Archiv für die Kategorie ‘Literatur/Kunst’

Ich bin wieder da.

Freitag, 13. August 2010

Destroy

Heissa ist da viel passiert in meinem Leben und irgendwie reißt es dann ein. Habe hier ewig nix Richtiges von mir gegeben und mich ausschließlich um meine Freelancerbräune und the Good Life gekümmert. Wer mich kennt weiß, dass ich damit voll ausgelastet bin. Die Tage meiner Selbstständigkeit sind nun gezählt, doch bevor ich drohte in den Harzt IV-Sumpf abzurutschen wurde ich im Sixpack als neuer Sélecteur gecastet. Dort stehe ich seit Juni jeden Freitag und Samstag die ganze Nacht.

Nebenbei habe ich mich entschlossen in meinem biblischen Alter ein Studium der Medienwissenschaften an der Uni Köln zum Wintersemester anzufangen, wat freu ich mich auf das Rumgeknutsche auf den Erstemesterpartys. Designjobs zur Auffrischung der Haushaltskasse werden aber weiterhin angenommen. Als wäre das nicht genug, arbeite ich seit Ende letzten Monats Vollzeit in einer Kölner Agentur, das heißt mit Sixpack 7-Tage-Woche, neudeutsch: Dink – double income – no kids.

Obwohl ich mir mit “No Kids” nicht sicher bin, ich habe langsam den Eindruck, dass die jungen Biester tatsächlich die “Pille danach” und nicht die “davor” als Verhütungsmittel benutzen. Die 7-Tage-Woche ziehe ich auch bloß als Selbstkasteiung und zur Auffrischung meiner Kasse bis zum Studienbeginn im Oktober durch, weil ich jetzt wirklich seit Februar 2009 bis zu diesem Sommer im Prinzip besoffen war.

CBGBs
CBGBs

Sixpack
Sixpack

Der Job im Sixpack macht mir, aufgrund des Ladens und der Mannschaft, Spaß, auch wenn ich natürlich lieber besoffen drin rumstolpern würde als draußen zu stehen. Weil ich aber so ein cooles Kerlchen bin, gibt’s überwiegend Lob von Girls UND Boys. Klar, die üblichen Spinner (vom Jurastudenten der seine Rechte kennt bis zum russischen Hool) haste halt immer mal vor der Tür, aber wir sind ja keine Ringdisco und somit hält sich auch das in Grenzen. Stelle mir manchmal einfach vor, ich sei Brendan Rafferty vorm CBGBs. Oder der Lange Tünn.

In letzter Zeit beschlich mich daher auch des Öfteren die Lust mal wieder auf ein Hardcorekonzert zu gehen. Im Prinzip suche ich solche Veranstaltungen nur noch auf, um Freunde zu treffen oder Bands zu sehen, in denen Freunde spielen. Letzte Woche Montag waren wir dann mit unserer kleinen Konzertgruppe, bestehend aus Tobias Scheiße, Boris (Toxo) und Ron Hammerhead, alle samt Anhang bei den CRO-MAGS im MTC. Das Ganze war so ‘ne Art Klassentreffen der rheinländischen Szene. Es war wirklich kein Typ unter 25, beziehungweise wenn wir ehrlich sind unter 30, dort. War aber nicht schlimm, die Hälfte kannte ich zumindest vom sehen, seit ich in Köln konzertmäßig unterwegs bin. Simon Gosejohann schlich auch durch die Gegend und ich hatte kurz Angst, dass gleich der dicke Elton auch noch ums Eck lurt; war aber zum Glück nicht so. Dafür muss man sagen, dass die Girls inzwischen viel hübscher als “damals”. Da gab’s eigentlich gar keine, höchstens mal so ‘ne dicke Reeneebraut. Bei den sogenannten Metalcore-Shows ist das glaube ich schon immer Usus gewesen, bei Hardcore und Punk noch nicht sooo lange.

Mit Harley
CRO-MAGS (mit Harley)

CRO-MAGS spielten kurz, haben ja im Prinzip auch nur eine Platte und ein paar BAD BRAINS-Songs im Gepäck (Harley war natürlich nicht dabei, dafür gab’s SICK OF IT ALL und LEEWAY Unterstützung). Hat Spaß gemacht, danach noch was mit Basti von GOLGATHA/IRON SKULL gequatscht und dann mit Ron und Yassi Richtung Ehrenfeld gelatscht.


