
Heissa ist da viel passiert in meinem Leben und irgendwie reißt es dann ein. Habe hier ewig nix Richtiges von mir gegeben und mich ausschließlich um meine Freelancerbräune und the Good Life gekümmert. Wer mich kennt weiß, dass ich damit voll ausgelastet bin. Die Tage meiner Selbstständigkeit sind nun gezählt, doch bevor ich drohte in den Harzt IV-Sumpf abzurutschen wurde ich im Sixpack als neuer Sélecteur gecastet. Dort stehe ich seit Juni jeden Freitag und Samstag die ganze Nacht.
Nebenbei habe ich mich entschlossen in meinem biblischen Alter ein Studium der Medienwissenschaften an der Uni Köln zum Wintersemester anzufangen, wat freu ich mich auf das Rumgeknutsche auf den Erstemesterpartys. Designjobs zur Auffrischung der Haushaltskasse werden aber weiterhin angenommen. Als wäre das nicht genug, arbeite ich seit Ende letzten Monats Vollzeit in einer Kölner Agentur, das heißt mit Sixpack 7-Tage-Woche, neudeutsch: Dink – double income – no kids.
Obwohl ich mir mit “No Kids” nicht sicher bin, ich habe langsam den Eindruck, dass die jungen Biester tatsächlich die “Pille danach” und nicht die “davor” als Verhütungsmittel benutzen. Die 7-Tage-Woche ziehe ich auch bloß als Selbstkasteiung und zur Auffrischung meiner Kasse bis zum Studienbeginn im Oktober durch, weil ich jetzt wirklich seit Februar 2009 bis zu diesem Sommer im Prinzip besoffen war.

CBGBs

Sixpack
Der Job im Sixpack macht mir, aufgrund des Ladens und der Mannschaft, Spaß, auch wenn ich natürlich lieber besoffen drin rumstolpern würde als draußen zu stehen. Weil ich aber so ein cooles Kerlchen bin, gibt’s überwiegend Lob von Girls UND Boys. Klar, die üblichen Spinner (vom Jurastudenten der seine Rechte kennt bis zum russischen Hool) haste halt immer mal vor der Tür, aber wir sind ja keine Ringdisco und somit hält sich auch das in Grenzen. Stelle mir manchmal einfach vor, ich sei Brendan Rafferty vorm CBGBs. Oder der Lange Tünn.
In letzter Zeit beschlich mich daher auch des Öfteren die Lust mal wieder auf ein Hardcorekonzert zu gehen. Im Prinzip suche ich solche Veranstaltungen nur noch auf, um Freunde zu treffen oder Bands zu sehen, in denen Freunde spielen. Letzte Woche Montag waren wir dann mit unserer kleinen Konzertgruppe, bestehend aus Tobias Scheiße, Boris (Toxo) und Ron Hammerhead, alle samt Anhang bei den CRO-MAGS im MTC. Das Ganze war so ‘ne Art Klassentreffen der rheinländischen Szene. Es war wirklich kein Typ unter 25, beziehungweise wenn wir ehrlich sind unter 30, dort. War aber nicht schlimm, die Hälfte kannte ich zumindest vom sehen, seit ich in Köln konzertmäßig unterwegs bin. Simon Gosejohann schlich auch durch die Gegend und ich hatte kurz Angst, dass gleich der dicke Elton auch noch ums Eck lurt; war aber zum Glück nicht so. Dafür muss man sagen, dass die Girls inzwischen viel hübscher als “damals”. Da gab’s eigentlich gar keine, höchstens mal so ‘ne dicke Reeneebraut. Bei den sogenannten Metalcore-Shows ist das glaube ich schon immer Usus gewesen, bei Hardcore und Punk noch nicht sooo lange.

