nicht umhinkommst, dir die Pics anzugucken. Es ist eine unglaublich energievolle Mischung aus Blues, Punk und Rock. Gute Bassistin, hammerhärtester Sänger, und am Schlagzeug? Der Meister der Fischverarbeitendenindustrie Sven Gottfredsen! Irgendwie erinnert mich die Combo an eine der weltbesten Punk Rock Bands: THE NITWITZ (wonach ihr bitte selber sucht, es mir aber auch versprechen müsst!)

Es gibt wirklich noch eine nette Jugend heutzutage, fern jeder Kriminalität, der Drogen und jedes Protests. Die findest du in aller Regel nicht in der City, sondern in der rheinischen Provinz. Hier wird bewiesen, dass man zwar Musik für Frauen machen kann, damit Mann süß gefunden wird (was schon ein bisschen arm ist), oder aber man macht Musik mit einer Frau, die auch singen kann (was ehrlich ist), wie es z. B. der ehemalige SOOR-Basser Sascha tut. Das Lied “Dancefloor” von ORANGE LANGE ist ein schöner Anlass, um sich die Stimme der ex-KARATE DISCO-Frontfrau, Sue, anzuhören. Sehr schön, wirklich!

Die Rock!-Combo THEE RICHMEN haben mit Eric Hysteric nun wirklich keine unbekannte Person an der Klampfe. Und Earl Gravy ist niemand anderes als Helge Reich von den leider aufgelösten JAM TODAY und den BLUE STORIES. Auf deren Seite stellt man fest, dass auch ein Herr Mengler mal hart auf die Felle gehauen hat. Ich gehe wohl recht in der Annahme, dass es sich um den berüchtigten Meng handelt… Die Musik, der inzwischen ja nun auch gestandenen Männer, ist durchaus 50iger ohne jedoch piffig zu sein, das kann ich ja nun gar nicht ab. Meine Beschreibung wird der Sache nicht gerecht, ich hab davon auch zu wenig Peil…

Charly Jungbluth

Es gibt noch ein hochinteressantes Liveprojekt, welches ich noch nicht hören konnte, namens THE 100 CLUB. Da geht‘s um Punkcover und laut meinem alten Kumpel, Charly Jungbluth, sind die der Hammer schlechthin.

Kennt man sich einigermaßen in O.C. Kalifornien aus, so stößt man unweigerlich auf THE PREUßENS. Hier geht es friedrich militärisch zu mit Pickelhaube anstatt Autojacke und Halbakustikgitarre anstatt der E.S.P.. Dies führt uns, nach dieser wirklich gelungen Interpretation des Kanonenballs, zu einem meiner Lieblingsgitarrenspieler, Rob Milucky, aus eben jener Gegend. Denn dieser klimpert aktuell bei einer Band namens STRANGERS. Klarer Fall, das ist eine Punkband!!! Zwar eine, die auch deine unerträgliche Mudda hören kann, aber das ist auf ihre unzulänglichen Englischkenntnisse zurückzuführen. Mein persönlicher Anspieltipp für dich jedoch ist der Song “America”.

Auch wenn es einige wundern mag, es ist mir nicht entgangen, dass sich bestimmte Personen auch aus unseren Reihen für Rap und HipHop interessieren, um dort das Primitivste vom Primitivsten zu suchen.
Gratulation Spacken! Man könnte anstatt dessen gute Sachen aus dem Sektor wie die BRONX BOYS mit my Mate ZABEL oder von den ANARCHIST ACADEMY, deren Platten in jede ernsthafte Sammlung gehören, erwähnen, aber das is schon so lange her, das kennt ihr ja alles schon. Deswegen rate ich euch zu dem eher denn doch nicht unhohlem TUFU aus NR-Schrottcity.
Netter Mann, der immer ein paar brauchbare Songs am Start hat.

Am Ende traue ich mich doch tatsächlich, trotz meiner ausgesprochenen angeschlagenen Gesundheit, ein Video anzupreisen. Das ist von meiner aktuellen Lieblingsband PUNKTUCKE. Gedreht wurde das, echt cool gemachte Video, mit netten Leuten (Hallo Babs!) im ehemaligem Gunclub, der dann Beatclub hieß und von Andreas liebevoll geleitet wurde. Hieß? Ja, denn diese Institution musste unter enormem Druck schließen. Mehr dazu auf der Homepage.

Die nächste Sache beschäftigt sich auch mit Punkmusik (bei dem Wort muss ich an den inzwischen verheirateten Ex-SUITERS Drummer A. Gräbeldinger denken, welcher dies in dem geflügeltem Satz “ich ficke gerne und höre dazu Punkmusik” gerne verwendet), ist sehr zu empfehlen, kommt aus Berlin und stammt von meinem Chatkollegen NOLTI und ist als Radiosendung unter http://new-rose.de abrufbar.

Der Autor dieses Artikels ist für die
werte Leserschaft gegebenenfalls unter
http://www.myspace.com/nin77 zu erreichen.

Zweimal Electroclash aus Skandinavien, bittesehr!

Montag, 07. September 2009

Meine kleine Deutsche

Dank dem Reviewmaterial vom OX bin ich auf zwei sehr coole Bands aus dem skandinavischen Gebiet gestoßen. Zum Einen hätten wir da MEINE KLEINE DEUTSCHE aus Stockholm/Schweden. Und zum Anderen BACONFLEX aus Aarhus/Dänemark. Finde ich beides sehr geil, wobei die Schweden, trotz dem Bandnamen, klar punkten. Die ein wenig ausführlicheren Rezensionen zu den beiden neuen Alben (”Before People Forget Sound”/”Stereo Commander Luxus”) findet ihr im Anfang Oktober erscheinenden Ox #86. Die Myspace-Seiten und die Tourdaten dürfen natürlich vorher begutachtet werden. Die Ausschnitte von Liveauftritten, die ich mir von beiden Bands auf youtube angesehen habe, sind jedoch nicht ganz so aufregend. (Christoph Parkinson)