CRO-MAGS im MTC

Am Samstag spielten 7 SECONDS im Underground und ich war gerade wieder in Stimmung, man muss ja bedenken, dass dieses kurze Zeitfenster samstags zwischen 8 Uhr morgens und 0 Uhr abends, also zwischen den Sixpack-Schichten, minus schlafen, mein Wochenende ist. Wir waren im Prinzip mit der selben Truppe wie bei CRO-MAGS unterwegs und das Konzert war wesentlich besser besucht, was wohl auch am Wochentag lag. Der Biergarten war schon brechend voll und auch drin sah es nicht anders aus. Obwohl mir Boris noch erzählte, dass es wohl mittwochs bei CRO-MAGS in HH richtig rund ging. Na ja, man trifft die üblichen Nasen, SmallTalk, Shake Hands und rein geht’s. Konzert war spitze. So Amibands sind halt einfach ne Bank, da ist nix mit Verspielen und Besoffen sein und so. Kevin Seconds hatte auch offensichtlich ‘ne gute Zeit. Im Ansagen machen zwischen den Songs hat er sich seit 25 Jahren nix neues überlegt, warum auch, die Leute feiern es ab. Nebenbei gesagt, haben Tobias und ich festgestellt, dass wir uns “Ami-Schwule” so vorstellen wie Kevin Seconds aussah, also, relativ dick, Glatze, Gesichtsfotze, ärmelloses Shirt und dann noch ‘n Brilli im fleischigen Ohr (okay, hatte der jetzt glaube ich nicht), so ein Bear halt.


7 Seconds im UG – schlechte Qualität, gute Laune

Nach dem Konzert musste ich mich leider noch kurz erregen, da mir der kleine kabelarmige Sänger von TSH, denen ich bisher immer wohlgesonnen war, schwer auf die Eier geht. Der Junge weiß einfach nicht, was gut für ihn ist und ist jetzt wirklich zweimal haarscharf einer Tracht Prügel entgangen. Kann er froh sein, dass ich im UG nüchtern war, sonst hätte ich ihm an Ort und Stelle den Arsch versohlt.

Misery
Misery Obscura

Zum Schluss noch kurz zwei Buchtipps: Einmal Misery Obscura von Eerie Von, Fotograph und bester Freund der MISFITS, Bassist von SAMHAIN und DANZIG bis zur vierten Scheibe. Der Typ öffnet sein Privatarchiv und ich kann nur sagen, dass dieses Buch eines jeden Fiends feuchter Traum ist. Es beginnt bei den Highschooltagen und endet im Stadion mit METALLICA und Konsorten. Ganz groß und ganz tolle Fotos, die bisher noch nirgends veröffentlicht wurden. Dazu eben von Eerie alles erklärt, bisher erfuhr ich hier zwischen den Zeilen am meisten sowohl über die MISFITS-Auflösung, als auch über den Break nach dem vierten DANZIG-Album. Toll!

T&G
Touch and Go

Das zweite Buch ist die komplette Sammlung der Touch and Go-Fanzines in einem fetten Wälzer. Was Tesco Vee (Meatmen) hier 1979 in Michigan gestartet hat ist auch mehr als bemerkenswert. Hier ist alles drin was Rang und Namen hat, von East Coast bis West Coast und hier stimmt auch alles. Ausserdem wurde natürlich die eigene Szene on the map gebracht, NEGATIVE APPROACH, NECROS, FIX, you name it.

Da ich grade keine Lust mehr habe, hier zwei meiner Meinung nach repräsentative Reviews:

Misery Obscura

Touch and Go

In diesem Sinne, Happy Friday 13th und bis später im Sixpack.

Destroy!

“Hartmut und ich” in Feindesland: Neues Oliver Uschmann-Buch!

Freitag, 09. Juli 2010

Oliver Uschmann

Oliver Uschmann
FEINDESLAND
Roman

Buch | Scherz | fischerverlage.de | 400 S., 14,40 Euro

“Ist es nicht angenehm, wenn man einfach Schutzgeld zahlt und nicht mehr vor der Haustür zusammengeschlagen wird? Ist es nicht praktisch, wenn die Regierung unsere Lebensgewohnheiten auf BürgerVZ öffentlich macht? Ist es nicht schön, wenn es im Büro statt Festgehalt eine Carrera-Bahn gibt? Ist es kein Grund zur Freude, wenn man in dieser Welt Vater wird?”

Das bereits siebte Buch des ehemaligen Open End Fanzine-Herausgebers und Furious Clarity Zine-Gastschreibers (FCZ Nr. 6, Nr. 7). “Hartmut und ich” landen dieses Mal mit ihren Freundinnen in Berlin. Natürlich haben sie wieder einige Hürden zu überwinden, glänzen mit Einfallsreichtum und enden wieder an einer Stelle, an der alles vorbei zu sein scheint, aber zweifelsohne wieder von vorne beginnen darf. Der Opener dieser Romanreihe, “Hartmut und ich”, war großartig. Der zweite Teil, “Voll beschäftigt”, hatte an Witz und Story bereits etwas eingebüßt. “Wandelgermanen” war meines Erachtens der bisherige Tiefpunkt. “Murp!” fand ich dagegen wieder recht einfallsreich und habe es, im Gegensatz zu den beiden Vorgängern, wieder gerne gelesen.

