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DEATHSTYLE CREW

Dienstag, 07. Juli 2009

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Bern, 24.07.2009

Sälü Meitschis!

Na Mädels!

Schon heiß auf unseren neuen Blog? Die Herren Destroy und Parkinson sind schon immer für eine Überraschung gut gewesen. Wer hätte damit gerechnet, dass wir zwei Spitzbuben nach über fünf Jahren im Glanze des Furious Claritys wieder unseren Schabernack treiben werden. Die einstige Planung nach der Veröffentlichung des FCZ Nummer 7 war die lang erstrebte regelmäßige Erscheinungsweise. Das haben wir in verschiedenen Interviews und an einigen Theken laut propagiert, aber wie ihr wisst, nicht in die Tat umgesetzt. Die leidigen Gründe sind immer dieselben und reichen von Zeitmangel über Finanzierungsschwierigkeiten bis hin zur Überschaubarkeit der kreativen Erzeugnisse der Macher.

Ganz untätig sind wir selbstverständlich nicht gewesen: Christoph hat für Fanzines wie dem SUBH oder dem Trust als Gastschreiber fungiert und relativ regelmäßig Beiträge für das Drachenmädchen, dem Pankerknacker oder – wie auch weiterhin – für das Ox geschrieben. Außerdem durfte sich die Nachfolgeband von FORCED TO DECAY, ONCE A DEMON, über ihn als neuen Sänger freuen. Christian ist bei BARSEROS eingestiegen und hat es geschafft, die Band innerhalb von drei Jahren dem Erdboden gleich zu machen. THE SWAT haben sich zwischendurch bei ihrer dritten Reunion auch mal wieder feiern lassen und ihr Repertoire um Songs wie „Tu es merde“ oder „Ein Mann braucht seine Crew“ erweitert. Wie ihr seht, es gab sehr viele Dinge zu tun, die allesamt viel mehr Spaß und Sinn gemacht haben, als eine weitere Ausgabe unseres vor 11,5 Jahren gegründeten Fanzines zu veröffentlichen.

Blicken wir an dieser Stelle zu dem Vergangenen zurück und halten in den im Ox Nr. 59 formulierten Worten von Alexander Gräbeldinger fest, wofür das FCZ gestanden hat:

„Das Furious Clarity Zine (kurz FC Zine) spaltet die Leserschaft, wie kaum ein anderes gegenwärtiges Fanzine/Magazin. Entweder man liebt es oder man hasst es – dazwischen gibt es nicht viel. Ein möglicher Grund dafür mag die rücksichtslose Eigenwilligkeit des FC Zines sein. Das FC Zine orientiert sich nicht an einer Szene, sondern die Szene hat sich am FC Zine zu orientieren. Manch einer mag dies als anmaßend betrachten, ein anderer wiederum als selbstbewusst und mutig. Mit scharfem analytischen Blick nimmt es das ein oder andere Feindbild zielsicher ins Visier. Und während der einst noch außen stehende Beobachter schadensfroh applaudiert hat, gerät er im nächsten Augenblick vielleicht schon selbst ins Schussfeld. Das FC Zine leistet Knochenarbeit an der Basis. Das FC Zine provoziert. Was einige jedoch scheinbar häufig übersehen, geht es dabei mit reichlich Spaß und Augenzwinkern zur Sache…“

Was dort geschrieben steht ist historisch. Das FCZ in seiner ursprünglichen Form gibt es lange nicht mehr. Und ob jemals eine weitere Ausgabe des Heftes erscheinen wird, ist seit langem mehr als fragwürdig. Zuvor genannte Faktoren, die gegen das Herausgeben eines Fanzines sprechen, spielen nach wie vor eine große Rolle, aber um es, in einem sehr häufig im Sprachgebrauch vieler Berner vorkommenden Wort zu sagen, es ist einfach alles zu mühsam. DIY ist eine phantastische Sache – keine Frage. Aber ein Fanzine in dieser Form ist einfach nicht das, was wir leisten wollen.

