Archiv für September 2009

Anti-Karaoke | The Schöne Hubätz | David Hasert

Donnerstag, 24. September 2009

Alter, ganz kurz, hier können sich einige Karaoken noch ne Scheibe von abschneiden: Anti Karaoke in Barcelona. Jeden Montag (!) im Apollo. Der Laden ist ungefähr so groß wie das Underground (Köln) und platzt original aus allen Nähten. “Menos fam porro – más cocaína!” – Oder so was in der Art kreischt dann eine Lack und Leder-Moderatorin von der Bühne, die wie eine Transe aussieht. Das ist Rachel Arieff. Die Alte macht das zweimal die Woche (Barcelona/Madrid) und scheint nicht mehr ganz knusper zu sein. Alle zwei Lieder zieht sie sich vollständig um und ihre Garderobe entspringt komplett einer Jules Jordan Produktion. Hinten auf der Bühne liegen Sachen zum selbst verkleiden und die Leute rasten total aus, Stagediving, Pogo, mit 100 Mann auf der Bühne, alles kein Problem. Vorgetragen werden die Lieder in Phantasieenglisch und Spanisch. Mein “Geheimtipp” im Urlaub, muss man aber selber gesehen haben und bitte betrunken, sonst kommt das hier nicht rüber.

1/2 energy

Letzte Woche Samstag war ich im Club Scheisse auf einem Hardcore Konzert, da spielten Strick, Bob Rooney und TSH. Alter watn Spaß! Club Scheisse ist mittlerweile eh jedem Kölner ein Begriff, in der Bude finden häufiger Privatpartys statt von denen andere nur träumen, speziell Leuten, denen die etablierten (Punk)Läden zu spiessig sind ans Herz gelegt. Einfach herrlich zu sehen, dass es sowas auch noch gibt! DIY ohne Lila-Latzhosen-PCtum, ich liebe die Boys, thanks Steffen, thanks Jan!

Das Konzert war spitze, Strick sind so ne Mischung aus Cotzbrocken und Youth of Today, so ne herrlich ehrlich rumpelige Angelegenheit mit kölschen Texten, dem Schlagzeuger würden auch n paar Kochtöpfe reichen. Dann Bob Rooney, der Sänger hat seine Moves geübt, auch wenn er aussieht, als käme er grade vom Tischtennistraining und am Ende TSH. Mittlerweile kann keiner mehr stillstehen, TSH sind so ein Phänomen, die sind jetzt überregional nicht so bekannt, aber in Köln fliegt die Kuh, wenn die irgendwo auftreten. Das halbe Publikum ist mit freiem Oberkörper unterwegs, es werden Haufen aus Leibern gemacht und es wird an der Decke rumgeklettert, ich hab sogar Weiber zu Boden gehen sehen, Juhuuu!!!

Alles in allem war das sicher nix neues aber ich hab so einen Spaß beim zugucken gehabt, wie ewig nicht mehr (hat man glaub ich danach auf der APhone gemerkt, ich kann mich an nix mehr erinnern).

Hier noch was für alle Techno-Fans: David Hasert, der Boy auf dem Skateboard, hat einen neuen Song auf seinem Profil, You can‘t put your arms around a melody und da haben wirs wieder, einer der Hauptgründe, warum ich den Typ auch als Künstler so mag und was ihn für mich (ich hab keine Ahnung von Techno) so interessant macht und abhebt von den anderen Heinis ist eben, dass der Kerl seine Punkplatten gehört hat, ich stoße bei ihm immer wieder auf Anspielungen und interessante Querverweise, die mich dranbleiben lassen. Toller Song! Wer sich das mal im Club geben möchte dem sei Samstag die LIKE im Subway empfohlen, eine der besten Partys der Stadt.

Christian Destroy.

Japanische Kampflektüre: Literarisches Kniggebashing mit den JAKAS

Dienstag, 22. September 2009

Tales from the Heartside

KNIGGEBASHING

Ich stelle mich nicht vor, die Hand bleibt in der Tasche.
Ich lächle nicht debil, ich trinke aus der Flasche.
Benimm und Etikette, Vokabular und Renomée
hab ich heut zu Haus gelassen, ich kann es selbst nicht fassen.