In “Feindesland” überzeugen Geschichte und Charaktere nicht wirklich. Dem Großteil der Charaktere haftet sogar etwas furchtbar Nerviges an und nach den ersten fünfzig Seiten fällt es schwer, weiterzulesen. Auch die Witze zünden nicht oder gehen nach hinten los. Wenigstens bleibt erneut das Happy End aus. Oliver Uschmann ist ein guter Schreiber, von dem ich – trotz gelegentlicher negativer Kritik meinerseits – einiges halte. Mit gutem Gewissen kann ich jedoch von all seinen Veröffentlichungen nur “Hartmut und ich” sowie “Das Gegenteil von oben” empfehlen – die sind wirklich groß. Die restlichen Publikationen darf man vernachlässigen.

(Christoph Parkinson)

Nach der “Haus am Stein”-Reihe folgt nun Pratajevs großes Liederbuch!

Mittwoch, 30. Juni 2010

Dr. Makarios Oley/Dr. Frank Pichelstein Bröker
DAS GROßE PRATAJEV LIEDERBUCH
The Russian Doctors

Buch | Verlag Andreas Reiffer | verlag-reiffer.de | 159 S., 8,90 Eur

“Ich geh auf die Pirsch, und ich schieße den Hirsch. Und muss es sein, auch noch ein Schwein. Und wenn ich kann, schieß ich einen Fasan. Das tut nicht weh, auch nicht dem Reh. Eine Ladung voll Schrot, und alles ist tot. Eine Ladung voll Schrot, und alles ist tot…” (”Jägerlatein”)

THE RUSSIAN DOCTORS, die Band um Dr. Makarios Oley und Dr. Frank Pichelstein Bröker, singen und musizieren nach den Motiven von S. W. Pratajev (1902-1961). Die Pratajev-Gesellschaft ist nach wie vor fleißig und publizierte in jüngster Zeit über den Verlag Andreas Reiffer interessante Werke wie “Haus am Stein – Das Jahrbuch der Pratajev-Gesellschaft e. V.” oder “Pratajev III: Der Raucher von Bolwerkow – Das große Lesebuch”.

Nahezu noch druckfrisch ist deren neuster Streich: Das große Pratajev-Liederbuch. Dieses enthält die Texte und Akkorde von 58 Liedern (u. a. “Tote Katzen im Wind”, “Auch die Ratte hat ein Herz” oder gar “Der Hund ist nicht das Schwein”). Welcher Pratajev-Jünger wird sich das entgehen lassen? Schnell den Schnaps gebrannt und dann ab ans Lagerfeuer!

(Christoph Parkinson)

Parkili geht nach Bernli Pt. V: “Wosch eis as Gätzi?” – Ox #90 ist im Handel erhältlich!

Donnerstag, 03. Juni 2010

“…Die Schweizer Zeitungen sind eigentlich durchweg in Hoch-/Schriftdeutsch verfasst. Gelegentlich werden dennoch mal Wörter auf Schwitzerdütsch verwendet. Besonders belustigt hat mich eine Textpassage in der „Blick am Abend“ vom 11. Februar: „Kappellplatz. Die Menge johlt. Die Fötzeli regnen auf unserer 360-Grad-Panorama-Aufnahme. Kurz nach fünf hat die eisige Kälte für einen kurzen Moment keine Chance mehr. Bald werfen die Luzerner hier mit Orangen um sich.“ Regnende Fötzelis? Und gleich werfen die Luzerner auch noch mit Orangen um sich? Junge, Junge, was ist denn hier los? Und was in aller Welt sind FÖTZELIS? Die Antwort ist so banal wie enttäuschend:…”

Das Ox #90 ist seit dem heutigen Tag im Handel erhältlich, womit die Veröffentlichung des fünften Teils meiner “Parkili geht nach Bernli”-Reihe einhergeht. Der Fokus meines Textes liegt auf einer satirischen Auseinandersetzung mit lokalen, sprachlichen Gepflogenheiten. Außerdem versuche ich die Frage zu beantworten, weshalb viele Berner seit der letzten EM einen Narren an den Holländern gefressen haben. Frühere Furious Clarity-Leser werden jauchzen vor Freude. Aber werden auch die sensibleren Berner meinen Humor teilen? Falls ich nicht plötzlich – aufgrund eines falschen, unpunkigen Nationalstolzes – als vogelfrei erklärt werde, wird es in den beiden nächsten Kolumnen voraussichtlich um die Erkenntnisse gehen, die ich in meiner halb-ethnomethodologischen Feldstudie während des Krafttrainings in drei Fitnessstudios gewonnen habe, als auch um die Plage des Nachwuchses, der das eigene Leben von heute auf morgen verdorren lässt. Bleibt also dran.

