
I.
Eine konstruktive Auseinandersetzung mit „Straight Edge“
Vor elf Jahren habe ich mich im Furious Clarity Zine Nr. 5 mit dem Thema „Straight Edge” bereits auf eine weniger differenzierte Art und Weise auseinandergesetzt. Die Überschrift lautete: „Straight Fake – wischt euch die Eddingfarbe von den Händen und steckt euch den Finger in den Arsch!“ Für diese Themenausgabe wollte ich mich daher ausnahmsweise mal wenigstens etwas „wissenschaftlicher“ mit dem Phänomen beschäftigen.
Seitdem ich vor zwei Wochen allerdings meine Prüfung in „Betäubungsmittelstrafrecht“ geschrieben habe, erfreue ich mich in meiner freien Zeit am Genuss von alkoholischen Getränken und dem Baden im See. Zwar bedauere ich, dass mir eine, nahezu durchgehend hohe Blutalkoholkonzentration, das Wissen über eine baldige Deadline ausgelöscht hat und ich es nun zeitlich nicht mehr schaffe, mich konstruktiv mit der Thematik zu beschäftigen.
Vielmehr bedauere ich jedoch diejenigen, die diese Erfahrung nicht mit mir teilen können, weil sie – über kurz oder lang – versuchen einen Song zu leben, den sie nicht verstanden haben.
II.
Das Ox #91 ist letzte Woche Donnerstag erschienen. Wenn ich mich nicht täusche, gehört diese Ausgabe zu den besten, die in den letzten Jahren fabriziert worden ist. Spitzfindige Fragen ermöglichen hochkarätigen Interviewpartnern besonders interessante Antworten. Die neuen Rubriken sorgen für noch mehr Abwechslung und die Idee eines Themenschwerpunktes wird wohlüberlegt realisiert.
Die Auseinandersetzung mit Straight Edge macht in dieser Form auch im Jahr 2010 absolut Sinn und ergänzt die Grundlagenliteratur, die bisher in deutscher Sprache dazu erschienen ist. Hierzu befragt wurden unter anderem Ian MacKaye, Toby Morse, Ray Cappo oder Lee Hollis. Mehrere Kolumnisten beschäftigen sich in typischer Manier mit der Materie. Einer von ihnen bin ich. In letzter Minute habe ich den Text “Prävention Hardcore” verfasst, der bisher unbekannte Ursprünge der Straight Edge-Bewegung aufzeigt und mit einem kritischen Resümee endet. “Eine konstruktive Auseinandersetzung mit Straight Edge” findet ihr demzufolge nur auf unserem Blog und “Prävention Hardcore” findet ihr nur im neuen Ox.
Die aktuelle Ausgabe umfasst mal wieder mehr als 40 Interviews (John Lydon, ANTITAINMENT, FROM ASHES RISE, IMPERIAL STATE ELECTRIC, INSIDE ARTZINE, DIE LOKALMATADORE, THE POGUES,…), über 500 Rezensionen und andere alte und neue Rubriken. Meine Reviews sind überwiegend in der Literaturecke zu finden (Jan Off “Offenbarungseid”, Bill Ayers “Flüchtige Tage”, HC Roth “Wie ich verflucht wurde…”, Thomas Meyer-Falk “Nachrichten aus dem Strafvollzug”). Die Tonträgerrezensionen von mir belaufen sich auf die neuen Alben von CRIMINAL JOKERS, DRINK TO ME, MQUESTIONMARK, NEON PLASTIX und THE SOUND BOOM FOUNDATION.
Auf der CD finden sich zum Beispiel Tracks von TERROR, CYANIDE PILLS, THE KILL DEVIL HILLS, HEY ENEMY, BEN RACKEN, LA DISPUTE, I HEART HIROSHIMA, THE TRUFFAUTS, THE PROSECUTION, AMERICAN WEREWOLVES, ASHERS, MÖPED LADS, CHEFDENKER, ANTITAINMENT, ERIK PONTI, SHEARER.
10/10 Punkte für dieses Heft!
(Christoph Parkinson)