CRO-MAGS (mit Harley)
CRO-MAGS spielten kurz, haben ja im Prinzip auch nur eine Platte und ein paar BAD BRAINS-Songs im Gepäck (Harley war natürlich nicht dabei, dafür gab’s SICK OF IT ALL und LEEWAY Unterstützung). Hat Spaß gemacht, danach noch was mit Basti von GOLGATHA/IRON SKULL gequatscht und dann mit Ron und Yassi Richtung Ehrenfeld gelatscht.
CRO-MAGS im MTC
Am Samstag spielten 7 SECONDS im Underground und ich war gerade wieder in Stimmung, man muss ja bedenken, dass dieses kurze Zeitfenster samstags zwischen 8 Uhr morgens und 0 Uhr abends, also zwischen den Sixpack-Schichten, minus schlafen, mein Wochenende ist. Wir waren im Prinzip mit der selben Truppe wie bei CRO-MAGS unterwegs und das Konzert war wesentlich besser besucht, was wohl auch am Wochentag lag. Der Biergarten war schon brechend voll und auch drin sah es nicht anders aus. Obwohl mir Boris noch erzählte, dass es wohl mittwochs bei CRO-MAGS in HH richtig rund ging. Na ja, man trifft die üblichen Nasen, SmallTalk, Shake Hands und rein geht’s. Konzert war spitze. So Amibands sind halt einfach ne Bank, da ist nix mit Verspielen und Besoffen sein und so. Kevin Seconds hatte auch offensichtlich ‘ne gute Zeit. Im Ansagen machen zwischen den Songs hat er sich seit 25 Jahren nix neues überlegt, warum auch, die Leute feiern es ab. Nebenbei gesagt, haben Tobias und ich festgestellt, dass wir uns “Ami-Schwule” so vorstellen wie Kevin Seconds aussah, also, relativ dick, Glatze, Gesichtsfotze, ärmelloses Shirt und dann noch ‘n Brilli im fleischigen Ohr (okay, hatte der jetzt glaube ich nicht), so ein Bear halt.
7 Seconds im UG – schlechte Qualität, gute Laune
Nach dem Konzert musste ich mich leider noch kurz erregen, da mir der kleine kabelarmige Sänger von TSH, denen ich bisher immer wohlgesonnen war, schwer auf die Eier geht. Der Junge weiß einfach nicht, was gut für ihn ist und ist jetzt wirklich zweimal haarscharf einer Tracht Prügel entgangen. Kann er froh sein, dass ich im UG nüchtern war, sonst hätte ich ihm an Ort und Stelle den Arsch versohlt.

Misery Obscura
Zum Schluss noch kurz zwei Buchtipps: Einmal Misery Obscura von Eerie Von, Fotograph und bester Freund der MISFITS, Bassist von SAMHAIN und DANZIG bis zur vierten Scheibe. Der Typ öffnet sein Privatarchiv und ich kann nur sagen, dass dieses Buch eines jeden Fiends feuchter Traum ist. Es beginnt bei den Highschooltagen und endet im Stadion mit METALLICA und Konsorten. Ganz groß und ganz tolle Fotos, die bisher noch nirgends veröffentlicht wurden. Dazu eben von Eerie alles erklärt, bisher erfuhr ich hier zwischen den Zeilen am meisten sowohl über die MISFITS-Auflösung, als auch über den Break nach dem vierten DANZIG-Album. Toll!

Touch and Go
Das zweite Buch ist die komplette Sammlung der Touch and Go-Fanzines in einem fetten Wälzer. Was Tesco Vee (Meatmen) hier 1979 in Michigan gestartet hat ist auch mehr als bemerkenswert. Hier ist alles drin was Rang und Namen hat, von East Coast bis West Coast und hier stimmt auch alles. Ausserdem wurde natürlich die eigene Szene on the map gebracht, NEGATIVE APPROACH, NECROS, FIX, you name it.
Da ich grade keine Lust mehr habe, hier zwei meiner Meinung nach repräsentative Reviews:
In diesem Sinne, Happy Friday 13th und bis später im Sixpack.
Destroy!