Ebenso lesenswert, wie mein Beitrag in der aktuellen Kolumnenrubrik, sind meine Rezensionen: Buchbesprechungen (Moses A. “New York City Hardcore”, Frank Pichelstein Bröker “Verschwindien”, Holger Makarios Oley/Frank Pichelstein Bröler (Hrgs.) “Haus am Stein Nr. 4″, André Pilz “Man Down”, Joachim Seidel “Himbeertoni”), Tonträgerkritiken (ERIK PONTI “Same”, FRESSFEIND “Demo 2010″, THE SADISTICS “Straight To Jail”) und der Konzertbericht (BAZOOKA ZIRKUS und POPPERKLOPPER in der Tenne in Höhr-Grenzhausen).

Weitere Beiträge von anderen Autoren dürften außerdem besonders gefallen: THE GASLIGHT ANTHEM, AGAINST ME!, ANDRÉ ZOCH (TATORT/POLIZEIRUF 110), ARMSTRONG, CHUCK DUKOWSKI (BLACK FLAG), CHUCK RAGAN, COMMON ENEMY, DR. STRANGE RECORDS, ULF JACHIMSKY (BOXHAMSTERS), DYSE, FAR, GIMPFIST, GOLDUST, HEAVEN SHALL BURN, I NOT DANCE, KINGDOM OF SORROW, KOMMANDO SONNE-NMILCH, LEATHERFACE, NITROMINDS, NOTHINGTON, THE RAVEONETTES, RED SPAROWES, SARAH BLACKWOOD, etc.

Für die Beschallung sorgen dieses Mal unter anderem THE DEEP EYNDE, BLACKLIST ROYALS, THE KINGS OF NUTHIN’, MATULA, MOFAKETTE, RADIO HAVANNA, RAZORQUILLZ, LET ME OUT, HARBOUR 81, THE CRIMSON GHOSTS, THE DEAD END GUYS, DROOGIEZ, BLOODSUCKING ZOMBIES FROM OUTER SPACE, HORMONAUTS, THE FLYING EYES, GUNSLINGERS, WE WILL FLY.

(Christoph Parkinson)

Zu Gast #10: Madmoiselle Krokett – “Nur die Knarre löst die Starre?!”

Mittwoch, 26. Mai 2010

Madmoiselle Krokett

Die einzig wahre Karla Kolumna in unserem Business ist Madmoiselle Krokett aus Köln. Zwar darf sie sich – im Gegensatz zu dem Großteil der anderen bisherigen Gastschreiber auf dieser Seite – nicht offiziell als Buchautorin schimpfen, aber dafür füllt sie die wichtigeren Rubriken diverser Tageszeitungen. Das Handwerk des Schreibens beherrscht sie. Und als FCZ-Leserin der ersten Stunde weiß sie besonders, welche Texte uns zwar gefallen, aber welche wir vermutlich dennoch nicht schreiben würden. Demzufolge lobe ich es mir sehr, dass sie sich in ihrem ersten Beitrag mit verschiedenem deutschen Filmmaterial über die RAF auseinandersetzt.

(Christoph Parkinson)

Nur die Knarre löst die Starre?! Gute und schlechte Filme über die RAF

Wie jedes Jahr im Mai, pünktlich zu diversen historischen RAF-Jahrestagen, überschwemmen uns die Fernsehsender alle Jahre wieder mit Doku- und Spielfilmen über die Rote Armee Fraktion. Das mediale Procedere dehnt sich dann meist bis zum September aus, die Jahrestage des sogenannten „deutschen Herbstes“ von 1977 werden selbstverständlich ebenfalls bis zum Erbrechen durchexerziert.

Hauptprotagonisten und Zeitzeugen der Dokumentarfilme sind meist die ewig gleichen Spießgesellen: Allen voran Peter-Jürgen Book, Mitglied der zweiten RAF Generation und mittlerweile Johannes-B. Kerner-Zeitzeugenhure, gefolgt von der ehemaligen Grünen Politikerin und Meinhof-Biographin Jutta Dittfurth und Ex-Spiegel Chef Stefan Aust. Gleiches gilt für die Schauspieler, die für die Verfilmungen diverser RAF Stoffe engagiert werden. Hier gilt anscheinend einfach alles zu nehmen, was München und Bernd Eichinger zu bieten haben. Dabei wurden in den letzten Jahrzehnten wirklich gute Dokus und Spielfilme zu diesem Thema gedreht, aus ungewöhnlichen Perspektiven und mit interessanten Gesprächspartnern.

Mein absoluter Lieblingsfilm und für mich immer noch unübertroffen ist der Zweiteiler „Todesspiel“. Der von Heinrich Breloer gedrehte Film ist 1997 erschienen und eine Mischung aus Doku und Spielfilm. Im Mittelpunkt der Handlung stehen die Ereignisse im Herbst 1977. Die Freipressung von Meinhof, Ensslin, Baader und Meins aus dem Stammheimer Knast durch die Entführung des Arbeitgeber Präsidenten Hans Martin Schleyer und der deutschen Urlauber Maschine „Landshut“, sind die zwei großen Ereignisse, die der Dokufilm einfängt.