Ich benutze das Besteck weder von Aussen noch nach Innen,
esse bewusst geräuschvoll, benehme mich lautstark daneben.
Kraftausdrücke, penetrante Wiederholungen,
ein bisschen Tourette gehört zum guten Ton!

Als jemand eine Rede halten möchte geh ich kacken,
nicht ohne den gesamten Tisch davon zu unterrichten.
Die sonst eher skrupellosen, durch Profit und Gier zusammenge-
haltenen Schichten reagieren pikiert.

Es tut so gut wenn alle Regeln brechen –
Kniggebashing.

Die JAPANISCHEN KAMPFHÖRSPIELE aus Essen sind 2010 weiterhin fleißig wie die Bienen. Für Anfang des nächstens Jahres ist, neben dem neuen Album (”Bilder fressen Strom”), eine “Best Of” auf vier CDs geplant. So was nervt bei vielen Bands, aber die Herren sind bekanntlich schon immer für eine Überraschung gut gewesen. Also ausnahmsweise mal abwarten und nicht direkt meckern!

Besonders die JAKAS-Fans aus dem Poetry-Slam-Bereich werden sich darüber freuen, dass die Band obendrein für 2010 eine Veröffentlichung mal ohne metallischen/grindigen Lärm plant: Die “Japanische Kampflektüre”. Alle Songtexte werden in einem ansehnlichen Taschenbuch abgedruckt. Spontan fallen mir nicht viele Bands aus diesem Genre ein, bei denen sich so etwas ansonsten lohnen würde. Die Bedeutung der Texte ist, zumindest für denjenigen, der sie hier schreibt, von Beginn an mindestens genauso wichtig gewesen, wie die Musik. So soll es bei Bands mit einem subversiven Background/Anspruch natürlich immer sein, aber dass dem seltener so ist, muss ich keinem erzählen. Für das Buch wird übrigens noch ein würdiger Verlag gesucht. Interessenten bitte direkt an folgende Emailadresse schreiben: jaka@soc8y.de. (Christoph Parkinson)

Hip Teens Don’t Wear Blue Jeans: BODI BILL Live

Montag, 21. September 2009




BODI BILL sind live fast immer sehenswert. Und ihre Platten sind alle empfehlenswert. Eine Band, die nicht so leicht in eine Schublade passt. Für das Anfang Oktober erscheinende Ox Nr. 86 habe ich den Sänger der Band interviewt. Wer also mehr wissen will, kauft sich in naher Zukunft das Heft.

Und wer einen Gratisbums mit einem der beiden ehemaligen FCZ-Herausgeber gewinnen möchte, beantwortet folgende Frage: Wem gehört dieser unglaublich interessant aussehende Haarschopf, der in dem unteren Video vor der Handykamera herumwackelt? (Christoph Parkinson)


Einmal Jan Off, einmal Emo, zweimal Ventil!

Freitag, 18. September 2009

Jan Off / Emo

VENTIL DIE ERSTE!

Einer meiner aktuellen, deutschen Lieblingsautoren, Jan Off, wurde mit seinem aktuellen Buch “Unzucht” für die Hotlist nominiert. Nicht nur aus persönlichen Gründen rufe ich euch alle an dieser Stelle dazu auf, für ihn abzustimmen. Die Preisverleihung findet am 16.10.09 im Rahmen der Party der jungen Verlage in den Räumlichkeiten des Kunstvereins Frankfurt am Main statt. Also keine Müdigkeit vorschützen und Aaaaaaaaaaaction! Zum Voting geht es über die folgende Seite:

http://www.freitag.de/umfragen/hotlist2009

Für diejenigen, die das Buch noch nicht gelesen haben und gerne wissen möchten, worum es geht, denen sei vor oder nach dem Voting meine Rezension (aus dem Ox Nr. 84) empfohlen:

“Das hier ist wirklich unanständig. Es ist nichts Körperliches, es ist ein rein geistiger Kick. Es ist ein Bild, um das es geht; das Bild und der Reiz des Verbotenen, den es besitz.” Unzucht. Der Buchtitel gibt den Ton an. Zwei unterschiedliche Menschen, zeitweise körperlich und geistig miteinander vereint, verbindet nur das Verfolgen des gemeinsamen Ziels, von Fick zu Fick immer weitere moralische Grenzen zu übertreten. Das Schamgefühl wird in Wein ertränkt. Wiederholungen sind nicht erwünscht. Das nächste Treffen muss den Kick und damit das sexuelle Erleben steigern. Es geht um Lust. Es geht um Fleisch. Es geht um die Gewissheit, dass man sich wiedersehen wird. Was dazwischen passiert, ist nicht wichtig. Hauptsache jeder spielt seine Rolle und vor allem: Jeder hält sich an die Regeln…

Jan Offs Art und Weise zu erzählen, begeistert und fesselt immer wieder. Mit einem ausgezeichneten Geschick formuliert und strukturiert er seine Geschichten so, dass man meinen könnte, diese Handlungen seien tatsächlich erlebt – sie seien rundum autobiographisch. Jedes Detail stimmt und die Story hat keine Ecken und Kanten. Jan Off beschreibt reale oder fiktive Charaktere und Begebenheiten derart, wie sie als das Resultat menschlicher Beziehungen und Interaktionen in dieser Gesellschaft eben tatsächlich vorkommen mögen. Wollen andere Autoren mit Vulgärem provozieren, so lässt Jan Off lieber den Leser sich an dem Blick hinter die menschliche Fassade erfreuen, erschauern oder vielleicht sich selbst wiedererkennen. Ein wichtiges Buch eines wichtigen deutschen Schriftstellers.

VENTIL DIE ZWEITE!

Die Entwicklung der Emoszene verwirrt nicht nur mich. Die ursprüngliche Szene mit ihren Bands wie RITES OF SPRING, DAG NASTY, MEREL, FINGER PRINT und Co. gingen, während meiner musikalischen Früherziehung, natürlich nicht an mir vorbei. Als Emo kurz vor der Jahrtausendwende mit Bands wie JIMMY EAT WORLD, SUNNY DAY REAL ESTATE oder THE PROMISE RING in Verbindung gebracht worden ist und sich die Jugendkultur der Hörer verändert hat, war für mich auch noch alles recht klar. In den letzten Jahren hat sich die “Emoszene” jedoch so sehr verändert, dass ich beinahe gar keine Ahnung habe, was hier los ist. Androgyne Jugendliche mit geschminkten Augen, schwarzen Haaren, Hello Kitty-Zeugs und Co. galten plötzlich und gelten immer noch als “die Emos”. Im Gegensatz zu wilden Punktreffen an Bahnhöfen, stehen sie in Hundertenscharen nur dort herum und machen nichts. Was hinter dieser relativ neuen “Jugendkultur” steckt, ob nun Rebellion, Fashion oder nur reine Geschmacksverrinung, ist auf den ersten Blick nicht ganz so einfach zu sagen.

Die neueste Veröffeffentlichung aus dem Hause Ventil Verlag, “Emo – Portrait einer Szene” von den Herausgebern Martin Büsser, Jonas Engelmann und Ingo Rüdiger, möchte Klarheit schaffen und untersucht sehr spannende Thesen. Die ausführliche Rezension über das Buch könnt ihr im Anfang Dezember erscheinenden Ox Nr. 87 nachlesen. Das Buch dürft ihr euch bei Interesse jetzt schon über Amazon für 16,90 Euro ordern. (Christoph Parkinson)

Banani, voll Banani: Ich saufe alleine 2009!