Um unsere „Furious Clarity“ nicht ganz verdorren und vergessen zu lassen, haben wir diesen Blog eröffnet. Täglich wird man mit neuen Blogs zugeschissen. Dies hat seinen Hintergrund insbesondere darin, weil ein Blog eine der einfachsten Formen ist, um in einem gewissen Rahmen je nach Bedarf unkompliziert Output der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Und mehr haben wir hier auch nicht vor: Wir wollen euch mit unserem Blog und mit unserem Output je nach eigenem Mitteilungsbedürfnis zuscheißen! Was letztendlich daraus wird, ist nicht abzusehen.

Wir sind dieselben geblieben, aber in fünf Jahren passiert viel. Wir sind abgefuckter als auch belesener geworden. Eigenwilligkeit ist uns weiterhin wichtig. Provokation ist uns egal. Es wurde auch früher weniger provoziert, um des Provozierens Willen, sondern weil wir mit dem Fortführen einer konsequenten Eigenwilligkeit eben schnell anderen auf die Füße getreten sind. Dies ist heute nicht auszuschließen, aber immer noch nicht primärer Sinn der Sache. Denn der Spaß am Berichten steht im Vordergrund. Das Leben schreibt die geilsten Storys. Und an unseren Storys, Eindrücken und Reflexionen lassen wir euch gerne teilhaben. Wenn wir dabei das Niveau realitätsentsprechend möglichst tief halten können, ist es uns eine besondere Freude. Und schließlich möchten wir nicht unsere geschundenen Köpfchen zu sehr überanstrengen und etwa versuchen, intellektuelle oder literarische Höchstleistungen zu vollbringen. Dafür gibt es andere Affen.

Neben der Erlebnisberichterstattung, der (Selbst-)Reflexion, dem Unterhaltungs- und dem Selbstdarstellungswert dürfen kritische Betrachtungen zu den komplexen Themen „Gesellschaft“, „Musik“ und „Heinitum“ nicht fehlen. Entsprechendes kann hier in folgenden Formaten erfolgen: Tagebucheinträge, Kurzgeschichten und Kolumnen, Momentaufnahmen, Diskussionen, vielleicht sogar mal ein Beitrag eines Gastschreibers.

Wie lange unser Enthusiasmus anhält, ist ebenfalls nicht abzusehen. Uns geht es nicht darum, etwas zwingend für die Ewigkeit zu schaffen, sondern für einen etwas längeren Moment, Momente und Erlebnisse kurzweilig festzuhalten. Das Vorhaben ist absichtlich nicht präzisier definiert, denn es kann letztendlich alles werden – oder auch nichts. Natürlich sollt ihr euch hier ebenso über unser generelles Treiben informieren und Antworten auf beispielsweise folgende Fragen finden können: Welche neuen unnützen Beiträge erscheinen vom Parkinson in welchen Heften, bei welcher Band darf Destroy seine narzisstischen Verlange nun schon wieder befriedigen, wer hat sich von wem schon wieder eine Geschlechtskrankheit eingeheimst? Und so weiter und so fort.

Um den Radius unseres Augenmerks ein wenig weiter zu fassen und um mehr berichten zu können, haben wir beschlossen, eine Köln-Bern/Deutschland-Schweiz-Connection zu bilden. Wen interessieren schon Berichte aus New York, Dubai oder Tokyo? In Köln gibt es die Pollerwiesen und in Bern den Bärengraben. Mehr Inspiration braucht man nicht!

Also darum geht es. Oder eben auch nicht!

Besucht fleißig unsere neue Seite und tragt euren Teil dazu bei, dass wir hier viel zu berichten haben. Wenn ihr uns begegnet, gebt uns Drinks aus, verführt uns nach allen Regeln der Kunst oder lasst euch verführen, beweist uns wie geil oder wie scheiße ihr seid. Um es in ähnlichen Worten wie 2001 zu sagen: Wir sind der Maßstab und ob ihr im Schnitt liegt, werdet ihr hier in den nächsten Monaten erfahren.

Kuss und Bums

Christoph Parkinson und Christian Destroy.