Als Zeitzeugen konnte Heinrich Breloer auf hochkarätige Gesprächspartner zurückgreifen: Ex-Kanzler Helmut Schmidt, der damalige BKA Präsident Horst Herold und GSG 9 Gründer Ulrich Wegener gewähren interessante Einblicke in die Arbeit des Staates und vertuschen auch nicht die Härte der BRD. Auf Seiten der RAF spricht – wie sollte es anders sein – Peter Jürgen Book und außerdem weibliche Mitglieder der zweiten RAF Generation. Alle Interviewpartner gehen dort selbstkritisch mit sich ins Gericht. Auf Seiten der Opfer kommt Traude Schleyer, die betroffene Flugbegleiter Crew und Passagiere der entführten Urlaubermaschine, zu Wort. Heinrich Breloer verzichtet komplett auf jeden Pathos, trotzdem lassen einen die Aussagen nicht kalt.

Der Film besteht aus zwei Teilen: „Volksgefängnis“, hier steht die Schleyer Entführung im Mittelpunkt. Im zweiten Teil „Landshut“ ist es die Flugzeugentführung, die die Handlung bestimmt. Beide Teile sind wirklich großartig und absolut sehenswert. Jeder der sich zumindest schon mal am Rande mit der RAF beschäftigt hat, erfährt hier wirklich mal was Neues. Großartig und unterhaltsam gespielt ist das Ganze auch noch. Unbedingt ansehen!

Weniger empfehlenswert ist dagegen „Der Baader Meinhof Komplex“. Mühsam hat Bernd Eichinger hier versucht einfach mal ALLE Zusammenhänge der 60er/70er Jahre in einen Spielfilm zu pressen. Der Film ist wirklich nur was für Dumpfbacken, die sich noch nie mit den geschichtlichen Zusammenhängen der letzten 50 Jahre beschäftigt haben. Oder für Leute, die mit schlimmen „Prada Meinhof“ Shirts herumrennen und sich damit für total witzig halten.

Der Film beginnt beim Schah-Besuch 1967 und endet mit dem Tod der Stammheimer Insassen. Dazwischen wird in 150 Minuten alles gequetscht, was in den 10 Jahren irgendwie eine politische und gesellschaftliche Bedeutung hatte: Studentenunruhen, freie Liebe, Radikalisierung der Studentenbewegung, Entstehung der RAF, Diskussionen im BKA, Diskussionen mit Schmidt, undsoweiterundsofort…

Dagegen ist „Black Box BRD“ aus dem Jahr 2001 eine Wohltat. Der Dokumentarfilm von Regisseur Andres Veiel lief vor neun Jahren in Programmkinos. Im Mittelpunkt der Handlung stehen ausnahmsweise mal nicht Baader, Meinhof und Co. Der Fokus liegt auf Wolfgang Grams, Führungsfigur der dritten und damit letzten offiziellen RAF Generation, und deren prominentesten Opfer, Alfred Herrhausen, Vorstandssprecher der Deutschen Bank. Das Ganze spielt im Jahr 1989. Die Biografien der beiden Hauptfiguren werden anhand der Aussagen von Familienmitgliedern, Freunden und Weggefährten, nachgezeichnet. Sehr seltene Originalaufnahmen, auch aus privaten Sammlungen, zeichnen ein Bild von Herrhausen und Grams, das einem zu dem Entschluss kommen lässt, dass die beiden fast so etwas wie Gemeinsamkeiten hatten.

Sowieso war dieser Film für mich der Wendepunkt in meiner persönlichen Sicht auf die RAF. Nach meiner jahrelangen, naiven Begeisterung für die Radikalität der RAF (”…nur die Knarre löst die Starre… hö, hö, hö…“), rückte „Black Box BRD“ für mich im Nachhinein einiges gerade. Der Film zeigt, dass Herrhausen zwar, aus „Sicht der RAF das richtige Amt inne hatte“, aber professionell und ethisch definitiv nicht zu den Hardlinern sozialer Ungerechtigkeit zählte. Sowieso ist das große Plus des Films, dass er eine ganz andere Zeit einfängt als die üblichen RAF Filme. Linke Radikalität in den späten Achtzigern war eben eine andere als in den politisch bewegten siebziger Jahren. Für alle, die das Thema “Rote Armee Fraktion” nicht nur oberflächlich interessiert, ist der Film ein absolutes MUSS.