Donnerstag, 17. September 2009

Wieso eigentlich nicht mal “Ich dröggele allein”? Das passt nicht nur besser zur nächsten Aftershowparty alleine vorm Spiegel, sondern tönt auch nicht so negativ wie “Pille, palle, alle pralle” von LÜTZENKIRCHEN. Die Version von MODERN STALKING ist ja schon mal ein Anfang. Oder wohl doch eher das Ende? (Christoph Parkinson)

Inglourious Basterds

Dienstag, 15. September 2009

Inglourious Basterds? Stell Dir einfach Kill Bill 2 vor, nur dass er in Nazideutschland spielt. Oder stell Dir Death Race vor, nur dass er in Nazideutschland spielt. Oder stell Dir den nächsten oder übernächsten Tarantino vor, nur dass er in Nazideutschland spielt. Da allerdings jeder noch so schrottige SAT1 Comedian mitspielen durfte, hätten Mike Krüger und Thomas Gottschalk auch ne Rolle verdient gehabt. Geil, “Zwei Nasen tanken super!” mit 15-minütigen Monologen über Pro und Contra von Gürkchen auf Wurstbroten und einem Soundtrack von Gunter Gabriel. Hitler hätte auch besser von Hella von Sinnen gespielt werden sollen. Nee, Quatsch, lieber von Matteo.”

(Mein Mitbewohner)

“Am Ende war ich für die Nazis.”

(Ich, nach verlassen des Kinos)

Recht hat er, mir geht dieser Quentin Tarantino langsam ultra auf die Eier. Es hört überhaupt nicht mehr auf. Der Typ hat von Character Development und Storywriting null Ahnung, es gibt keinen Spannungsbogen und jeder Filmtrailer oder jede Unterzeile auf einem seiner Plakate verraten schon die komplette Handlung. Mit Ende. Mehr ist nicht drin im Film. Gefüllt wird das ganze mit 20 minütigen kultigen Dialogen/Monologen, kultigen Typen und kultigen “Hommagen”. Ich bin auch niemals schlecht unterhalten, nur regen mich seit mindestens Kill Bill 1 die sich überschlagenden Leute auf, die glauben sie hätten gerade Kinogeschichte konsumiert. Ihr habt offensichtlich noch nicht viele Filme gesehen. Das schlimmste an meinem Kinobesuch war allerdings, dass ich in einem flippigen Kino war, in dem nur Originalfassungen gezeigt werden, das zieht automatisch ein ganz wiederliches Besserwisserpublikum mit Lakritzbrillen, Kabelarmen und Becks Gold-Flaschen in der Hand an, kann man sich ja denken wie so eine Vorstellung ist, da gehe ich nächstes Mal lieber in eine mit Prolls gefüllte The Fast And The Furious Veranstaltung, die machen mich weniger aggressiv.

PS: Pulp Fiction ist großartig, dieser Film hat alles verändert. Nicht großartig sind hingegen Pulp Fiction-Partys auf denen Oberstufenschüler mit Kommunionsanzug und Blues Brothers Sonnenbrille rumlaufen.

PPS: Ich habe nichts gegen Quentin, der ist bestimmt cool und hat Spaß an dem was er tut.

Christian Destroy.

bensationell@yahoo.de

Samstag, 12. September 2009

Ben und icke

Hab ich gerade vom like-Blog geklaut. Ben ist übrigens der süße Boy auf dem Bild neben mir. Die Rechtschreibung und eigenwillige Grammatik vom David hab ich mal so gelassen, kann er nix für, dass er nur auf der Baumschule war:

kein witz.der verrückte holländer ben sitzt, wie jeden mittag am fenster der aachenerstraße 56 (überm Sixpack) und wirft wasserbomben auf vorbeigehende passanten, als sich plötzlich eine frau lautstark beschwert und schreit das sie jetzt die bullen ruft. ben schreitet daraufhin, ohne schuhe runter zu ihr auf die straße um sich zu entschuldigen, als er bemerkt das die frau die er da gerade beworfen hat , die “feuchtgebiete” autorin und unrasierte dinkelmöse charlotte roche ist. sie sagt:”irgendjemand muss dich ja anzeigen”. ben sagt “kein wunder das du alleinerziehend bist” (anm d autoren sie hatte ihren kleinen sohn dabei, für den die wasserbombe warscheinlich das witzigste erlebnis des tages war)

sie wartet, ungelogen eine stunde mit sushi in der hand auf die polizei. die bullen kommen , lachen sich einmal kaputt und erklären ihr das leider kein strafbestand vorliegt weil sie nicht getroffen wurde. sie fühlt sich ungerecht behandelt und schreitet grummelnd von dannen.

Destroy!