Zu guter Letzt möchte ich euch noch einen weiteren Spielfilm ans Herz legen, den ich hier allerdings aus Platzgründen nicht weiter besprechen kann. Das gute Stück aus dem Jahr 1981 heißt „Die bleierne Zeit“ und wurde von der Regisseurin Margarethe von Trotta in Szene gesetzt. Es geht um Gudrun Ensslin, ihre Jugend im Schwabenländle und ihr Weg in die Radikalität (die vielleicht zwangsläufig kommt, wenn man bei den Schwaben groß wird). Da Ensslin als die ambivalenteste Persönlichkeit der Gründergeneration gilt, gibt der Film wahnsinnig viele Facetten preis.

Bleibt mir zum Schluss nur noch zu sagen: Wer gute Dokus oder Spielfilme über die Rote Armee Fraktion sehen will, sollte lieber auf etwas älteres Material zurückgreifen. Alles was seit dem Jahr 2001 gedreht wurde, ist meist einfach nur banaler Schrott!

(Madmoiselle Krokett)

“Seitensprünge”: Das neue Buch von Mia Ming

Mittwoch, 05. Mai 2010

Seitensprünge - Cover

Mia Ming
SEITENSPRÜNGE
33 Frauen erzählen von aufregenden Affären,…

Buch | Schwarzkopf & Schwarzkopf | schwarzkopf-schwarzkopf.de | 276 S., 9,90 Euro

Der Erfolg von Mia Mings ersten Buchreihe (”Schlechter Sex”) gab dem Schwarzkopf & Schwarzkopf-Verlag den Anstoß, mit unzähligen ähnlichen Publikationen anderer, meist blonden Autorinnen nachzuschießen: “Bester Sex”, “Krasse Abstürze”, “Alle Männer sind Freaks”, “33 Männer in 33 Nächten”, “Dirty Girl”, etc. Design und Aufbau sind immer gleich und werden inflationär als Verpackung sämtlicher Sex-Trivialliteratur des Verlags gewählt. 33 Geschichten zu dem jeweiligen Thema. Ein Grauen an Büchern erobert den Markt. Ein Ende ist nicht in Sicht. Denn das Konzept geht auf. Und das, obwohl keiner von Mias Nachzüglern aus ihrem Schatten herauskommt und sprachlich selten wie sie überzeugt.

Etwa ein Jahr lang ist es um Mia Ming ruhig geworden. Nun meldet sie sich mit einer neuen Buchreihe zurück, die an dem bisherigen Konzept leider anknüpft. Ihr neues Thema sind 33 Seitensprünge von 33 Frauen, die sie dazu befragt hat. Wer auf diese Meldung erst einmal vor antizipierter Langeweile gähnen muss, dem sei verziehen. Allerdings darf man sich darüber freuen, dass die Berliner Autorin – im Gegensatz zu ihren Kolleginnen und Kollegen – glänzt. Inhaltlich werden Sex & Emotions nicht neu erfunden, aber die Storys sind unterhaltsam bis hochdramatisch. Wer also an ihren ersten drei Büchern Freude gehabt hat, wird hier nicht enttäuscht.

Ein Indiz

Eigentlich habe ich auf so etwas schon lange gewartet, aber etwas bizarr und unglaublich ist es dennoch: Der gute, alte Parki erkennt sich in einer der Geschichten wieder. Meine, wesentlich kritischere Sicht der Dinge, könnt ihr im Ox #79 nachlesen. Ich sage nur: Bob die Baumeisterin & Superman im Februar in Köln 2007. Wie gut, dass ich damals nicht mehr ans Handy gegangen bin… Sorry Sahra, danke Mia!

(Christoph Parkinson)

Ein Jahr europäische Hardcoregeschichte: Trust #1-10 (Sammelband)

Donnerstag, 08. April 2010

Punk. Hardcore. Underground. TRUST. Die ersten zehn Trust Ausgaben sind von nun an als Sammelband erhältlich. Ein fetter Schinken, der so einiges, nicht nur an europäischer Hardcoregeschichte, aus den Jahren 1986-1987 zu bieten hat:

Interviews mit HERESY, RAW PAWER, MARGINAL MAN, JOLLY ROGER, TU-DO HOSPITAL, SPEED-AIRPLAY (die einzige Hardcore-Radioshow der Schweiz im Jahr 1986), NEGAZIONE, SPERMBIRDS, CAPITOL PUNISHMENT, SUICIDAL TENDENCIES, SOCIAL UNREST, etc.. Bestandsaufnahmen der damaligen Punkszenen in Polen, Jugoslavien, Italien, England, Norwegen und über Europa hinaus. Kolumnen von Armin, Dolf oder sogar noch Moses (lange ist es her…). Reviews von Fanzines, Demos und Co. – welche in dieser Zeit eine ganz andere Bedeutung hatten. Massen an Fotos. Massen an Text. Massen an Hardore.

Das Buch kostet nur 20 € und kann bei Dolf (dolf@trust-zine.de) geordert werden. Aber gebt Gummi, die Erstauflage ist auf hundert Stück limitiert.

(Christoph Parkinson)

Bücher, die niemand braucht: Von Adelmann über Barth zu Trustorff!

Mittwoch, 07. April 2010

Roland Adelmann
RODNEYS SLAM
Cutprosa & Smashpoeme

Buch | Edition Paper One | EditionPaperONE.de | 106 S., 9,95 Euro
Ein Verlagskollege von HC Roth. Der Autor ist Mitte Vierzig, wohnt im Ruhrpott und „Rodneys Slam“ ist seine sechste Einzelpublikation. Er ist Betreiber des Vertriebs „Rodneys-Underground-Press“, hält Lesungen im gesamten Lande und auch sonst klingen seine Aktivitäten anständig. Der Inhalt dieses Buches fällt dagegen poplig aus. Mitunter beweist Roland vielleicht mal geringfügigen Einfallsreichtum und Frohsinn, aber oft fragt man sich, was die „Storys“ sollen. Nee, muss nicht sein – außer eventuell nach dem vierzigsten Herrengedeck in der Dortmunder Hirschkuh an einem Sonntag um neun Uhr morgens.

Marina Barth
WIE MAN KROKODILE ERWÜRGT
Kurzgeschichten

Buch | Muschel Verlag | muschelverlag.de | 133 S., 9,90 Euro
Marina Barth, Schauspielerin und Leiterin des Kölner Klüngelpütz-Theaters, hat ein Buch geschrieben? Oh nein, auch das noch…! Zwanzig Geschichten „in denen insbesondere immer wieder die Männer samt ihrer angeborenen Schwächen im Vordergrund stehen“. Gab es so etwas nicht schon zu oft – und vor allem nicht schon viel besser? Marina versucht in ihren Texten gerne mal etwas keck daherzukommen. Es dürfte verblüffen, wenn dieses Buch, wie auf der Rückseite angekündigt, de facto mal jemandem vor Lachen Tränen des Vergnügens beschert. Selbstbewusste Frauen, die gerne rauchen und Bier trinken, mühelos oft tagelang sehr ungeduscht auf ihrem Sofa herumliegen, sind nichts Neues – und das sie sich irgendwann als Autorinnen versuchen, ist ein ebenso alter Hut. Na ja, wenigstens ist Marina nicht auch noch Wahlberlinerin, was das abgeschmackte Bild komplettiert hätte.

Hauke Trustorff
DIE SCHÄNDUNG MIT DER MAUS
Edition The Punchliner Band 4

Buch | Verlag Andreas Reiffer | verlag-reiffer.de | 118 S., 10 Euro
Die Kurzgeschichten und Gedichte von Hauke, die neben den Texten vieler anderer Autoren, in der The Punchliner-Buchreihe erscheinen, sind häufiger amüsant geschrieben und zaubern dem Leser hin und wieder ein Lächeln ins Gesicht. Eine alleinige Ansammlung von seinen Texten, und zudem noch in diesem Umfang, liest sich sehr mühsam und nervt. Seine Zeichnungen sind recht spaßig, aber das mit Abstand Beste an dieser Veröffentlichung ist der Dialog auf der Buchrückseite.

(Christoph Parkinson)

Vierter „Parkili geht nach Bernli“-Teil und vieles mehr in der neuen April/Mai Ausgabe des Ox Zines!

Dienstag, 06. April 2010

Parkili in Amsterdamned

„…Zitternd lege ich mich auf mein Bett. Die letzten drei Tage waren Stress pur. Die verbratenen dreihundert Euro könnte ich in der kommenden Woche übrigens auch gut gebrauchen. Mein Kühlschrank ist leer. Nach dem Trinken von Ramazotti und Stangen in der Turnhalle, ist mir momentan nicht. Im Schwimmbad zu ölen, muss heute auch nicht sein. Aber ich freue mich wirklich sehr auf die nächsten, vermutlich wieder erholsameren Wochen in Bern…“

Exkursion nach Amsterdam. Der vierte Teil der „Parkili geht nach Bernli“-Reihe ist im Ox #89 erschienen. Genießt den Text. Es wird der vorerst letzte dieser Art sein. Ab dem Ox #90 widme ich mich wieder klassischeren Kolumnen. Ebenso lesenswert ist in der aktuellen Ausgabe das auf unserem Blog angekündigte Interview mit Jan Off. In den gängigen Rubriken habe ich mich quantitativ etwas zurückgehalten: Buchbesprechungen (Oliver Uschmann „Das Gegenteil von oben“ u. „Fehlermeldung“, Daniel Terek „Der Weltenmampfer“), Tonträgerrezensionen (AMARI „Power“, APPALOSA „Savana“) Livereview (MY HEART BELONGS TO CECILIA WINTER u. EVELINN TROUBLE im ISC in Bern).

Die üblichen Verdächtigen haben im Heft für folgende Beiträge gesorgt: SICK OF IT ALL, BLACK FLAG, CANCER BATS, CROWD OF ISOLATED, DALLAX, DEADLINE, DEECRACKS, DETROIT7, THE DILLINGER ESCAPE PLAN, DONOTS, THE DWARVES, Justin Townes Earle, EMPOWERMENT, EVILE, FARBEN LEHRE, FIGHT LIKE APES, FINDUS, GAVIN PORTLAND/Hardcore in Finnland, Rowland S. Howard, KISMET, Life is Punk: Dr. Oliver Fröhlich, LO FAT ORCHESTRA, MONEEN, THE MONROES, MOSKOVSKAYA, NOMEANSNO, PATSY O’HARA, PROJECT: KOMAKINO, Punk in Nepal, Randy Bradbury/PENNYWISE, Red Scare Records, SANKT OTTEN, STATE, STILL SCREAMING, STRONGBOW, TERRORDACTYLS, THERAPY?, TURBOSTAAT, Twisted Chords Records, VARSITY DRAG, etc.

Die CD-Beilage beinhaltet Tracks von: KARATE DISCO, LEATHERFACE, BEDLAM KNIVES, GIMP FIST, GUNS ON THE RUN, COBRA, HEARTBREAK STEREO, ESKORBUTO, ACCELERATORS, MCRACKINS, PINTANDWEFALL, GOOD WEATHER GIRL, GRINGO STAR, THE DOITS, FITZCARRALDO, THE HIRSCH EFFEKT, DEAD UNITED, BANANE METALIK, RAFIKI, AFFENMESSERKAMPF, STATE, PÖBEL & GESOCKS, OXXON, MONKEY SUITE, CHASING FOR GLORY. Also: Kaufen, Lesen, Hören, Freuen, Abonnieren!

(Christoph Parkinson)

Jan Offs “Offenbarungseid” – rare Altlasten aus dem Off…

Dienstag, 23. Februar 2010



Kaum hat Jan Offs letztes Buch, “Unzucht”, die Gemüter erhitzt, folgt Anfang März bereits die nächste, etwa 190-Seiten umfassende Veröffentlichung. Bevor ich das Buch selbst in den Händen halte, berufe ich mich auf die Informationen des Ventil Verlags, über den das Buch dann übrigens auch erhältlich sein wird:

“Storys des Lordsiegelbewahrers der deutschen Hochkultur. Auf vielfachen Wunsch der stetig wachsenden Jan-Off-Gemeinde da draußen: das weit verstreute und zum Großteil längst vergriffene Frühwerk des Meisters. Archäologische Kostbarkeiten aus einer Zeit, in der sich das literarische Kanonenfutter – den kalten Wind der 1980er noch in den Knochen – ein letztes Mal der Illusion hingeben durfte, dass der Weltenlauf mittels Sprache zu verändern sei; selige Nächte, in denen selbsternannte Genies mit heiser bellender Stimme vor rauchendem Publikum rauchend ihre Texte vortrugen – die überfällige Weltrevolution oder zumindest eine schnelle Nummer in der Besenkammer erhoffend. Übrig geblieben sind wenige, ohne Botoxbehandlung kam bisher nur einer aus: Jan Off.

Nach Publikumserfolgen wie »Vorkriegsjugend – 200 Gramm Punkrock« und »Unzucht«, nach dem langen Marsch durch die Lesebordelle der Republik und kurz vor der Veräußerung der letzten Unikate an das Marbacher Literaturarchiv: das Extended Frühwerk in handlicher Ausgabe für das kleine Geld! Dazu natürlich die obligaten brandaktuellen Bonusgaben.”

Auszug:

»Als wir den Zwerg das erste Mal sahen, saß er in der Klabauter-Bar und war gerade dabei, seinem Nebenmann, einem volltrun kenen Hepatitis-Kranken, den Geldbeutel aus der Tasche zu ziehen. Die immense Geschicklichkeit, die er dabei an den Tag legte, beeindruckte meinen Cousin Jan Off Zachowiak dermaßen, dass er sich entschloss, den Dieb an unseren Tisch zu bitten. Für einen Mann seiner Statur sei es mit den Frauen doch gewiss nicht einfach, forschte mein Vetter unseren neuen Bekannten aus, womit er einmal mehr bewies, dass die ihm angediehene Erziehung nur wenig Früchte getragen hat. Ignazio Perez zeigte sich über die Frage jedoch in keinster Weise verärgert. Im Gegenteil. Er bedachte Zachowiak und mich mit einem spöttischen Blick. Dann lehnte er sich breit grinsend zurück und sagte, wobei er sich jede Silbe auf der Zunge zergehen ließ: ›Ich kann jede Frau dazu bringen, meinen Schwanz anzufassen.‹«

(Christoph Parkinson)

PS: Ein aktuelles, ausführliches Interview mit dem Kiezkollegen aus Hamburg erscheint im Ox #89.